Politik
Werbung

Immer weniger Kinder: Zeit für die familienpolitische Wende

Lesezeit: 1 min
17.07.2022 07:00
Unternehmen, Pflegeeinrichtungen, die Rentenkassen: Sie alle stöhnen über zu wenige Mitarbeiter beziehungsweise Beitragszahler. Doch die verkannte Gefahr droht noch aus einer anderen Richtung.
Immer weniger Kinder: Zeit für die familienpolitische Wende
Forscher plädieren für die Einführung von Mütterquoten auf dem Arbeitsmarkt, um der demografischen Schieflage Einhalt zu gebieten. (Foto: dpa)
Foto: Alexander Zemlianichenko

Tatsache ist, dass die Folgen der demografischen Entwicklung wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Kinder, der jüngeren, aber zunehmend auch der älteren Generationen schweben. So ächzt das umlagefinanzierte deutsche Rentensystem bereits jetzt unter der Last einer immer älter werdenden Gesellschaft, der immer weniger Beitragszahler gegenüber stehen.

Debatte um Erhöhung des Rentenalters ist nur düsterer Vorbote

Doch die Folgen des demografischen Niedergangs machen nicht beim Rentensystem halt. Der Bevölkerungsschwund wird zunehmend auch zum Bremsklotz für wirtschaftliches Wachstum. Fatal dürfte es werden, wenn jüngere Generationen endgültig realisieren, dass sie Geld in ein System einzahlen, von dem sie mutmaßlich nicht mehr profitieren werden. Jetzt schon werben die Anbieter von Fonds und ETFs damit, eine sichere Alternative zur Rente zu bieten. Das allgemeine Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge schwindet zunehmend. Die gesellschaftlichen Folgen sind unabsehbar – neben zunehmend verloren gehender Solidarität zwischen den Generationen steht letztlich auch der Sozialstaat auf dem Spiel.

Verschiedene Staaten versuchen, mit einer angepassten Familienpolitik gegenzusteuern. Doch Kinder und Familien verringern die berufliche Mobilität, und je höher das potenzielle Einkommen einer Frau, desto höher sind die finanziellen Verluste, die sie bei Gründung einer Familie hinnehmen müsste. Dementsprechend schwierig dürfte sich ein Gegensteuern, selbst bei großem politischen Willen, gestalten. Ohnehin darf Familienpolitik nicht als Planspiel verstanden werden, bei dem Bevölkerungen nach Belieben reguliert werden können.

DWN
Politik
Politik Schwere Eskalation im Streit zwischen EU-Kommission und Polen

Der Feldzug der EU-Kommission stößt in Warschau auf entschlossenen Widerstand. Von „Oligarchie“, „Imperialismus“ und einer...

DWN
Politik
Politik Lindner will Steuerentlastung: Topverdiener profitieren am meisten

Der Finanzminister hat angesichts der hohen Preise eine Steuersenkung angekündigt. Jetzt legt er seine Pläne vor. Kritik gibt es auch...

DWN
Politik
Politik Aufschrei nach FBI-Razzia: Republikaner stellen sich hinter Trump

Nach der umstrittenen Razzia des FBI stellen sich die Republikaner hinter Trump – und seine Kandidaten gewinnen erneut Wahlen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Öl-Durchfluss durch Druschba-Pipeline gestoppt

Der Durchfluss durch die Süd-Route der wichtigen Druschba-Pipeline wurde gestoppt. Die Gründe sind derzeit unklar.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Umverteilung von Nord nach Süd nimmt Fahrt auf

Die EZB hat erneut viele Milliarden Euro in die hoch verschuldeten Staaten im Süden der Eurozone gepumpt. Dies geschieht auf Kosten von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Trotz Energie-Notstand: Deutscher Versorger liefert Gas nach Marokko

Der zweitgrößte Energieversorger Deutschlands liefert Gas nach Marokko. Angesichts der gegenwärtigen Umstände ist der Deal politisch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Insider: Großbritannien leitet kontaminiertes Gas in die EU

Großbritannien liefert verschmutztes, teilweise radioaktiv kontaminiertes, Gas in die EU. Es droht die Schließung wichtiger Pipelines.

DWN
Politik
Politik Wahlkampf in Italien: „Gott, Vaterland und Familie“

In Italien hat mittlerweile nach dem Sturz der Regierung von Mario Draghi der Wahlkampf begonnen. Schon jetzt zeigt sich, dass schwere...