Politik

Industrie will Kinder ködern: Milch soll heimlicher Softdrink werden

Lesezeit: 1 min
22.11.2013 23:16
Die Agrar-Industrie in den USA will die gesetzliche Definition für Milch ändern. Demnach soll die Kennzeichnungs-Pflicht für Geschmacks- oder Zusatzstoffe fallen. Mit diesem Trick sollen der Trend gestoppt werden, dass immer weniger Kinder Milch trinken.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Milch soll nicht mehr nur Milch enthalten. Die Vereinigung der Milchbauern (NMPF) und der Milchindustrieverband (IDFA) wollen die Definition von Milch in den USA so ändern, dass Süßstoffe und andere Zusätze nicht mehr deklariert werden müssen. Das gab die Food and Drug Administration (FDA) bekannt.

Geht die Petition durch, wird Milch nicht mehr das sein, was sie heute ist. Es geht um die Kennzeichnungs-Standards von Milch und 17 weiteren Milchprodukten.

Erlaubt wäre dann, jegliche Süß- und Geschmacksstoffe beizumengen, ohne sie auf der Vorderseite der Verpackung anzugeben. Aus einem „Milchgetränk“ wird „Milch“.

Die Industrie will so vor allem Kinder erreichen. Die Hoffnung: gesüßte Milch schmeckt den Kindern besser. Ernährungswissenschaftler fürchten, dass durch die fehlende Kennzeichnung Eltern annehmen, ihre Kinder trinken etwas Gesundes, Natürliches. Die Academy of Nutrition and Dietetics fordert die FDA auf, die Petition abzulehnen.

Seit 1975 ist der Milchkonsum in den USA um 25 Prozent eingebrochen. Jetzt sollen also verheimlichter Aspartam-Zusatz, Erdbeer- oder Schokoladengeschmack die Industrie aus dem Umsatz-Tief holen, berichtet CBS.

Süßstoffe wie Aspartam stehen unter Verdacht, Kopfschmerzen, auszulösen, wie eine Studie der Universität von Washington beweist. Auch Schwindel, Müdigkeit, asthmatische Reaktionen und Schwankungen des Blutzuckers gelten als Nebenwirkungen des künstlichen Süßstoffs. Die Academy of Nutrition und Dietetics weist in ihrem Schreiben an die FDA auf das mangelnde Wissen über Auswirkungen von Süßstoffe hin.

Ein Grund für den geringeren Milch-Konsum ist das Ansteigen von Allergien. Milch ist – auch ohne versteckte Zusatzstoffe – bei weitem nicht so gesund, wie viele glauben (mehr hier in einer Harvard-Studie).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Trumps Energie-Politik wird revidiert: Biden bittet die Saudis um „bezahlbares Öl“

In den USA findet eine Umkehr von bislang herrschenden Dogmen in der Energiepolitik statt.

DWN
Politik
Politik Aerosol-Forscher schreiben Brandbrief an Merkel: Ausgangssperren sind absurd und gefährlich

Die von der Bundesregierung per Sondergesetz geplanten Ausgangsbeschränkungen sind kontraproduktiv, sagen Aerosol-Forscher.

DWN
Politik
Politik Türkische Militärstrategen loben deutsches „Kriegertum“ und Bundeswehr

In einer Sendung über die Nato und den Ukraine-Konflikt sagten türkische Militärstrategen, dass Deutschland, Russland, die Türkei und...

DWN
Politik
Politik Brückenkopf nach Europa: USA und Russland wollen China in der Ukraine schlagen

Wenn es in der Ukraine zu einer Eskalation kommen sollte, würde dies einen weiteren Schlag gegen die Neue Seidenstraße Chinas nach sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Raus ins Grüne: Wie Sie ein Ferienhaus kaufen

Nicht erst zu Zeiten von Corona zieht es viele Menschen ins Grüne – darunter auch den Autor dieses Textes. Im Sommer 2020 hat er sich...

DWN
Politik
Politik Volksgesundheit geht vor: Dänemark verzichtet komplett auf AstraZeneca-Impfstoff

Deutschlands nördlichster Nachbar Dänemark verabschiedet sich als erstes EU-Land komplett vom Einsatz des Corona-Impfstoffes...

DWN
Politik
Politik USA kündigen bedingungslosen Abzug aus Afghanistan an

Die USA kündigen an, ihre Truppen bis September aus Afghanistan abzuziehen. Deutschland und die anderen Alliierten müssen mitziehen. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Kapazitätsgrenze erreicht: Essener Klinik-Chef warnt vor "Triage vor den Mauern der Krankenhäuser"

Der Chef der Essener Uniklink spricht von einer "Selektion von Zuweisungen."