Finanzen

Coinbase kündigt mitten im Krypto-Crash drastischen Stellen-Abbau an

Die größte amerikanische Krypto-Börse will große Teile ihrer Belegschaft entlassen.
14.06.2022 16:00
Lesezeit: 1 min

Die größte amerikanische Krypto-Börse Coinbase will ihre Mitarbeiterzahl drastisch reduzieren. Es gehe darum, die Ausgaben zu senken, um im Fall eines längeren wirtschaftlichen Abschwungs zu bestehen, sagte Coinbase-Chef Brian Armstrong am Dienstag. Der Online-Handelsplatz für Digitalanlagen wie Bitcoin will rund 18 Prozent seiner Beschäftigten entlassen - rund 1100 Mitarbeiter.

Inflations- und Rezessionsängste sorgen derzeit für hohe Nervosität bei Anlegern und haben den Kryptomarkt zuletzt besonders heftig unter Druck gebracht. Die Aktien von Coinbase sind allein in den vergangenen fünf Handelstagen um mehr als ein Viertel gefallen. Krypto-Börsen wie Coinbase verdienen durch Gebühren an Transaktionen mit Bitcoin und Co. Bei Handelsflauten leidet das Geschäft.

Armstrong nannte in einem Brief an die Mitarbeiter eine bevorstehende Rezession als Hauptgrund für seine Entscheidung:

Die wirtschaftlichen Bedingungen ändern sich schnell: Wir scheinen nach einem Wirtschaftsboom von mehr als 10 Jahren in eine Rezession einzutreten. Eine Rezession könnte zu einem weiteren Krypto-Winter führen und über einen längeren Zeitraum andauern. In den vergangenen Krypto-Wintern sind die Handelseinnahmen (unsere größte Einnahmequelle) deutlich zurückgegangen. Obwohl es schwierig ist, die Wirtschaft oder die Märkte vorherzusagen, planen wir immer für das Schlimmste, damit wir das Geschäft in jeder Umgebung betreiben können.

Hier gelangen Sie zum ganzen Brief des Coinbase-Chefs (englisch) an die Mitarbeiter.

Ausverkauf geht weiter

Kryptowährungen wurden auch am Mittwoch weiter verkauft. Bitcoin verbilligt sich um 3,5 Prozent auf 21.230 Dollar, Ethereum verliert mehr als fünf Prozent auf 1123 Dollar. Liquiditätsprobleme beim Verleiher von Kryptowährungen Celsius Network hatten die Unsicherheit der Anleger zum Wochenstart verstärkt. "Es ist gut möglich, das Celsius gerade im großen Stil Kryptowährungen verkaufen muss, um Margin Calls zu decken", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Die Situation scheint sich nicht zu beruhigen." Zudem fürchten Investoren, dass die US-Notenbank mit drastischen Zinserhöhungen die Konjunktur abwürgt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Steigende Ausschüttungen: Diese Dividendenaktien gelten als besonders robust
03.05.2026

Dividendenaktien mit jahrzehntelang steigenden Ausschüttungen gelten als stabiler Baustein für langfristige Anleger. Doch wie sinnvoll...

DWN
Politik
Politik AfD bei 28 Prozent - vor der Union: 76 Prozent mit Bundesregierung unzufrieden
03.05.2026

Bald ein Jahr ist Schwarz-Rot im Amt, doch innerhalb der Bevölkerung herrscht wenig Optimismus für die Zukunft der Koalition. Und was...

DWN
Finanzen
Finanzen Hin und Her macht Taschen leer: Wenn Emotionen den Markt treiben
03.05.2026

Die Börse zittert – nicht wegen Fakten, sondern wegen Stimmungen. Tweets, Schlagzeilen und kurzfristige Impulse treiben Kurse in...

DWN
Finanzen
Finanzen Kunst als alternative Geldanlage: Warum Einsteiger oft klein beginnen müssen
03.05.2026

Der Aufbau einer Sammlung wirkt für viele komplex und exklusiv, doch zunehmend rücken auch erschwingliche Objekte als alternative...

DWN
Finanzen
Finanzen V2G für E-Autos: Wie Fahrzeughalter am Strommarkt verdienen könnten
03.05.2026

E-Autos könnten mit V2G künftig stärker in das Stromnetz eingebunden werden und Besitzern neue Einnahmen ermöglichen. Welche Hürden...

DWN
Politik
Politik Energiepreise: EU erlaubt mehr Staatshilfen für Industrie und Landwirte
03.05.2026

Die Industrie ächzt unter hohen Energiepreisen, Landwirte sorgen sich mit Blick auf Düngemittel. Die EU-Staaten dürfen ihnen deshalb...

DWN
Panorama
Panorama Kultfahrzeuge aus der DDR: Warum Trabant, Wartburg und Simson weiterleben
03.05.2026

Einst ausgemustert, heute begehrt: Fahrzeuge aus der DDR gelten als Kultobjekte mit wachsender Fangemeinde. Doch hinter dem nostalgischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Stagflationsschock: EU warnt vor Finanzkrise durch milliardenschwere Energiepreisbremsen
03.05.2026

Die EU-Kommission warnt vor einer Finanzkrise infolge des Irankriegs. Grund sind die um 60 Prozent gestiegenen Energiepreise und drohende...