Technologie

Alarmierende Studien: Windräder könnten Klimawandel verstärken und Dürren auslösen

Die Umweltfreundlichkeit von Windrädern wird durch neueste Erkenntnisse erheblich in Frage gestellt. Scheinbar heizen Windparks das regionale Klima auf und erhöhen das Risiko von Dürreperioden. Für Deutschland könnte das zu einem gewaltigen Problem werden.
19.09.2022 13:00
Lesezeit: 4 min

Windräder scheinen das Klima signifikant zu erwärmen. Zahlreiche Studien kommen jedenfalls zu dem Ergebnis, dass es in der Umgebung von Windkraft-Anlagen zu weniger Niederschlag kommt, insgesamt eine höhere Temperatur entsteht und folglich das Risiko von Dürren steigt.

Bei den Wechselwirkungen zwischen Windkraft-Turbinen und Luftschichten werden die Wärme- und Feuchtigkeits-Strömungen zwischen Oberfläche und Atmosphäre entscheidend beeinflusst. Die Luftströmung wird vor den Windrädern gebremst und dahinter verwirbelt. An jedem großen Windpark wird dadurch der Atmosphäre, besonders im Sommer, Feuchtigkeit entzogen und der Boden zusätzlich erwärmt. Die beim komplexen Luftaustausch-Prozess entstehenden Verwirbelungen können obendrein die Austrocknung von Äckern und Wiesen beschleunigen.

Vereinfacht ausgedrückt: Im Umland von Windkraft-Anlagen regnet es weniger und das Risiko von Dürren steigt. In der Fachsprache nennt man das „Wake-Effekt“. Dieser Effekt tritt besonders stark in den Sommermonaten auf, weil sich der Boden speziell bei Sonneneinstrahlung indirekt stärker aufheizt. Der Effekt ist umso stärker, je höher die einzelnen Windräder und je größer die Rotor-Blätter sind.

Eine 2018 veröffentlichte Studie von Meteorologen der Harvard-Universität mit dem Titel „Climatic impacts of wind power“ untersuchte die klimatischen Auswirkungen von Onshore-Windparks in den USA. Die nachweislich erhöhten Durchschnittstemperaturen und die geringere Bodenfeuchte in der näheren Umgebung der untersuchten Windparks wurden laut den Forschern durch eine Umwälzung der natürlichen Temperaturschichten verursacht. Durch die Turbinenwirkung der Rotoren würde tagsüber aus höheren Luftschichten kältere Luft nach unten bewegt und wärmere Luft, oft auch feuchte Bodenluft, zurück nach oben in die Atmosphäre. Ein genau gegensätzlicher Effekt soll nachts eintreten - in verstärkter Form. Unterm Strich bleibt eine deutlich erhöhte Durchschnittstemperatur am Boden in zwei Metern Höhe, wo die Temperaturen offiziell gemessen werden.

2019 gingen Meldungen durch die Presse, dass die seinerzeit 1300 auf See und 29000 an Land installierten Windenergieanlagen in Deutschland bereits einen zusätzlichen Temperaturanstieg von 0,27 Grad Celsius innerhalb der letzten fünf Jahre bewirkt hatten. Man berief sich dabei auf Untersuchungen der niederländischen Universität Wageningen. Schon 2004 hatten amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass Windparks das lokale Wetter beeinträchtigen können.

Statt wie politisch gewünscht die globale Erwärmung zu vermindern, heizen Windräder offenbar das lokale Klima auf. Die Harvard-Studie postulierte darüber hinaus noch Effekte auf das gesamte Klima. Windparks können laut den US-Forschern auch größere überregionale Luftströmungen beeinflussen, was zu außergewöhnlichen Dürreperioden, Starkregen und Veränderungen von Tier- und Pflanzenwelt führen kann.

Speziell für Deutschland scheinen sich diese Erkenntnisse anhand des von der Helmholtz-Klima-Initiative jährlich erstellten Dürremonitors zu bestätigen. Hier zeigt sich in den letzten Jahren eine auffällige Übereinstimmung von besonders trockenen Stellen auf der Landkarte mit der regionalen Verteilung der Windkraftnutzung.

In negativer Hinsicht stechen Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz und Hessen hervor. Hier stehen mit Abstand die meisten Windparks und hier ist die Dürre am schlimmsten. Die wenigsten Windräder finden sich in Mecklenburg-Vorpommern und hier ist der Boden nicht so trocken wie im Rest des Landes. Man sieht aber auch, dass weitere lokale Faktoren eine große Rolle spielen, denn zum Beispiel beherbergt Bayern relativ wenige Windfarmen und doch sind die Böden in diesem Jahr teilweise sehr trocken. Das könnte daran liegen, dass Bayern der südlichste Teil des Landes und sehr weit vom Meer entfernt ist und/oder an anderen komplizierteren Faktoren.

Windkraft von allen Seiten unter Beschuss

Bislang waren das Zerschreddern von Vögeln, Fledermäusen und Insekten, der massive Schattenwurf, Gesundheitsschäden durch Infraschall und die Recycling-Problematik die bekanntesten Argumente gegen Windräder. Abgesehen davon gibt es auch noch die optische Perspektive. Windräder sind keine Augenweide und viele Bürger sehen es gar nicht gerne, wenn in ihrer Gegend einstmals schöne Naturlandschaften für gigantische Betonklötze weichen müssen. Nun gerät also auch noch der vermeintliche Beitrag der Windkraft zur Minimierung der Klimaerwärmung unter Beschuss.

Fakt ist: Wenn man die Herausforderungen des Umweltschutz als ganzes betrachtet, das heißt Vermüllen und Beeinträchtigung von Tierwelt und Naturlandschaften mit einbezieht, dann ist Windkraft eine fragwürdige Technologie. Jüngste Forschungen deuten zudem darauf hin, dass selbst die vermeintliche kleine Temperatur-Dämpfung durch die Reduktion des Kohlendioxid-Austoßes durch den Wake-Effekt in den Windparks mehr als zunichte gemacht wird.

Der Nutzen einer CO2-Reduktion infolge der Energiewende inklusive Windkraft ist derweil zweifelhaft, denn Deutschland ist mit seinem energiepolitischen Sonderweg im globalen Kontext völlig irrelevant – Mensch, Nutztier und Industrie in Deutschland repräsentieren nur grob 2 Prozent des weltweiten menschengemachten Kohlendioxid-Ausstoßes, der wiederum nur 10 bis 15 Prozent des gesamten Kohlendioxid-Ausstoßes ausmacht. Und obwohl Windkraft ein unbeständiger Energieträger ist und die Technologie in den letzten Jahren zunehmend aus Umwelt-Perspektive in die Kritik gerät, möchte die Bundesregierung die Windkraft weiter fleißig ausbauen und dafür gesetzliche Vorgaben festschreiben. Bis 2026 sollen 1,4 Prozent der Landesfläche für Windkraft-Anlagen zur Verfügung stehen.

Dieser Sommer war der heißeste und trockenste seit vielen Jahren. Wenn die zitierten Studien auf lange Sicht Recht behalten und der Windkraft-Ausbau in Deutschland so weitergeht wie bisher, dann könnte die Sommerhitze in Zukunft verheerend werden – im Hinblick auf die schon bestehenden Getreide-Knappheiten und die angeschlagene deutsche Landwirtschaft sind das alles andere als gute Aussichten.

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Jakob Schmidt ist studierter Volkswirt und schreibt vor allem über Wirtschaft, Finanzen, Geldanlage und Edelmetalle.

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