Unternehmen

Trotz Umsatzplus: Trübe Aussichten für Lebensmittelhersteller

Die deutsche Ernährungs-Industrie erwirtschaftet zwar ein Umsatzplus, sieht aber harten Zeiten entgegen.
06.06.2022 10:00
Aktualisiert: 06.06.2022 10:00
Lesezeit: 1 min

Trotz oder gerade wegen der höheren Preise: Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im März 2022 einen Umsatz von insgesamt 18,5 Milliarden Euro. Damit übertraf sie das Vorjahresergebnis um 11,8 Prozent. Der Grund: Steigende Preise glichen einen um 2,6 Prozent gesunkenen Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat aus.

Allein auf dem inländischen Markt erzielten die Lebensmittelhersteller einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro und bauten das Vorjahresergebnis damit um 13,6 Prozent aus. Dabei erreichte die Branche bei steigenden Verkaufspreisen von plus 12,9 Prozent immerhin noch einen Absatzzuwachs von 0,6 Prozent.

In den ausländischen Märkten hingegen wurde ein Umsatzergebnis von 6,2 Milliarden Euro erzielt, das in erster Linie auf gestiegene Ausführpreise von 19 Prozent zurückzuführen ist.

Die Lebensmittelhersteller beklagen vor allem, dass die gestiegenen Agrar-Rohstoffmärkte, allen voran die Getreidemärkte, eine Belastung für sie sind. Im April 2022 etwa lag der HWWI-Rohstoffpreisindex - der ein wichtiger Indikator für Preisentwicklungen auf den Weltrohstoffmärkten ist - um rund 52,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Das ist eine Entwicklung, die die Hersteller in erster Linie auffangen, indem sie die Preissteigerungen schlussendlich auf die Verbraucher abwälzen. So stiegen die Lebensmittelpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,0 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 7,4 Prozent.

Und: Die Mehrheit der Lebensmittelhersteller erwarten für die kommenden Monate ein sinkendes Geschäft und ein sich verschlechterndes Konsumklima.

Hintergrund: Die Ernährungsindustrie ist mit einem jährlichen Umsatz von 185 Milliarden Euro der viertgrößte Industriezweig Deutschlands. Dabei beschäftigt sie 610.000 Mitarbeiter in insgesamt 6.100 Betrieben. Rund 90 Prozent der Unternehmen gehören dem Mittelstand an.

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