Deutschland

Deutsche Haushalte können Energie nicht mehr bezahlen

Lesezeit: 1 min
26.02.2014 00:10
Steigende Strom- und Gaspreise zwingen deutsche Haushalte dazu, ein Zehntel ihres Einkommens für Energie auszugeben. Von Energie-Armut ist mittlerweile jeder fünfte Haushalt betroffen. Die Kosten der Energie-Wende werden für die Bürger untragbar.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Steigende Energiekosten als Folge der Energiewende belasten deutsche Haushalte immer stärker. Fast sieben Millionen Haushalte mussten im Jahr 2011 mehr als ein Zehntel ihres Einkommens für Energie aufwenden, wie aus einer Bundestagsanfrage der Grünen hervorgeht.

Demzufolge waren bereits 2011 etwa 17 Prozent aller Haushalte von sogenannter Energiearmut betroffen. Im Jahr 2008 waren es noch 13,8 Prozent. Besonders die stark gestiegenen Gas-, Heizöl- und Strompreise belasten dabei die deutschen Haushalte.

Die Kosten für Heizung und Warmwasser waren beispielsweise im Jahr 2013 um 43 Prozent teurer als 2002. Heizöl kostete im Jahr 2013 sogar 140 Prozent mehr als zwölf Jahre zuvor. Der Strompreis stieg im gleichen Zeitraum auf das Doppelte an.

Im Jahr 2012 wurde etwa 40.000 Haushalten das Gas zeitweise abgedreht, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. Das sind 7.000 Haushalte mehr als noch ein Jahr zuvor, wie die Grünen berichten.

„Das Resultat sind vermehrte Gassperren und Leute, die an allen Ecken und Enden sparen müssen, um in kalten Wintern die Rechnungen bezahlen zu können“, so die Grünen-Energieexpertin Bärbel Höhn.

Was die Grünen in ihrer Analyse verschweigen, ist die Tatsache, dass die Strompreise vor allem seit der Energiewende explodieren. Es ist mittlerweile in den meisten Ländern auf der Erde günstiger Strom zu beziehen als in Deutschland. Nur in Dänemark, Australien und einer Reihe abgelegener Inselgruppen im Pazifik ist Strom noch teurer als in Deutschland.

Australien sieht die deutsche Energiewende als mahnendes Negativbeispiel. „Wir können es uns nicht leisten, dem Modell Deutschlands zu folgen“, sagte Premier Tony Abbott kürzlich (hier).

Die stetig steigende EEG-Umlage belastet dabei nicht nur Konsumenten, sondern auch Unternehmen. Eine steigende Zahl von Mittelständlern sieht sich bereits nach anderen Anbietern um (hier). Die großen Unternehmen hingegen lassen sich von der EEG-Umlage befreien, was die Kosten für die Konsumenten zusätzlich erhöht.

Die EU-Kommission drohte Deutschland deswegen schon mit einem verfahren wegen Wettbewerbsverzerrung (hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Intermarium: Wie die USA und Russland Europa in Einfluss-Zonen aufteilen

Die aktuellen Konfliktzonen in Osteuropa weisen klare Konturen auf. Durch die Hintertür wird das Intermarium-Konzept umgesetzt, das sich...

DWN
Finanzen
Finanzen KREISS ANALYSIERT: Lira fällt massiv, Zahlungsunfähigkeit droht - löst die Türkei eine neue Finanzkrise aus?

Die Kurs der Lira fällt massiv - schon bald könnte die Türkei in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Reißt sie die Finanzmärkte mit in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Wirtschaft: Was dem Land nutzt, schadet ihm gleichzeitig

In Russland entwickeln sich die einzelnen Wirtschaftssektoren sehr unterschiedlich. Das Land hat neben einigen Stärken auch strukturelle...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie funktioniert unser Wirtschaftssystem?

Das Wirtschaftssystem läuft wie eine Maschine. Doch viele Menschen verstehen seine Funktionsweise nicht. Die Folge sind unnötige...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Super Mario: Draghi rettet Italien ein zweites Mal - auf Kosten des deutschen Steuerzahlers

Als Präsident der Europäischen Zentralbank rettete Mario Draghi Italien, indem er die Niedrigzinspolitik einführte, die Deutschlands...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stahlverarbeitende Industrie: Wirtschaft legt Vollbremsung hin - wir müssen die Kurzarbeit verlängern

Die stahlverarbeitende Industrie ist eine Schlüsselbranche, die wichtige Industriezweige versorgt, beispielsweise die Automobilwirtschaft....

DWN
Technologie
Technologie Studie: Vitamin D schützt gegen schwere Corona-Verläufe

Einer amerikanischen Studie zufolge hat Vitamin D einen immunisierenden Effekt gegen das Coronavirus.

DWN
Finanzen
Finanzen Täuschung von Kleinanlegern? Weltbank behauptet, dass der Goldpreis einbrechen wird

Die Weltbank behauptet, dass der Goldpreis bis zum Jahr 2030 einbrechen wird. Will die Weltbank die Öffentlichkeit täuschen, damit die...