Politik

Griechenland: Erdogan lässt tausende Migranten an die Grenze bringen

Die griechische Regierung registriert einen zunehmenden Migrationsdruck an ihren Grenzen zur Türkei.
22.09.2022 10:00
Aktualisiert: 22.09.2022 10:28
Lesezeit: 1 min
Griechenland: Erdogan lässt tausende Migranten an die Grenze bringen
Migranten gehen in der Nähe des Evros-Flusses an der griechisch-türkischen Grenze auf Bahnschienen. (Foto: dpa) Foto: Dimitris Tosidis

Der griechische Grenzschutz hat am Mittwoch innerhalb eines Tages in rund 1500 Fällen Migranten daran gehindert, von der Türkei aus über den Grenzfluss Evros nach Griechenland zu gelangen. Dies sagte der Minister für Bürgerschutz, Takis Theodorikakos, am Donnerstag dem Nachrichtensender Skai. „Ich möchte klarstellen: Es ist ein organisierter Plan der Türkei“, sagte Theodorikakos. In zahlreichen Fällen brächten Fahrzeuge türkischer Sicherheitskräfte die Menschen bis an die türkische Seite des Grenzflusses, berichteten Migranten nach ihrer Ankunft.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Athen zuletzt bei einer Rede vor den Vereinten Nationen (UN) erneut vorgeworfen, Migranten illegal zurück in die Türkei zu drängen (Pushbacks). Griechenland nennt die Taktik Ankaras „Pushforward“: Die Migranten würden von türkischen Behörden vor die Wahl gestellt, zurück nach Syrien zu gehen, oder aber illegal nach Griechenland einzureisen.

Wegen der erhöhten Zahl von Migranten am Evros will Griechenland die Grenze im Nordosten des Landes fast vollständig abriegeln. Die bestehenden 35 Kilometer Grenzzaun werden derzeit um 80 Kilometer verlängert. Auch Bulgarien hat weite Teile seiner Grenze zur Türkei mit einem Zaun abgeriegelt.

Insgesamt setzt Athen sowohl an Land als auch auf See auf rigorosen Grenzschutz. Dennoch ist es dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge seit Jahresbeginn und bis zum 18. September mehr als 10.000 Menschen gelungen, nach Griechenland einzureisen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lufthansa in der Krise: Billigflieger sollen Gewinne retten
06.11.2026

Steigende Treibstoffpreise, hohe Betriebskosten und die Folgen vergangener Streiks setzen Lufthansa zunehmend unter Druck. Trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
06.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen E-Rechnung ab 2027: Wie KMU die Umstellung wirtschaftlich gestalten
06.11.2026

Die E-Rechnung wird für noch mehr Unternehmen Pflicht – doch wo lässt sich sparen? Christian Mehrtens, Geschäftsführer von Sage...

DWN
Finanzen
Finanzen Ist das das Geräusch einer platzenden KI-Blase?
06.11.2026

Die größten Technologiekonzerne investieren immer höhere Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Doch Anleger beginnen, die...

DWN
Politik
Politik Sozialreformen: Hohe Bereitschaft der Deutschen zu persönlichen Einschnitten
06.11.2026

Der Reformbedarf ist groß in Deutschland, darüber herrscht Einigkeit. Doch wie steht es um die Opferbereitschaft der Bevölkerung? Eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
06.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Finanzen
Finanzen Daimler Truck-Aktie im Aufwind: Gewinnplus von 73 Prozent
06.11.2026

Der Markt für Nutzfahrzeuge erholt sich - vor allem in Nordamerika. Davon profitiert der Lkw-Bauer Daimler Truck: Das Unternehmen hat im...