Politik
Anzeige

Wer verlässt als nächstes die EU: Erst Brexit, dann Polexit, Frexit, ...?

Großbritannien hat die EU verlassen. Drohen jetzt noch weitere Austritte? Einige Staaten hätten durchaus gute Gründe dafür.
Autor
10.07.2022 09:07
Aktualisiert: 10.07.2022 09:07
Lesezeit: 2 min
Wer verlässt als nächstes die EU: Erst Brexit, dann Polexit, Frexit, ...?
Wie eng sind die osteuropäischen Staaten und Russland wirklich verknüpft? (Foto: dpa) Foto: Petr David Josek

Warum die Befürworter des Brexits mit ihrem Anliegen letztendlich erfolgreich waren, ist umstritten. Klar sind jedoch einige der schwerwiegenden Folgen von Großbritanniens Austritt aus der Gemeinschaft. So zeigte sich erstmals, dass die Macht des Projekts „EU“ Grenzen hat. Es wurde offenbar, dass ein EU-Austritt tatsächlich möglich ist – auch gegen den massiven Widerstand der Mehrheit der Eliten, und dies verlieh den Kritikern Brüssels auch in zahlreichen anderen Mitgliedstaaten einen Auftrieb, der bis heute anhält. Die Hauptgründe, warum viele Briten für den Brexit stimmten, waren die von Brüssel durchgesetzte überbordende Bürokratie, die starke Zuwanderung nach Großbritannien und der drohende Verlust der britischen Souveränität.

Osteuropäische Staaten

Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer fortgesetzten Integration in der EU mit dem möglichen Fernziel der Vereinigten Staaten von Europa sind heute die ehemaligen Staaten des Ostblocks. Denn im Osten wird dieser Weg viel eher als ein utopisches Projekt wahrgenommen.

Mit dem Ukraine-Krieg hat sich nun eine neue existentielle Belastungsprobe für den Zusammenhalt der EU ergeben. Es gibt nämlich einige osteuropäische Staaten, die nicht bereit sind, auf russische Energieträger zu verzichten und ihrer Wirtschaft damit einen unermesslichen Schaden zuzufügen. Dies ist weder ein Rechts-Links-Konflikt noch ein Ausscheren des gesamten Ostblocks. Denn zum Beispiel Polen war von Anfang an einer der größten Scharfmacher gegen Russland.

Doch der verweigerte Verzicht auf russische Energielieferungen durch Ungarn, die Slowakei und Tschechien ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung. Es offenbart sich hier auch eine andere Wertehierarchie, die eine gemeinsame EU-Außenpolitik auch in anderen künftigen Politikfeldern in Frage stellt. Während große Teile der EU den gemeinsamen Kampf für grüne Energien und gegen Russland für unabdingbar halten, wollen einige wenige Staaten an billigen Rohstoffen und Geschäften mit Russland im Allgemeinen festhalten.


DWN
Politik
Politik Experte: US-Angriff auf Venezuela ist ein „gigantischer Erfolg“ für Trump
05.01.2026

Die USA haben Venezuela militärisch angegriffen und Präsident Nicolás Maduro festgesetzt. Donald Trump spricht von einem Erfolg auf...

DWN
Politik
Politik Mehr Schutz für kritische Infrastruktur nach mutmaßlichem Anschlag gefordert
05.01.2026

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf das Berliner Stromnetz wird ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein für kritische Infrastruktur...

DWN
Panorama
Panorama Alkohol als Nationalgetränk? Warum er so günstig ist – und welche Folgen das hat
05.01.2026

Im europäischen Vergleich zählt Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten Alkoholpreisen. Bier, Wein und Spirituosen sind...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ökonom Adam Posen warnt vor Zinswende: Droht eine Rückkehr der US-Inflationskrise?
05.01.2026

Die US-Wirtschaft wirkt stabil, doch unter der Oberfläche mehren sich Risiken, die bislang kaum eingepreist sind. Steht die Welt vor einer...

DWN
Politik
Politik Euro-Beitritt Bulgariens: Eurostart trotz Protesten und innenpolitischem Druck
05.01.2026

Bulgarien führt den Euro inmitten einer innenpolitischen Krise ein und die Gesellschaft ist über den Kurs tief gespalten. Wird die neue...

DWN
Panorama
Panorama Stromausfall Berlin bis Donnerstag: Linksextremistische Vulkangruppe bekennt sich zum Anschlag
04.01.2026

45 000 Haushalte und 2200 Unternehmen sind plötzlich ohne Strom. Dunkelheit, Kälte, kein Netz: Nach einem Anschlag auf die Berliner...

DWN
Finanzen
Finanzen Generalsanierungen: Bahn will 2026 mehr als 23 Milliarden Euro ins Netz stecken
04.01.2026

Bahn und Bund treiben mit Rekordsummen die Sanierung des Schienennetzes voran. Warum Fahrgäste trotzdem weiter mit Verspätungen und...

DWN
Politik
Politik Ausblick 2026: Mehr Mindestlohn, teureres Deutschlandticket und steuerliche Änderungen
04.01.2026

Im neuen Jahr ändern sich in Deutschland mehrere wichtige Regelungen für Bürgerinnen und Bürger. 2026 steigt der Mindestlohn, das...