Ratgeber
Anzeige

Die globalen Märkten fallen erneut – ist die amerikanische Zentralbank der Grund dafür?

Die globalen Aktienmärkte stecken in einem Tief. Diese Einsicht ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen. Der DAX hat im 6-Monats-Vergleich ein Minus von 10,83 Prozentpunkten (Stand: 16.04.2022) notiert.
26.04.2022 18:06
Aktualisiert: 26.04.2022 18:06
Lesezeit: 2 min

Der US-amerikanische Dow Jones, notierte immerhin ein Minus von 4,07%. Andere hochkarätige Indizes aus den USA traf es härter. Der NASDAQ hat in den letzten Monaten ganze 10,36% eingebüßt. Ähnliche Entwicklungen sind über den ganzen Globus hinweg zu beobachtbar. Sei es der paneuropäische EURO STOXX 50, der japanische NIKKEI 225 oder der großbritannische FTSE 100, die roten Zahlen der letzten Monate sind beinahe allumfassend.

Verantwortlich dafür soll vor allem die FED sein. Aber inwiefern ist sie tatsächlich dafür verantwortlich und was hat die Negativentwicklung der letzten Monate verursacht? Ist die Entwicklung zudem ein Grund zur Sorge für Privatanleger? Mit den genannten Bedenken ist es für Anfänger ein Muss, sich mit den Grundlagen des Handels vertraut zu machen.

Die Federal Reserve Bank und ihre Zinswende

Das Federal Reserve System ist ein Konglomerat aus verschiedenen US-amerikanischen Finanzinstitutionen. Zusammen bilden sie das amerikanische Zentralbankensystem. Nach außen tritt vor allem die Federal Reserve Bank (FED) regelmäßig in Erscheinung. Ihre zentrale Aufgabe als Notenbank ist es die Geldpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika zu bestimmen. Dafür beobachtet sie eine Reihe von wirtschaftlichen Kennzahlen und Institutionen und beschließt unter anderem etwaige Zinserhöhungen.

Zinserhöhungen, die bei Privatanlegern, die mit Aktien und anderen Vermögenswerten handeln, zuletzt für Unmut gesorgt haben. Die FED hat beschlossen, unverzüglich Maßnahmen gegen die hohe Inflation zu ergreifen. Das widerspreche den Erwartungen vieler, so die Frankfurter Allgemeine.

Die neuerlichen Zinserhöhungen reihen sich in eine Zinswende innerhalb der USA ein. Es ist die erste Leitzinserhöhung seit 2018. Vier Jahre hat es gedauert, bis sich die Notenbank wieder zu einer Erhöhung gezwungen sah. 2,5 Prozentpunkt Erhöhung sind es, deren sich die US-Bürger nun gegenübersehen.

Dabei soll es aber nicht bleiben. Weitere Zinserhöhungen wurden bereits in Aussicht gestellt. Ihre genauen Ausmaße bleiben im Verlauf des Jahres abzusehen.

Das ist nicht nur Grund für Unmut für jene Anleger, die innerhalb der Vereinigten Staaten traden, sondern hat auch eine globale Dimension.

Die globalen Auswirkungen der Zinserhöhung

Die gedämpfte Stimmung auf den globalen Märkten ist nicht nur auf die Zinserhöhung der US-amerikanischen Notenbank zurückzuführen. Der russische Krieg in der Ukraine hat sämtliche westliche Nationen zu umfangreichen Sanktionspaketen bewegt, welche verbunden mit den anderweitig ausgelösten Knappheiten herbe wirtschaftliche Folgen haben. Konsumenten merkten das am stärksten an den angestiegenen Spritpreisen in der Bundesrepublik.

Die ohnehin schon durch die Corona-Pandemie erhöhte Inflation im Blick, überrascht die recht hohe Inflation hierzulande und die verhaltene Aktienmarktlage erstmal nicht. Verstärkt wird sie aber durch die FED-Entscheidung.

Die Entscheidung der FED zur Erhöhung des amerikanischen Leitzinses greift auch auf nicht-amerikanische Märkte über, weil sie im schlimmsten Fall einen weiteren globalen Crash verantworten könnte. Es ist eine düstere Prognose, aber keine unmögliche. So ist es logisch, dass die globalen Märkte auf eine einschneidende geldpolitische Entscheidung in einem Land mit der schieren Marktmacht Amerikas unsicher reagieren.

Alles gar nicht so schlimm?

Die gedämpften Märkte, die erhöhten Zinssätze und die möglichen Negativfolgen sind aber mit einem reflektierten Auge zu betrachten. Denn: Der neue Leitzins ist der, der schon vor der Corona-Pandemie gegolten hatte. Er war zur Abfederung der wirtschaftlichen Belastungen durch die Pandemie gesenkt worden. Da diese nun zurückgehen, ist eine erneute Erhöhung des Leitzinses nur logisch.

Auch die folgenden Erhöhungen, die angekündigt wurden, sind langfristig nicht unbedingt ein Problem. Kurzfristig können Zinserhöhungen Schwankungen hervorrufen. Tendenziell fallen diese in Entwicklungsländern stärker aus, als es in Industriestaaten der Fall ist. Langfristig richten sie in aller Regel aber keine großen Schäden an.

Klar ist, die FED sollte weiterhin mit Bedacht die Wirtschaft beobachten. Ein Abwürgen der Konjunktur in den USA ist eine der Gefahren der Erhöhung und sollte um jeden Preis verhindert werden. Auch diese hätte aufgrund der global vernetzten Wirtschaft weltweite Auswirkungen.

Des Weiteren gilt es den Kriegsverlauf in der Ostukraine weiter zu beobachten. Sollte der Krieg sich noch lange ziehen, könnte er zur Normalität werden. Zumindest in Hinsicht auf die globalen Finanzmärkte. In diesem Fall hätten Privatanleger noch weniger Grund zur Sorge. Auch angesichts von Zinserhöhungen und dem Ukraine-Krieg.

Quelle: istockphoto.com


DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis treibt Fusion an: Rio Tinto plant Übernahme von Glencore
17.01.2026

Die Dynamik auf den Rohstoffmärkten verschiebt derzeit die strategischen Gewichte in der globalen Industrie. Entsteht hier ein neuer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisgrenze: EU senkt Preisobergrenze für russisches Öl ab 1. Februar
17.01.2026

Der Westen zieht die Daumenschrauben bei russischem Öl weiter an: Ab Februar sinkt die Preisobergrenze erneut. Ziel ist es, Moskaus...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage 2026: Welche Assets Anleger und Sparer im Blick behalten sollten
17.01.2026

2026 bringt Anlegern neue Unsicherheiten – und neue Chancen. Zwischen schwankenden Börsen, geopolitischen Risiken und persönlichen...

DWN
Immobilien
Immobilien Risiken für Hausbesitzer: Top-Ökonom Asmussen warnt vor Preisschock bei Versicherungsprämien
17.01.2026

Extreme Wetterereignisse verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa und belasten zentrale Sicherungssysteme. Warnt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW Research: Ausgaben bei Forschung und Entwicklung stagnieren – Deutschlands Vorsprung schmilzt
17.01.2026

Deutschland zählt noch immer zu den größten Forschungsnationen – doch der Vorsprung schmilzt. Während andere Länder ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Datenschutz: In drei Schritten zu mehr Privatsphäre beim Bezahlen
17.01.2026

PayPal weiß oft mehr über Ihre Zahlungen, als Ihnen lieb ist – und diese Informationen können für Werbung genutzt werden. Wer seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...