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Symrise profitiert von starker Nachfrage nach Kosmetik und Haustiernahrung

Wegen der starken Nachfrage nach Kosmetik und Haustiernahrung erwartet der Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen Symrise wieder deutlich höhere Umsätze.
02.08.2022 11:13
Lesezeit: 2 min
Symrise profitiert von starker Nachfrage nach Kosmetik und Haustiernahrung
Eine Mitarbeiterin der Symrise AG, sitzt an einem sogenannten "Sniff Port" eines Gaschromatographen. (Foto: dpa) Foto: Swen Pförtner

Die Symrise AG mit Sitz in Holzminden in Niedersachsen erhöht nach deutlichen Zuwächsen im ersten Halbjahr die Umsatzprognose. "Insbesondere Anwendungen für Kosmetika, Feinparfümerie und Heimtiernahrung fragen Kunden stark nach", sagte Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram laut Mitteilung vom Dienstag. Aber "auch Lösungen für Getränke und Lebensmittel haben sich sehr gut entwickelt." Anleger an der Börse waren aber nicht so recht überzeugt.

Womöglich befürchteten einige Investoren, dass die weiterhin gute Entwicklung bei Symrise auch auf einem vorsorglichen Aufbau von Lagerbeständen der Kunden basieren könnte, um so weiteren Preiserhöhungen im inflationären Umfeld zuvor kommen zu wollen, hieß es aus dem Handel.

Analyst Andreas von Arx von der Baader Bank sprach indes von einer guten Geschäftsdynamik. Allerdings begrenze die im Branchenvergleich eher hohe Bewertung der Papiere das Kurspotenzial, wenngleich die Papiere im aktuellen Umfeld eigentlich ein "Must-have" für Anleger seien, die auf defensiv aufgestellte Wachstumsunternehmen setzen wollten.

Die Aktien fielen am Dienstag im frühen Handel um bis zu rund 4 Prozent, verringerten ihr Minus dann aber auf gut ein Prozent, was einen Kurs von 111,50 Euro bedeutete. Damit ergibt sich 2022 bislang ein Minus von gut 14 Prozent. So geriet Symrise mit dem Gesamtmarkt unter Druck, nach einem Rekordhoch von fast 133 Euro gegen Ende 2021. Zum Vergleich: Für den Dax summieren sich die Verluste im laufenden Jahr auf fast 16 Prozent.

Symrise kommen die Lockerungen und Aufhebungen von Corona-Beschränkungen in vielen Regionen zugute. Menschen essen wieder mehr in Restaurants. Die vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten reicht das Unternehmen mit Preiserhöhungen an die Kunden weiter.

Vor diesem Hintergrund rechnet Symrise-Chef Bertram für 2022 nun mit einem Umsatzwachstum aus eigener Kraft von deutlich mehr als 7 Prozent. Bisher wurde bei dieser Größe, die Übernahmen und Währungseffekte ausklammert, ein Plus von fünf bis sieben Prozent avisiert. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen ein organisches Umsatzplus von gut zehn Prozent.

Inklusive Portfolio- und Währungseffekten stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 18,5 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro. Dabei wuchs der Geschäftsbereich mit Haustiernahrung erneut prozentual zweistellig. Das Segment hatte Symrise in den vergangenen Jahren auch mit Übernahmen stark ausgebaut, etwa 2019 mit dem Kauf des US-Proteinanbieters ADF/IDF. Anfang 2022 kam mit einem kleineren Kauf noch der niederländische Hersteller von Proteinen aus Eiern, Schaffelaarbos, und zuletzt außerdem der chinesische Hersteller von Geschmacksstoffen für Heimtierfutter, Wing Pet Food, hinzu.

Der Bereich Heimtiernahrung gehört zur Sparte Taste, Nutrition & Health, die daneben auch die Geschäfte mit Aromen für Lebensmittel und Getränke sowie mit Zutaten etwa für Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel bündelt. Sie wuchs im ersten Halbjahr um mehr als ein Fünftel, organisch waren es 12,7 Prozent. Die Sparte Scent & Care rund um Duftstoffe, Parfümerie-Anwendungen und kosmetische Wirkstoffe legte mit einem Umsatzplus von gut 15 Prozent sowie 6,3 Prozent aus eigener Kraft nicht ganz so deutlich zu.

Vom Konzernumsatz blieben mit knapp 486 Millionen Euro rund 16 Prozent mehr als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hängen als vor einem Jahr. Damit ergibt sich für das erste Halbjahr eine Marge von 21,5 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt Symrise weiter eine Profitabilität um die 21 Prozent an. Zwar habe das Unternehmen beim operativen Gewinn auch von einem Einmaleffekt profitiert, doch selbst ohne diesen hätte dieser noch etwas über der Markterwartung gelegen, erklärte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research.

Unter dem Strich verdiente Symrise in den ersten sechs Monaten des Jahres 229 Millionen Euro und damit fast 17 Prozent mehr. Insgesamt schnitt das Unternehmen besser ab, als Analysten es im Durchschnitt erwartet hatten.

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