Politik

Drogenkonsum bei intelligenten Jugendlichen am höchsten

Lesezeit: 1 min
25.11.2013 01:18
Intelligente Kinder beginnen zwar später mit dem Konsumieren, nehmen dafür dann aber deutlich mehr Drogen. Noch ist das menschliche Gehirn in Bezug auf Lernprozesse und Suchtverhalten noch nicht vollkommen entschlüsselt.
Drogenkonsum bei intelligenten Jugendlichen am höchsten

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Umfangreiche Studien zum Thema Alkohol und Intelligenz wurden in den letzten Jahren vermehrt veröffentlicht. Brit und Udo Schneider, Forscher aus Bayreuth, fanden einem Bericht von DocCheck zufolge heraus, dass Männer und Frauen, die einen Hochschulabschluss absolviert haben, deutlich mehr Alkohol konsumieren als solche ohne Hochschulabschluss.

Ebenfalls wurden die schädlichen Wirkungen von Alkohol in der Schwangerschaft nochmals deutlich bestätigt. Die „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ belegt, dass bereits ein Glas Bier oder Wein innerhalb eines Zeitraumes von 14 Tagen ausreicht, um negative Auswirkungen auf den IQ des Kindes auszuüben.

Eine langjährige Studie aus Großbritannien brachte indes überraschende Ergebnisse. Probanden wurden im Alter von fünf Jahren einem Intelligenztest unterzogen. Im Alter von 16 und 30 Jahren wurden sie dann über ihren Drogenkonsum befragt. Das Resultat: Je intelligenter die Probanden als Fünfjährige waren, desto häufiger nahmen sie im späteren Leben Drogen. Vor allem bei der Gruppe der überdurchschnittlich intelligenten Probanden war dieser Zusammenhang besonders ausgeprägt. Bei Frauen waren Cannabis und Kokain sehr beliebt, Männer griffen eher zu Amphetaminen und Ecstasy.

Eine Folgestudie konnte dieses Ergebnis für die Frauen bestätigen. Hatten Frauen in jungen Jahren einen 15 Punkte höheren IQ, konsumierten sie später deutlich häufiger Drogen. Bei Männern ergab sich indes kein klares Bild. Der Umkehrschluss ist ebenfalls interessant: Wer in der Jugend häufig Cannabis konsumiert, senkt sein IQ-Potenzial um bis zu zehn Punkte.

Allerdings wurde bei dieser Studie der sozioökonomische Status nicht berücksichtigt. Außerdem fehlen Angaben zu den Gründen des Drogenkonsums und zur Dauer sowie zu der Menge der Drogen, die konsumiert wurden. Fraglich ist auch die Stabilität des Intelligenzquotienten. Noch ist das menschliche Gehirn in Bezug auf Lernprozesse und Suchtverhalten nicht vollkommen entschlüsselt. Mit fortschreitendem Alter können die Teilnehmer eines IQ-Tests diesen noch bis zu 20 Punkte verbessern oder verschlechtern.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bloß raus aus Russland: Rückzug westlicher Firmen wird zum Eigentor

Als der Ukraine-Krieg begann, wurden westliche Unternehmen zum Rückzug aus Russland gedrängt. Dieser ist zwar schnell verkündet. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskante Wette: US-Pensionsfonds setzen verstärkt auf Hebelwirkung

Die staatlichen Pensionsfonds in den USA investieren massiv mit geliehenem Geld. Dies soll die Renditen steigern und die großen...

DWN
Politik
Politik Angriffsdrohungen und ein mysteriöser Brief: Lukaschenko und der Krieg

Der weißrussische Machthaber gilt zwar als Unterstützer Putins, hielt sich bislang aber aus dem Ukraine-Krieg raus. Dann kamen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Energieriese soll mit Steuergeld gerettet werden

Erst die Banken, dann die Fluglinien und jetzt die Energieriesen. Erneut bittet eine Branche darum, mit Steuergeldern gerettet zu werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN: In eigener Sache

Die Geschäfsführung der DWN über die Neubesetzung der Chefredaktion.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Historisches Handelsdefizit: „Rohstoff-Zeitalter“ bedroht Deutschlands Wohlstand

Der „Exportweltmeister“ Deutschland erzielt ein historisches Defizit - ein Fingerzeig, wohin die Reise im nun angebrochenen...