Wirtschaft

Russische Energie: Deutschland in Europa Abnehmer Nummer eins

Deutschland ist nach China der zweitgrößter Importeur russischer Energie auf dem Weltmarkt.
15.06.2022 11:05
Aktualisiert: 15.06.2022 11:05
Lesezeit: 1 min
Russische Energie: Deutschland in Europa Abnehmer Nummer eins
Das Betriebsgelände Bierwang: Erdgasspeicher mit Kühlanlage. (Foto: dpa) Foto: Matthias Balk

Trotz Ukraine-Konflikt: Deutschland ist nach China der zweitwichtigste Importeur russischer Energie und hat dabei 12,1 Milliarden Euro an Russland überwiesen. Frankreich hat seit Beginn des Krieges die Importe russischer Energie sogar erhöht. Das geht aus dem veröffentlichten Bericht des in Finnland ansässigen Center for Research on Energy and clean Air /(CREA) hervor.

Demnach hat Russland zwischen dem 24. Februar und dem 3. Juni, 93 Milliarden Euro an Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe erzielt. Dabei entfielen 61 Prozent der fossilen Exporte Russlands auf die EU. Das entspricht einer Gesamtsumme von 57 Milliarden Euro.

Zwar hat die Europäische Union vor kurzem ein schrittweises Embargo für russische Ölimporte beschlossen, allerdings ist russisches Gas, von dem der Wirtschaftsblock stark abhängig ist, davon nicht betroffen.

Unter den Einzelstaaten war China mit 12,6 Milliarden Euro der wichtigster Kunde Russlands, gefolgt von Deutschland mit 12,1 Milliarden und Italien mit 7,89 Milliarden. Die Einnahmen Russlands stammen mit 46 Milliarden Euro in erster Linie aus dem Verkauf von Rohöl, gefolgt von Gas in Pipelines mit 24 Milliarden Euro.

Während einige Länder wie Polen, Finnland und die baltischen Staaten ihre Importe seit Kriegsbeginn reduziert haben, haben andere wie China, Indien und EU-Mitglied Frankreich die Einkäufe erhöht.

Der Experte und CREA-Analyst Lauri Myllyvirta betonte dabei, dass es sich bei den Energie-Einkäufen von Frankreich aus Russland um sogenannte Spot-Geschäfte handelt und nicht um langfristige Lieferverträge.

Das bedeutet, dass sich Frankreich trotz der Invasion in der Ukraine bewusst für die Nutzung russischer Energie entschieden hat. „Frankreich muss seine Taten mit seinen Worten in Einklang bringen“, forderte Myllyvirta. „Wenn es die Ukraine wirklich unterstützt, muss es sofort ein Embargo für russische Energieträger einführen und schnell saubere Energie und Energieeffizienzlösungen entwickeln.“

Durch die Erhöhung seiner Importe ist Frankreich zum weltweit größten Käufer von russischem LNG aufgestiegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld: Hamburg Direct Bank hebt Aktionszins für Tagesgeldkonto an
29.08.2026

Ein höherer Aktionszins und eine verlängerte Garantie machen das Tagesgeld der Hamburg Direct Bank noch interessanter. Weil Experten eine...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Warsh verspricht Kampf gegen die Inflation; S&P 500 und Chipwerte geben nach
28.08.2026

Wie die jüngsten Signale der US-Notenbank und überraschende Einzelmeldungen die Wall Street in Bewegung versetzen.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt 2.000 Fälle pro Tag: Wie das Legal-KI JUPUS aus Köln von der Kanzleikrise profitiert
28.08.2026

Weil Anwaltskanzleien keine Fachkräfte finden, boomt das Legal Tech von René Fergen. Das Unternehmen lässt eine KI die...

DWN
Immobilien
Immobilien Nebenkostenabrechnung prüfen: Wo Mieter sparen und widersprechen können
28.08.2026

Heizung, Wasser, Müllabfuhr oder Hausreinigung – Nebenkosten umfassen viele laufende Ausgaben rund ums Wohnen. Doch nicht jede Position...

DWN
Politik
Politik Koalition: Union und SPD setzen sich ehrgeizige Ziele bis Jahresende
28.08.2026

Union und SPD wollen mit dem "Mut von Münster" mehrere umstrittene Reformen durch den Bundestag bringen. An der Spitze der Koalition ist...

DWN
Politik
Politik Facharzttermine ab 2028: Forderung nach stärkerer Steuerung mit Anreizen
28.08.2026

Patientinnen und Patienten sollen künftig gezielter durch das Gesundheitssystem geführt werden. Aus Sicht der Ärzteschaft braucht es...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sozialreformen verunsichern: 81 Prozent sorgen sich um ihre finanzielle Absicherung
28.08.2026

Die Debatte über mögliche Einschnitte bei Rente, Krankenversicherung und Pflege verunsichert viele Menschen in Deutschland. Eine neue...

DWN
Politik
Politik Atomwaffen: Bundesregierung dementiert Finanzierungspläne
28.08.2026

Die Bundesregierung weist einen Bericht über mögliche deutsche Gelder für britische und französische Atomwaffenprogramme zurück....