Politik

Italien: Finanzminister Grilli will Tafelsilber veräußern

Lesezeit: 1 min
15.07.2012 23:56
Italiens Regierung beharrte bisher darauf, dass die staatliche Verschuldung des Landes nicht ausschlaggebend für die steigenden Kredite ist und kein Risiko bürgt. Nun will das Land mit dem Verkauf von öffentlichen Vermögenswerten seine Schulden bis 2018 deutlich reduzieren.
Italien: Finanzminister Grilli will Tafelsilber veräußern

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der italienische Ministerpräsident, Mario Monti, ist stolz auf die strukturellen Reformen, die er auf den Weg gebracht hat. Und er betont auch immer wieder gern, dass die gestiegenen Kreditkosten ungerechtfertigt sind (hier). Nicht das Land selbst ist verantwortlich für die Skepsis der Finanzmärkte. Bisher schien sich die Regierung Italiens auch nicht wirklich mit der Verschuldung des Landes auseinander zu setzen.

Doch nun kommt ein wenig Bewegung ins Spiel, wenngleich auch mit überschwänglichen Erwartungen. Der italienische Finanzminister, Vittorio Grilli, sagte in einem Interview mit der Zeitung Corriere della Sera, dass der Staat öffentliche Vermögenswerte veräußern werde. Bis zu 20 Milliarden Euro jährlich sollen durch diese Verkäufe über einen Zeitraum von 5 Jahren erzielt werden.

Jedes Jahr sollen Vermögenswerte im Wert von bis zu einem Prozent des BIP veräußert werden, so Vittorio Grilli. Dadurch und mittels eines Wachstums von einem Prozent jährlich könnte die Staatsverschulung „innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent“ reduziert werden. 2011 stieg die öffentliche Verschuldung auf 120,1 Prozent des BIP – in diesem Jahr wird sie der Regierung zufolge 123,4 Prozent erreichen.

Das Konzept erinnert stark an Griechenland: Erst vor kurzem hatte die griechische Regierung angekündigt, einen Großteil der Staats-Sanierung lieber auf Privatisierungen betreiben zu wollen als über Einsparungen im öffentlichen Dienst (hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland IWF und Bundesregierung planen die Enteignung des deutschen Mittelstands

DWN-Kolumnist Ernst Wolff fordert den Mittelstand auf, sich zu wehren - weil seine Existenz gefährdet ist.

DWN
Politik
Politik Gegenspieler von Papst Franziskus: Die Kräfte der Finsternis greifen nach der Macht

Im zweiten Teil des großen DWN-Interviews mit dem umstrittenen Erzbischof Carlo Maria Viganò gibt dieser weitere tiefe Einblicke in seine...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung will Fregatte in Krisengebiet schicken: Supermacht sendet Warnung

Einem Schiff der deutschen Marine steht eine heikle Mission bevor.

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik Erzbischof Carlo Maria Viganò: Der Tiefe Staat und die Tiefe Kirche verfolgen die gleiche Agenda

Im großen DWN-Interview legt der umstrittene Erzbischof Carlo Maria Viganò, der als Gegenspieler von Papst Franziskus gilt, seine Sicht...

DWN
Deutschland
Deutschland Tödliche Corona-Verläufe in Berlin am geringsten, in Sachsen-Anhalt am höchsten

Der Johns Hopkins University zufolge ist der Anteil der tödlichen Verläufe der Corona-Erkrankungen in Berlin und NRW deutschlandweit am...

DWN
Politik
Politik China wird aggressiver: Zwangsassimilation in der Inneren Mongolei

Peking hat verfügt, dass an den mongolisch-sprachigen Schulen in der Inneren Mongolei diverse Fächer nur noch auf Chinesisch unterrichtet...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin schwächelt: Ende des Bullenmarkts oder Chance zum Einstieg?

Seit seinem Rekordhoch am 21. Februar befindet sich Bitcoin in einer Phase der Schwäche. Doch Analysten erwarten weitere Rekorde, sobald...