Politik

Britische Polizei erwartet Ausschreitungen bei Olympischen Spielen

Lesezeit: 1 min
04.07.2012 02:28
Die sich fortsetzende wirtschaftliche Not der Menschen in Großbritannien schürt bei der britischen Polizei die Sorgen, dass es in diesem Jahr zu noch stärkeren sozialen Unruhen kommen könnte als 2011. Angesichts der Olympischen Spiele und der Sparmaßnahmen auch im Sicherheitsbereich könnte dies katastrophale Folgen haben.

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Geheimpapier – Wie Banken und Politik mit dem Geld der Sparer spekulieren

In etwas mehr als drei Wochen finden in London die Olympischen Spiele statt. Ein Event der Superlative, das jedoch unter keinem guten Stern stehen könnte. Da sich die wirtschaftliche Not vieler Briten im Zuge der Schuldenkrise vergrößert hat, erwartet die britische Polizei noch stärkere soziale Unruhen als im vergangenen Jahr. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Guardian und der London School of Economics hervor, bei der 130 Polizisten, die 2011 in die Unruhen verstrickt waren, befragt wurden.

Einerseits erwarten die Polizisten eine Wiederholung der Ausschreitungen, so die Studie, und andererseits fürchten sie, nicht die nötigen Ressourcen aufbieten zu können, um im Fall des Falles entsprechendes zu verhindern bzw. zu beruhigen. Die britische Regierung will im Zuge der Sparmaßnahmen rund 20 Prozent des Polizei-Budgets kürzen, die Gehälter der Polizisten sollen teilweise eingefroren und die Rentenbeiträge erhöht werden. „Die Polizisten sagten, das weitere Ausschreitungen wahrscheinlich seien“, so die Studien, „und viele von ihnen machen die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen als Ursache dafür verantwortlich“. Viele der Befragten rechnen damit, dass derartige Unruhen sehr wahrscheinlich seien oder sogar „unmittelbar bevorstehen“.

Dass die Sicherheit zu den Olympischen Spielen unter internationaler Kontrolle ist, kann die Polizisten nicht beruhigen. „Ich denke, wenn in schlechten wirtschaftlichen Zeiten, heißes Wetter und irgendeine Art von Ereignis zusammentreffen, (…) ist meine Antwort: Ja, es könnte sein”, gab ein Polizeipräsident aus Manchester an. „Weil ich nicht glaube, dass sich irgendetwas zwischen den Ereignissen im vergangenen August und dem hier und jetzt verändert hat“, fügt er hinzu. „Das einzige, was anders ist, ist das die involvierten Leute damals bemerkt haben, dass Ausschreitungen lustig sind“.

Die Unruhen im vergangenen Jahr begannen zunächst mit friedlichen Protesten, bis am 4. August ein Mensch von der Polizei getötet wurde. Tausende zornige junge Menschen randalierten daraufhin in den Straßen von London und anderen Großstädten, plünderten Geschäfte und legten Gebäuden in Brand. Bereits damals reagierte die Polizei zu langsam und war unvorbereitet, aber mit der derzeitigen Schwäche der Polizei könnte dies bei neuen sozialen Unruhen zu noch größeren Problemen führen.

Der HMCI, ein unabhängiger Polizei-Watchdog, teilte am Montag mit, dass geplant sei, die Polizeikräfte um 6 Prozent (5.800 Polizisten) zu senken, um Ausgaben zu kürzen. Und die Finanzierungslücke von 302 Millionen Pfund könnte eine weitere Reduktion der Polizeikräfte zur Folge haben, so der Watchdog.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Die Stärke des Rubels ist nur eine Inszenierung: Verscherzt Putin es sich mit dem russischen Volk?

Russland macht die Welt glauben, dass niemand dem Rubel etwas anhaben kann. Doch in Wahrheit hält die russische Zentralbank den Kurs...

DWN
Finanzen
Finanzen Ackerland statt Aktien?

Auch Wein, Gemälde oder Devisen können Gewinne abwerfen. Im brandneuen DWN-Magazin "Alternative Investments: Ausweg aus dem Nullzins"...

DWN
Technologie
Technologie Schnelles Internet auf dem Mond geplant

Auf dem Mond soll es künftig ein Internet geben, das im Unterschied zum Netz auf der Erde flächendeckend sein soll.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Ukrainisches Militär räumt Rückschlag in wichtiger Stadt Lyman ein

Das ukrainische Militär hat einen Rückschlag im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Donbass eingeräumt.

DWN
Deutschland
Deutschland Katholikentag 2022 fordert mehr Waffen für den Ukraine-Krieg

Zum Katholikentag 2022 kam nur ein Bruchteil der Teilnehmer. Die staatliche Förderung floss dennoch in gleicher Höhe. Wichtigste...

DWN
Deutschland
Deutschland Der Fachkräftemangel wird sich auf Jahre weiter verschärfen

Schon jetzt fehlen der deutschen Wirtschaft Fachkräfte an allen Ecken und Enden. Und der Engpass wird sich in den kommenden Jahren noch...

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen hoher Inflation: Bürger verzichten auf teuren Spargel

Spargel gilt als Edelgemüse. Daher halten sich die Bürger vor dem Hintergrund hoher Inflation mit Käufen zurück. Dies bekommen die...