Unternehmen

Voller Zugriff auf China-Geschäft lässt BMW-Kassen klingeln

Umsatz und Gewinn von BMW sind deutlich gestiegen. Doch die stark schwankenden Kosten für Rohstoffe und Energie sowie die anhaltenden Chipkrise belasten.
05.05.2022 16:01
Aktualisiert: 05.05.2022 16:01
Lesezeit: 1 min

Die Vollkonsolidierung des China-Geschäfts lässt die Kassen beim Münchner Autobauer BMW klingeln. Hinzu kam die weiterhin hohe Nachfrage nach Premiumfahrzeugen, welche die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen nach oben treibt. "Noch nie in der Geschichte unseres Unternehmens hatten wir mehr Vorbestellungen als heute", sagte BMW-Chef Oliver Zipse am Donnerstag. Insbesondere bei den vollelektrischen Fahrzeugen seien die Auftragsbücher auf Monate hinaus gefüllt. "Die Märkte signalisieren uns, dass diese hohe Nachfrage anhält", sagte Zipse.

Angesichts der Knappheit bei Halbleitern konzentrieren sich Autobauer weltweit auf die besonders margenstarken Fahrzeuge. Mit einer schnellen Entspannung der Chipkrise sei nicht zu rechnen, sagte Zipse. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte werde sich die Lage bessern. "Mit einer grundsätzlichen Knappheit werden wir aber auch 2023 noch umgehen müssen." Eine schnelle Entspannung für Autokäufer ist bei den Preisen nicht in Sicht: Eine Stabilisierung der Verkaufspreise sei möglicherweise erst Richtung Jahresende zu erwarten, sagte Finanzchef Nicolas Peter.

Neben der Chipkrise und Lockdowns in China machen die steigenden Preise auf den Energie- und Rohstoffmärkten BMW zu schaffen. "Der Krieg in der Ukraine und der Anstieg der Inflationsrate könnten diese Entwicklung weiter verschärfen", hieß es. Peter sagte, allein für dieses Jahr sei mit Zusatzkosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu rechnen. An der Prognose halte das Unternehmen dennoch vorerst fest. "Unabhängig davon bleibt die Situation unsicher. Dies erschwert eine genaue Prognose für das Jahr 2022 deutlich.

MILLIARDEN-BUCHGEWINN DANK BBA-VOLLKONSOLIDIERUNG

BMW erwirtschaftete in den ersten drei Monaten mit 31,1 Milliarden Euro 16,3 Prozent mehr Umsatz als vor Jahresfrist. Der Betriebsgewinn legte um 12,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss schnellte sogar auf 10,2 Milliarden Euro nach oben und lag damit mehr als dreimal so hoch wie vor Jahresfrist. Dabei spielte vor allem die Vollkonsolidierung des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens BBA mit Brilliance eine Rolle.

Den Buchgewinn bezifferte Peter auf 7,66 Milliarden Euro. Zudem erhielt BMW Zugriff auf fünf Milliarden Euro aus der Kasse des Gemeinschaftsunternehmens. BMW hatte im Februar grünes Licht für die seit längerem geplante Übernahme der Mehrheit an BBA erhalten. Jefferies-Analyst Philippe Houchois schrieb dazu, dieser Effekt mache eine Bewertung der Zahlen zwar schwieriger, aber "diese Zahlen sehen so aus, als ob die Erwartungen signifikant übertroffen wurden."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Brutale Woche für Tech-Branche endet mit kurzer Verschnaufpause, doch KI-Zweifel bleiben
06.11.2026

Erfahren Sie, wie Schnäppchenjäger die Märkte kurzzeitig stabilisieren und welche unberechenbaren Risiken die Börsen weiterhin bedrohen.

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
06.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Politik
Politik Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier: Union und SPD für Ilse Aigner als Bundespräsidentin
06.11.2026

Ein Versorgungsposten zwischen den Unionsparteien und der SPD? Es herrscht anscheinend Einigung zwischen Union und SPD, dass Aigner...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt West Transport: Mit 22 Lastwagen gegen die Krise der Transportbranche
06.11.2026

Die Transportbranche kämpft mit steigenden Kosten, Fahrermangel und wachsendem Wettbewerbsdruck. Doch ein kleines Familienunternehmen aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold vs. Bitcoin: Welcher Vermögenswert schützt in der Krise?
06.11.2026

Ende August bewegten sich Bitcoin und Gold so stark im Gleichlauf wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Dr. André Dragosch, Head of...

DWN
Politik
Politik Arbeitslosenversicherung: Milliardenloch steigt und immer mehr Arbeitslose: Kommen höhere Beiträge?
06.11.2026

Im Oktober gibt es knapp drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung gerät...

DWN
Technologie
Technologie Der größte Kryptowährungsdiebstahl der Geschichte begann mit einem gefälschten Vorstellungsgespräch
06.11.2026

Ein vermeintliches Vorstellungsgespräch, manipulierte Software und ein internes KI-System wurden der Kryptobörse Binance zum Verhängnis....

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...