Politik

Russland versetzt Kampf-Flugzeuge in Alarmbereitschaft

Lesezeit: 2 min
27.02.2014 10:28
Russische Kampfflugzeuge patroullieren über der ukrainischen Halbinsel Krim. Das russische Außenministerium verkündete, Russland werde die Rechte seiner Landsleute „stark und kompromisslos“ verteidigen. Zuvor hatten Bewaffnete das regionale Parlament auf der Krim besetzt und die russische Flagge gehisst.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Update: Der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bittet Russland um persönlichen Schutz vor „Extremisten“. Er pocht darauf, immer noch das legitime Staatsoberhaupt zu sein, berichten russische Nachrichtenagenturen. Die neuen Machthaber in Kiew haben Janukowitsch wegen des Vorwurfs des Massenmordes zur Fahndung ausgeschrieben.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert Russland gleichzeitig auf, alles zu unterlassen, was zur Eskalation der Lage in der Ukraine oder zu Missverständnissen führen könnte. „Ich bin besorgt über die Entwicklung auf der Krim“, erklärt er in einem Tweet.

Als Reaktion auf die zunehmenden Spannungen auf der ukrainischen Halbinsel Krim hat Russland Kampfflugzeuge an seiner Westgrenze in Alarmbereitschaft versetzt. Die Jets würden Grenz-Patrouillen fliegen, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag aus einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums.

Zuvor hatte das Außenministerium in Moskau über Twitter erklärt, Russland werde die Rechte seiner Landsleute auf der Krim „stark und kompromisslos“ verteidigen.

Der Übergangspräsident der Ukraine, Olexander Turtschinow, rief die Bevölkerung zur Ruhe auf, nachdem Bewaffnete die Gebäude der Regionalregierung und des Parlaments der Krim besetzt und die russische Flagge gehisst hatten.

Wie viele Kampfflugzeuge Russland in Alarmbereitschaft versetzte, war zunächst unklar. Laut Interfax sollen sie durchgängig Streife in der Grenzregion fliegen. Das russische Außenministerium erklärte, in der Ukraine gebe es in großem Stil Menschenrechtsverletzungen, Angriffe und Vandalismus, worüber die Regierung in Moskau in großer Sorge sein.

Im Osten der Ukraine und auf der Halbinsel Krim leben viele ethnische Russen. Im Hafen der ukrainischen Stadt Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert. Turtschinow erklärte, russische Truppenbewegungen außerhalb des Geländes der Schwarzmeerflotte würden von der Ukraine „als aggressiver Akt“ bewertet. Zudem teilte er mit, dass er die ukrainischen Sicherheitskräfte angewiesen habe, alle Maßnahmen zu ergreifen, die zum Schutz der Bürger notwendig seien.

Genauere Angaben über die Besetzer des Parlaments und des Gebäudes der Regionalregierung der Krim gab es zunächst nicht. Interfax berief sich in seinem Bericht auf einen Anführer der Bevölkerungsgruppe der Krimtataren. Die Männer trügen Uniformen ohne erkennbare Kennzeichen, habe Tatarenführer Refat Tschubarow auf Facebook geschrieben. Turtschinow nannte die Besetzer „Kriminelle in Militärkleidung“. Am Vortag war es auf der Krim zu Auseinandersetzungen zwischen Russen und Anhängern der neuen pro-westlichen ukrainischen Führung in Kiew gekommen.

Interfax zufolge sprechen die Besetzer russisch. Es handele sich um rund 60 bewaffnete Männer. Bei der Erstürmung der Gebäude in den frühen Morgenstunden habe es keine Opfer gegeben. „Wir haben während der Nacht Barrikaden gebaut, um das Parlament zu schützen“, sagte ein Russe der Nachrichtenagentur Reuters: „Dann kam ein junger russischer Mann mit einer Pistole, wir mussten uns auf den Boden legen, es fielen einige Schüsse. Dann kletterten ungefähr 50 Männer in das Gebäude.“ Auf die Frage, was sie wollten, hätten die Bewaffneten geantwortet, sie wollten ihre eigene Entscheidungen treffen und nicht von Kiew abhängig sein.

Als Reaktion auf die Ereignisse auf der Krim fiel der Wechselkurs der ukrainischen Währung auf ein Rekordtief von 10,50 Hrywnia für einen Dollar. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski warnte, durch die Besetzung von Regierungsgebäuden werde ein regionaler Konflikt riskiert.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld boomt: Die Federal Reserve überschwemmt die Welt mit Dollar-Banknoten

Die Nachfrage nach Dollar-Banknoten zieht derzeit weltweit spürbar an – ein Beleg für die Flucht der Bürger in den sicheren Hafen...

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Politik
Politik Sozialismus, Rassenhass, Korruption: Südafrika steht am Abgrund

Fast 25 Jahre hat Sebastiaan Biehl in Südafrika gelebt. Im großen DWN-Interview erläutert der Politikwissenschaftler und Journalist, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik Italien: Ein Land kann seinen größten Trumpf nicht nutzen

In der elften Folge der großen geopolitischen DWN-Serie zeigt Moritz Enders auf, warum Italien sein Potential als Regionalmacht nicht...

DWN
Politik
Politik Die Politik beschließt Corona-Maßnahmen nach dem Mephisto-Prinzip

DWN-Kolumnist Christian Kreiß wendet zur Beurteilung der Corona-Maßnahmen ein neues Verfahren an. Die Ergebnisse sind verblüffend.

DWN
Politik
Politik Südostasiens Drahtseilakt zwischen den Giganten: Wo führt China, wo die USA? - Teil 2

Wie tief und verlässlich die bilateralen Beziehungen der Vereinigten Staaten und Chinas zu ihren Partnern in Südostasien sind, lässt...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Börsenausblick für März: Wie der Dax um die 14.000 Punkte-Marke kämpfen wird

Der dritte Monat im laufenden Jahr könnte eine Trendwende einleiten. Werden die Börsen es schaffen, sich wieder stabiler zu zeigen, oder...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesbehörde behauptet nun: Vogelgrippe in Norddeutschland konnte sich durch Menschen verbreiten

Dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge, das eine selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...