Deutschland

Fresenius darf Rhön-Kliniken übernehmen

Lesezeit: 1 min
20.02.2014 15:18
Das Bundeskartellamt erlaubt dem Medizinkonzern Fresenius, von Rhön 40 Kliniken und 13 Versorgungszentren zu übernehmen. Nur in fünf Fällen verhinderten die Behörden den Verkauf. Der Preis liegt bei 3 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen direkt profitieren.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Bundeskartellamt hat den Weg für den bislang größten Zusammenschluss im deutschen Krankenhausmarkt frei gemacht. Die Wettbewerbshüter gaben dem hessischen Medizinkonzern Fresenius am Donnerstag grünes Licht für die 3 Milliarden Euro schwere Übernahme des größten Teils der Rhön-Klinikum-Krankenhäuser.

Die beiden Unternehmen mussten jedoch zuvor einige Zugeständnisse machen. „Wettbewerbliche Bedenken wurden auf vier Krankenhaus-Märkten festgestellt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Bedenken seien im Laufe des Verfahrens ausgeräumt worden.

Insgesamt übernehmen die zum Fresenius-Konzern gehörenden Helios-Kliniken nun 40 Kliniken und 13 medizinische Versorgungszentren von Rhön. Ursprünglich wollte Helios 43 Kliniken und 15 Zentren erwerben.

Um die Bedenken des Kartellamts hinsichtlich fehlender Alternativen für die Patienten vor Ort auszuräumen, nahmen die Unternehmen die Krankenhäuser von Rhön in Boizenburg, Cuxhaven und Waltershausen-Friedrichroda sowie zwei Versorgungszentren von der Verkaufsliste. Zudem verkaufte Fresenius sein Krankenhaus im Gebiet Borna/Zwenkau an die Verwaltungsgesellschaft HCM.

Die von Helios beabsichtigte Netzwerkvereinbarung mit Rhön werde vom Bundeskartellamt gesondert geprüft werden, teilte die Wettbewerbsbehörde mit.

Fresenius will mit seiner Klinik-Tochter Helios im Verbund mit den Rhön-Kliniken einen Krankenhaus-Giganten in Deutschland schaffen. Nach Angaben von Rhön soll der Verkauf größtenteils bis Ende Februar abgeschlossen sein. Die Übertragung von zwei Krankenhäusern und drei Servicegesellschaften hänge noch von der Zustimmung Dritter ab.

Durch den Klinikverkauf schrumpft Rhön gemessen am Umsatz um rund zwei Drittel. Das Unternehmen will sich künftig vor allem auf Kliniken konzentrieren, an denen Spitzenmedizin und universitäre Forschung betrieben werden.

Die Aktionäre sollen direkt vom Verkauf profitieren. Der Erlös soll überwiegend für das Geschäftsjahr 2013 bilanziell wirksam werden. Über die Verwendung der Mittel soll die Hauptversammlung im Juni entscheiden. Ein Großteil der bis zu 1,9 Milliarden Euro könnte an die Aktionäre gehen – vorzugsweise im Wege eines Aktienrückkaufs, teilte Rhön mit.

In der Krankenhausbranche wird seit Monaten spekuliert, wie es mit Rhön nach dem Verkauf weitergeht. Neuer Investor bei Rhön ist die US-Investmentbank Goldman Sachs, die im Januar mit gut drei Prozent einstieg (mehr hier). An eine Übernahme denkt das Geldhaus nach eigener Aussage aber nicht.

Der Krankenhauszulieferer B. Braun hat seinen Anteil an Rhön im November auf mehr als 15 Prozent aufgestockt und angekündigt, weitere Aktien zu kaufen. Auch die Konkurrenten Asklepios und Fresenius sind mit jeweils rund fünf Prozent an Rhön beteiligt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Technologie
Technologie Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

DWN
Politik
Politik 5.000 Teilnehmer für heutige Corona-Demo in Berlin angemeldet

Für die heutige Corona-Demo in Berlin wurden nach Angaben der Polizei 5.000 Personen angemeldet. Die Demo läuft unter dem Motto „Es...

DWN
Politik
Politik Keine Masken, keine Polizei, keine Lockdowns: Wie DWN-Autor Christian Kreiß die Pandemie in Costa Rica erlebte

Um den Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland zu entfliehen, verbrachte Christian Kreiß drei Monate in Costa Rica. Der DWN-Autor liefert...

DWN
Politik
Politik Bundesjustizministerin Lambrecht fordert härteres Durchgreifen der Polizei bei Corona-Demos

Im Zusammenhang mit den Corona-Demos sagte die sozialdemokratische Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, dass die Polizei härter...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Zentralbanken: Aufbruch in neue monetäre Welten

Im Windschatten der Coronakrise betritt die EZB monetäres Neuland. Rettungspakete von tausenden Milliarden Euro werden schon bald nichts...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...