Finanzen

Draghi ratlos, Zinsen von Italien- und Spanien-Bonds explodieren

Lesezeit: 1 min
05.07.2012 16:50
Die Wirkung des EU-Gipfels ist vollends verpufft. Auch die Zinssenkung durch die EZB beeindruckte die Märkte nicht. Am Donnerstag Nachmittag ging es für spanische und italienische Bonds wieder steil nach oben. Mario Draghi wirkte bei der EZB-Pressekonferenz etwas ratlos.
Draghi ratlos, Zinsen von Italien- und Spanien-Bonds explodieren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Angst kehrt an die Märkte zurück. Während EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt die Entscheidung der EZB zur Zinssenkung des Leitzinses (hier) begründete, explodierten die Zinssätze für spanische und italienische Staatsanleihen erneut: Die 10-jährigen Italo-Bonds durchbrachen die 6 Prozent-Schwelle, spanische Papiere mit derselben Laufzeit erreichten 6,8 Prozent und nähern sich damit schon wieder gefährlich der als nicht mehr nachhaltig eingestuften 7 Prozent Marke (schon am Morgen war es nach oben gegangen - hier).

Mario Draghi hatte dagegen bei der EZB-Pressekonferenz versucht, dem Tag auch etwas Gutes abzugewinnen: Die Rückkehr der Iren an die Kapitalmärkte seien ein großer Erfolg, Grund zu applaudieren und könnten einen Hoffnungsschimmer darstellen, dass die Lage sich nicht noch mehr „anspanne“ (die Märkte sehen das indes ganz anders - hier).

Draghi, der müde und etwas fahrig wirkte, machte den Eindruck, dass auch die EZB mit der Entwicklung überfordert ist. Zwar wiederholte er mit einer gewissen Mechanik jene Phrasen, die er seit seinem Amtsantritt aus diplomatischem Comment verkünden muss. Sein Eingeständnis jedoch, dass die vor einem Monat noch als Möglichkeit eingestufte Verschlechterung der Lage nun zur Gewissheit geworden sei, zeugt nicht gerade von vitaler Zuversicht. Vor allem zeigt sich Draghi überrascht, dass nun ganz Europa von einer Rezession bedroht ist – und niemand, wohl auch die EZB nicht, weiß, wie es im Euro-Raum weitegehen soll.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik DWN-Recht: Dürfen nun Beamte, die der AfD angehören, gefeuert werden?

In den Reihen der als „Verdachtsfall“ eingestuften AfD befinden sich auch deutsche Beamte. Welche beruflichen und rechtlichen...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufsicht schließt Bremer Greensill Bank, stellt Strafanzeige

Die Bremer Greensill-Bank ist in schwere Turbulenzen geraten. Die Finanzaufsicht hat das Geldhaus geschlossen.

DWN
Politik
Politik Inlandsgeheimdienst legt Grundlagen für Überwachung der AfD

Rund ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall eingestuft. Dadurch...

DWN
Finanzen
Finanzen „Liebe Mutter, vergiss das Bargeld“: Der IWF macht Werbung für digitale Zentralbankwährungen

Der IWF schildert in einem fiktiven Gespräch zwischen einem Sohn und seiner Mutter, warum digitale Zentralbankwährungen viel praktischer...