Wirtschaft

Immobilienkrise in China nimmt Fahrt auf

Die Immobilienkrise in China droht sich zu verschärfen. In 69 Städten sanken im August die Preise für Wohnungen, darunter auch Peking und Shanghai.
01.09.2022 12:04
Aktualisiert: 01.09.2022 12:04
Lesezeit: 1 min
Immobilienkrise in China nimmt Fahrt auf
Immobilienkrise in China: Auch in Peking sind die Häuserpreise zuletzt gefallen. (Foto: dpa) Foto: Mark Schiefelbein

Wie das landesweit größte Immobilienforschungsinstitut China Index Academy am Donnerstag in Peking mitteilte, gab es in 69 der untersuchten 100 Städte einen Preisrückgang im Vergleich zum Vormonat. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren. Betroffen sind auch Metropolen wie Peking und Shanghai - dort hatte es bereits im Juli ein Minus gegeben.

Obwohl der Rückgang meist nur gering ausfiel, gilt die Entwicklung doch als Alarmsignal für die jahrelang boomende Immobilienbranche, die etwa ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt der nach den USA größten Volkswirtschaft der Welt ausmacht.

Da die schlechten Nachrichten sich zuletzt gehäuft haben, hat die Zentralbank eingegriffen. Sie senkte vergangene Woche den Hypothekenzins für Hauskäufer, um die Nachfrage anzukurbeln. "Peking muss möglicherweise eine umfassendere Lösung in Betracht ziehen, um das Dilemma auf dem Immobilienmarkt zu lösen", schrieben die Ökonomen des Finanzhauses Nomura.

Der chinesische Bankenriese ICBC sieht sich wegen der Immobilienkrise mit steigenden Forderungsausfällen konfrontiert. Bis Ende Juni stieg die Summe der faulen Kredite auf 38,8 Milliarden Yuan (5,6 Milliarden Euro), wie aus der Halbjahresbilanz der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) hervorgeht. Die ICBC steht mit ihrem Problem nicht alleine da. Die gemessen an der Bilanzsumme größte Bank der Welt ist bereits die dritte chinesische Großbank, die steigende Forderungsausfälle im Immobiliensektor meldet.

Die Pleite von Bauträgern hat in den vergangenen Monaten zum Aus oder zur Verzögerung von Wohnungsbauprojekten geführt. Viele Chinesen boykottierten die Zahlung ihrer Hypotheken. Die Baubranche steht dabei nicht nur wegen der Corona-Pandemie unter Druck.

Die Regierung hat ihre Kampagne gegen Spekulanten verschärft - auch aus Sorge vor einer Preisblase. Zudem hat die Krise um den angeschlagenen Immobilienriesen Evergrande viele potenzielle Hauskäufer verschreckt. Um gegenzusteuern, haben seit Jahresbeginn mehr als 80 Städte Maßnahmen ergriffen, um die Nachfrage anzukurbeln. Dazu gehören Subventionen, niedrigere Hypothekenzinsen und geringere Anzahlungen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

DWN
Panorama
Panorama USA-Dynastien: Amerikas heimliche Herrscher
10.07.2026

Amerika feiert sich als Republik ohne Könige und ererbte Macht. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: Familien wie Adams, Rockefeller,...

DWN
Politik
Politik Die russische Kraftstoffkrise greift auf die Nachbarländer über
10.07.2026

Der Kreml warnt, dass er den Export von Kraftstoffen verbieten könnte. Einige Nachbarländer haben jedoch keine andere Alternative als...

DWN
Politik
Politik Ein Donnerschlag im Paradies: Trumps „Vertrauensfrau“ Giorgia Meloni macht Platz für einen Anderen
10.07.2026

Trouble in paradise. So könnte man das Verhältnis zwischen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald...

DWN
Politik
Politik Endgültiges Aus für das Heizungsgesetz der Ampel: Bundestag beschließt Kehrtwende beim Heizen
10.07.2026

Das hochumstrittene Gebäudeenergiegesetz der ehemaligen Ampel-Koalition steht vor dem endgültigen Aus. Der Bundestag stimmt am heutigen...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin unter Druck: Warum die nächste Rally auf sich warten lässt
10.07.2026

Der Bitcoin steckt in der Krise: Der Kurs fällt, Anleger ziehen Kapital ab und setzen lieber auf KI-Aktien. Gleichzeitig wird Mining durch...

DWN
Technologie
Technologie Schutz vor Blackouts? Bundesrat beschließt Milliarden-Paket für neue Gaskraftwerke
10.07.2026

Deutschland rüstet sich gegen drohende Stromengpässe: Nach dem Bundestag hat nun auch die Länderkammer das neue Kraftwerksgesetz...

DWN
Politik
Politik Milliarden-Sparkurs bei Gesundheit: Bundestag beschließt umstrittene Reform mit knapper Mehrheit
10.07.2026

Der Bundestag hat nach einer hitzigen Debatte das milliardenschwere Sparpaket der schwarz-roten Koalition verabschiedet. Das Gesetz soll...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bürokratieabbau beschlossen: Bundesrat macht Weg für schnellere Verkehrsprojekte frei
10.07.2026

Der Ausbau und die Sanierung der deutschen Infrastruktur sollen drastisch beschleunigt werden. Nach dem Bundestag hat nun auch der...