Politik

Ukraine und EU einigen sich auf Ende der Gewalt

Lesezeit: 1 min
21.02.2014 10:07
In der Nacht zum Freitag sollen sich die ukrainische Regierung und die EU auf ein Ende der Gewalt geeinigt haben. Danach soll innerhalb von zehn Tagen eine Übergangsregierung gebildet werden. Doch nach Polizeiangaben schießen Regierungsgegner in der Nähe des Unabhängigkeitsplatzes erneut auf Polizisten.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Update: Nach Polizeiangaben schießen Regierungsgegner in der Nähe des Unabhängigkeitsplatzes in Kiew auf Polizisten. Die Polizei erwidert nach eigenen Angaben das Feuer auf Regierungsgegner zwischen dem Unabhängigkeitsplatz und dem Parlament.

In den Krisengesprächen über eine Beilegung der Gewalt in der Ukraine ist nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes ein Durchbruch erzielt worden. Demzufolge erzielten Präsident Viktor Janukowitsch, die drei EU-Außenminister und die Opposition in ihren Verhandlungen in der Hauptstadt Kiew eine Einigung, die am Mittag unterzeichnet werden soll.

Der Fraktions-Chef der regierenden Partei der Regionen, Alexander Jefremow, sagte der Agentur Interfax, man habe sich darauf geeinigt, die Präsidentenwahlen auf Dezember vorzuziehen. Der ukrainische Fernsehsender 1+1 berichtet, das Abkommen sehe die Bildung einer Koalitionsregierung innerhalb von zehn Tagen und eine Rückkehr zur Verfassung von 2004 binnen 48 Stunden vor.

Details über eine Einigung wurden vom ukrainischen Präsidialamt nicht genannt. Ziel der Verhandlungen ist ein Fahrplan, dem beide Konfliktparteien zustimmen können und durch den die Gewalt beendet wird. Offen war bisher, inwieweit Janukowitsch den Forderungen der Opposition nach einer Übergangsregierung, einer Verfassungsreform und vorgezogenen Wahlen zustimmt.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und ihr polnischer Kollege Radoslaw Sikorski waren nach Kiew gereist, um zwischen der Opposition und Janukowitsch zu vermitteln. Die Gespräche seien am Freitagmorgen unterbrochen worden und sollten im Laufe des Vormittags wieder aufgenommen werden, sagte ein europäischer Diplomat. Sie seien „sehr schwierig“.

Am Donnerstag war die Lage in der Hauptstadt Kiew trotz einer Vereinbarung auf Gewaltverzicht außer Kontrolle geraten. Bei Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern wurden nach Regierungsangaben mindestens 47 Menschen getötet (mehr hier). Damit kamen seit Beginn des jüngsten Gewaltausbruchs am Dienstag 75 Menschen ums Leben.

Wegen der anhaltenden Unruhen hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit der Ukraine zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen herabgestuft. S&P senkte die Bonitätsnote für langfristige Schuldtitel um eine Stufe auf „CCC“.

Es droht eine weitere Herabstufung, denn die Experten beurteilen den Ausblick als negativ. Die Lage in der Ukraine habe sich erheblich verschlechtert und das Risiko von Zahlungsausfällen sei gestiegen, begründete die Ratingagentur ihre Entscheidung. Es wachse die Unsicherheit, ob Russland die Ukraine in diesem Jahr weiter unterstützen werde.

Am Freitagmorgen stoppte die Ukraine die Ausgabe von fünfjährigen Anleihen im Volumen von 2 Milliarden Dollar.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Japans Notenbank droht Crash der globalen Finanzmärkte auszulösen

Namhafte Spekulanten wetten massiv auf einen Zinsanstieg in Japan, da die Notenbank keine andere Wahl zu haben scheint. Doch die globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Ende der EEG-Umlage: Warum Sie noch heute Ihren Strom ablesen sollten

Es sollte einmal ein großer Entlastungsschritt werden. Doch die Abschaffung der Ökostrom-Umlage reicht aus Sicht von Experten nicht aus,...

DWN
Politik
Politik Russische Hacker nehmen Europa ins Fadenkreuz: EU wappnet sich für Cyberkrieg

Allein in dieser Woche wurden bereits Institutionen zweier europäischer Länder zur Zielscheibe russischer Hacker. Etwa zeitgleich einigt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

DWN
Politik
Politik Die EU: Große Zukunft oder baldiger Zerfall?

Die EU – beziehungsweise die Reihe von Organisationen, aus denen sie hervorgegangen ist – besteht seit nunmehr 71 Jahren. Für viele...

DWN
Panorama
Panorama Globale Lebensmittelkrise treibt Millionen Menschen in die Hungersnot

Die Welt steht vor einer globalen Lebensmittelkrise. Der Krieg in der Ukraine ist dabei nur der Auslöser einer ohnehin instabilen globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Studie: So abhängig ist Deutschland von Rohstoff-Importen

Deutschland ist in Bezug auf Rohstoffe nicht nur völlig abhängig, sondern auch sehr anfällig. Eine Studie des Münchner ifo-Instituts...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Papierindustrie schlägt wegen Gaskrise Alarm

Die energieintensive Papierindustrie in Deutschland warnt vor dem Hintergrund der Gaskrise vor einem Produktionsstopp. Dabei geht es um die...