Finanzen

Dax deutlich im Minus: Anleger erwarten steigende Zinsen

Lesezeit: 2 min
19.05.2022 12:23
Zins- und Rezessionsängste haben am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag für deutliche Verluste gesorgt.
Dax deutlich im Minus: Anleger erwarten steigende Zinsen
Die Angst ist auf die Aktienmärkte zurückgekehrt. (Foto: dpa)
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Zins- und Rezessionsängste haben am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag für deutliche Verluste gesorgt. Der Dax notierte gegen Mittag 2,20 Prozent tiefer bei 13 699,19 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,86 Prozent auf 28 561,06 Zähler abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 2,6 Prozent.

"Die Angst ist zurück. Die Sorgen sind wieder da. Jede Euphorie ist verflogen", resümierte Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Das Vertrauen in die Zentralbanken nehme deutlich ab. Immer weniger Anleger glaubten, dass der US-Notenbank Fed eine weiche Landung der US-Wirtschaft gelingt.

"Und aus Angst vor Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum und den Unternehmensgewinnen werden Aktien verkauft. Die Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger ist im Moment äußerst gering. Und das ist auf der anderen Seite des Atlantiks besonders deutlich zu spüren", verwies Altmann auf die sehr schwachen US-Börsen am Mittwoch.

Marktexperte Christian Henke vom Broker IG sieht das ähnlich: "Die Anleger haben zuletzt die bekannten Belastungsfaktoren wohl zu früh verdrängt und bekommen nun dafür die Quittung." Der Markt habe die jüngsten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell, solange die Zinsen zu erhöhen, bis die Inflation rückläufig sei, einfach ignoriert. Plötzlich sei die Angst zurück, dass damit die US-Konjunktur abgewürgt wird, ergänzte Henke.

Aus Branchensicht gehörten Technologiewerte zu den größten Verlierern. Sie litten unter einer Umsatzwarnung von Cisco. Am späten Mittwochabend hatte der US-Telekomausrüster die Anleger mit der Warnung erschreckt, dass die Corona-Lockdowns in China und andere Lieferunterbrechungen das Umsatzwachstum im laufenden Quartal in etwa halbieren werden. Die Cisco-Aktie brach nachbörslich um rund 13 Prozent ein.

Dies wirkte sich auch auf die Papiere des Halbleiterkonzerns Infineon aus, die um 2,6 Prozent nachgaben. Die Titel der auf die Chipindustrie ausgerichteten Wacker Chemie und deren Beteiligung Siltronic gehörten mit Verlusten von 5,3 und 3,3 Prozent zu den schwächsten Werten im MDax. Die Anteilsscheine des Laserspezialisten LPKF und des Hightech-Anlagenbauers PVA Tepla sackten im SDax um 3,6 und 3,8 Prozent ab.

Unter Druck standen auch Autowerte. So ging es für die Anteile der Porsche-Holding und Daimler Truck mit Verlusten von jeweils 2,8 Prozent am deutlichsten bergab. Aber auch Continental, Volkswagen, BMW und Mercedes Benz Group gaben jeweils mehr als zwei Prozent nach. Seit die Branche in Europa unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges im März auf ein 16-Monats-Tief gesackt war, hat sie sich hiervon nur teilweise erholt. So lastet auch die Sorge um die anziehenden Treibstoffkosten und die Lieferkettenprobleme auf der Branche.

Bei den Einzelwerten fielen Ceconomy mit einem Kursrückgang von 6,8 Prozent besonders negativ auf. Zuletzt hatten große US-Handelsunternehmen wie Walmart und Target vor Umsatzeinbußen gewarnt und die Anleger mit gekürzten Jahreszielen geschockt. Die Gewinnmargen der Einzelhändler gerieten durch die hohe Inflation und die steigenden Transport- und Lohnkosten gehörig unter Druck, erläuterte Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. "Die Teuerung zwingt die Verbraucher dazu, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben, womit ihnen entsprechend weniger für die Produkte zur Verfügung steht, die für die Unternehmen aufgrund höherer Margen profitabler sind", schrieb der Experte.


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Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

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