Unternehmen

Ukraine-Krieg: Drei deutsche Großpleiten

Während sich die Firmenpleiten im zweiten Quartal dieses Jahres in Grenzen hielten, mussten drei Unternehmen aufgrund des Ukraine-Krieges aufgeben.
31.08.2022 11:00
Lesezeit: 1 min
Ukraine-Krieg: Drei deutsche Großpleiten
Der Ukraine-Krieg führte im zweiten Jahresquartal zu drei Großpleiten (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Trotz Energiekrise, Inflation und Lieferkettenproblemen: Im zweiten Quartal dieses Jahres sind in Deutschland nur 19 Großunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro in die Insolvenz gegangen. Das sind 43 Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Jahres und nur zwei mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Insgesamt meldeten damit im ersten Halbjahr dieses Jahres 52 Großunternehmen Insolvenz an, rund 53 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Sollte es in diesem Takt weitergehen, dann lägen die Insolvenzen dieses Jahres im Schnitt der Jahre vor der Pandemie.

Drei der in Insolvenz gegangenen Unternehmen im zweiten Quartal des Jahres sind dem Ukraine-Krieg zum Opfer gefallen. Dabei handelt es sich um die CargoLogic Germany, eine am Flughafen Leipzig/Halle beheimatete Fracht-Airline, die zur russischen Volga-Dnepr-Gruppe gehörte und seit 2019 in Deutschland aktiv war.

Wegen der Sanktionen gegen russische Unternehmen wurde die deutsche Tochter so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass das Unternehmen aufgeben und alle 60 Mitarbeitern entlassen musste.

Und auch die Pleiten des Kranbauers Kocks Ardelt und des Stahlbauers Reuther STC gehen auf den Krieg in der Ukraine zurück. Beide Unternehmen aus Brandenburg bezogen nämlich ihren Stahl bisher hauptsächlich aus dem lange umkämpften ukrainischen Stahlwerk Asow bei Mariupol. Besonders tragisch: Kocks Ardelt hatte noch bis Ende 2023 gefüllte Auftragsbücher.

Die anderen deutschen Insolvenzen gehen hingegen auf das Konto der hohen Energiepreise, und Rohstoffkosten, aber auch auf die immer noch stark gestörten Lieferketten aufgrund der Corona-Krise in China zurück.

Allerdings bedeutet die Insolvenz eines Unternehmens nicht immer das endgültige Aus. So können sie zum Beispiel entweder durch eine Übernahme oder durch eine Neustrukturierung der Schulden gerettet werden. (ps)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue EU-Regeln und wie sie den europäischen Online-Unterhaltungsmarkt verändern

Die europäische Glücksspielbranche steht vor einer der größten Umbruchphasen ihrer Geschichte. Neue gesetzliche Regelungen innerhalb...

 

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Start-up selvendo: Wenn künstliche Intelligenz Unternehmensnachfolger für den Mittelstand sucht
22.05.2026

Rund 250.000 Unternehmen stehen in den kommenden Jahren vor dem Aus, weil sich kein Nachfolger findet. Das Start-up selvendo vermittelt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
22.05.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft im Alarmzustand: Fünf Daten zerlegen den Aufschwung
22.05.2026

Deutschland steht wirtschaftlich schlechter da, als das schwache Wachstum vermuten lässt. Industrie, Konsum, Inflation und Arbeitsmarkt...

DWN
Technologie
Technologie Strategische Aufrüstung: Hessen baut Drohnenzentrum für militärische Erprobung in Kassel
22.05.2026

Das Land Hessen und die TU Darmstadt forcieren den Aufbau eines spezialisierten Drohnenzentrums am Kassel Airport, das noch in diesem Jahr...

DWN
Politik
Politik Apotheke statt Arztpraxis? Bundestag beschließt weitreichende Reform der Patientenversorgung
22.05.2026

Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Durch neue Gesetzespläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU)...

DWN
Panorama
Panorama Tanken vor Pfingsten günstiger – Dieselpreis fällt auf Tiefstand seit März
22.05.2026

Pünktlich vor dem langen Pfingstwochenende können Autofahrer in Deutschland etwas aufatmen: Die Spritpreise sind zuletzt spürbar...

DWN
Politik
Politik Bürokratieabbau im Sozialsystem: Kindergeld soll ab 2027 automatisch ausgezahlt werden
22.05.2026

Familien in Deutschland sollen künftig deutlich weniger Bürokratie beim Kindergeld haben. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die...

DWN
Politik
Politik Strategie oder Belohnung? Trump schickt 5.000 zusätzliche Soldaten nach Polen
22.05.2026

Während die USA ihre Truppenpräsenz in Deutschland reduzieren, kündigt US-Präsident Donald Trump überraschend eine massive Aufstockung...