Finanzen

Bundesbank: Digitaler Euro eine wichtige Ergänzung beim Bezahlen

Lesezeit: 1 min
26.09.2022 10:34  Aktualisiert: 26.09.2022 10:34
Ein digitaler Euro könnte laut Bundesbank-Präsident Nagel helfen, Europa aus der Abhängigkeit von bestimmten Anbietern zu lösen. Doch was wird aus dem Bargeld?
Bundesbank: Digitaler Euro eine wichtige Ergänzung beim Bezahlen
Die Bundesbank unterstützt die Entwicklung des digitalen Euros im Auftrag der EZB. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein digitaler Euro könnte nach Einschätzung der Bundesbank Risiken und Abhängigkeiten im internationalen Zahlungsverkehr verringern. Ein System basierend auf europäischer Infrastruktur könnte Europa helfen, sich aus einer Abhängigkeit von bestimmten Anbietern zu befreien, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Montag bei einer Tagung der Notenbank in Frankfurt. «Deshalb plädiere ich auch dafür, dass das Eurosystem den Gestaltungswandel des Geldes aktiv angeht und die Untersuchung von digitalem Zentralbankgeld vorantreibt.»

Nagel betonte: «Die Einführung einer neuen staatlichen Geldform für die digitale Welt, also digitales Zentralbankgeld, wäre eine weitere Stufe der Entwicklung des staatlichen Geldes nach Münzen und Banknoten. Digitales Zentralbankgeld und die dazugehörige Infrastruktur wären eine wichtige Ergänzung der bisherigen Bezahlmöglichkeiten.»

Die Währungshüter des Euroraums prüfen seit einer Weile die mögliche Einführung einer digitalen Variante der europäischen Gemeinschaftswährung. Mitte Juli 2021 beschloss die Europäische Zentralbank (EZB), die Vorarbeiten auf die nächste Stufe zu heben: In einer zweijährigen Untersuchungsphase geht es nun etwa um Technologie und Datenschutz. Ob ein digitaler Euro kommen wird, ist damit noch nicht entschieden. In jedem Fall würde ein digitaler Euro das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen.

EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta sagte bei der Bundesbank-Tagung, bei dem Projekt des digitalen Euro gehe es darum, den Stabilitätsanker für das Währungs- und Zahlungssystem zu sichern: «Wir möchten sicherstellen, dass Zentralbankgeld für die Allgemeinheit verfügbar bleibt und überall im Euroraum für alltägliche Transaktionen verwendet werden kann - nicht nur in seiner physischen Form, sondern auch als digitale Währung.»

Die Arbeiten an einem digitalen Euro sind eine Antwort der Euro-Zentralbanken auf den steilen Aufstieg sogenannter Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether. Der große Unterschied: Im Gegensatz dazu stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert. Auch andere Notenbanken weltweit beschäftigen sich mit digitalem Zentralbankgeld. (dpa)


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen VAE-Banklizenz für russische MTS Bank beunruhigt den Westen

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Lizenz für die russische MTS Bank genehmigt. Entwickelt sich der Golfstaat zu einem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Dank Kernenergie: Eon verdient mehr als erwartet

Der Energiekonzern Eon hat 2022 besser abgeschnitten als erwartet. Dies lag auch an den höheren Einnahmen aus der Atomkraft und am Wetter.

DWN
Deutschland
Deutschland AfD fordert OSZE-Delegation für Frieden in der Ukraine

Die AfD hat eine Friedensinitiative vorgelegt, um in der Ukraine einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unter Leitung der OSZE zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo: Knapp jedes 20. Unternehmen bangt um seine Existenz

Noch immer bangen viele deutsche Unternehmen um ihre wirtschaftliche Existenz. Dies ist aber nur ein Bruchteil der Sorgen während der...

DWN
Deutschland
Deutschland Fleischproduktion in Deutschland bricht ein

Die Fleischproduktion in Deutschland geht bereits seit sechs Jahren immer weiter zurück. Auch 2022 ist die Produktion stark gesunken,...

DWN
Politik
Politik Russland meldet Staatsdefizit, fehlende Steuern aus Öl und Gas

Im Januar verzeichnete Russland ein Staatsdefizit von umgerechnet 23 Milliarden Euro. Denn die Besteuerung der Energieexporte ist durch die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Yuan-Clearing: China und Brasilien forcieren Handel ohne Dollar

Die chinesische Zentralbank will eine Yuan-Clearingstelle für Brasilien einrichten. Dies soll den bilateralen Handel und Investitionen...

DWN
Finanzen
Finanzen Notenbank: Großbritannien „braucht wahrscheinlich“ digitales Pfund

Es sei „wahrscheinlich“, dass Großbritannien eine digitale Zentralbankwährung „benötigen wird“, sagen die Bank of England und...