Technologie

New York Times: Amazon plant Massenentlassungen

Der amerikanische Technologiesektor ist in eine schwere Krise geraten.
15.11.2022 09:12
Aktualisiert: 15.11.2022 09:12
Lesezeit: 1 min
New York Times: Amazon plant Massenentlassungen
Amazon soll Berichten zufolge die Entlassung tausender Mitarbeiter planen. (Foto: dpa) Foto: Cliff Owen

Der Online-Riese Amazon will einem Zeitungsbericht zufolge rund 10.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Stellenabbau in der Verwaltung und im Technologiebereich könne noch diese Woche beginnen, beichtete die New York Times am Montag.

Der Konzern hatte zuletzt weltweit rund 1,5 Millionen Beschäftigte. Vor dem Weihnachtsgeschäft, für das Amazon häufig Verstärkung anheuert, wäre der Jobabbau ein weiteres Signal für das jähe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. Die Reihe der Unternehmen, die Entlassungen ankündigen, wird immer länger. So kam es etwa bei der Facebook- und Instagram-Mutter Meta sowie dem von Tesla-Chef Elon Musk übernommenen Online-Netzwerk Twitter zuletzt zu regelrechten Job-Kahlschlägen.

"Wir haben bisher keine Informationen erhalten, dass ein Stellenabbau in Deutschland geplant ist", sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi. "Dennoch sind wir von der Hire-and-fire-Mentalität in den USA alarmiert", fügte sie hinzu. Es zeige sich erneut, wie wichtig Tarifverträge seien. Verdi versucht seit Jahren erfolglos, bei Amazon einen solchen Vertrag durchzusetzen. Die Gewerkschaft unterstreicht ihre Forderung immer wieder mit Warnstreiks.

Die Stellenstreichungen bei Amazon sollen den Berichten zufolge vor allem die defizitäre Geräte-Sparte rund um Echo-Smartlautsprecher und das Sprachassistenzprogramm Alexa betreffen. Das Unternehmen hatte Investoren bereits vor einem schwachen Schlussquartal gewarnt und Anfang November einen Einstellungsstopp angesichts erhöhter Inflations- und Rezessionsrisiken beschlossen. Amazon steht nach einer Ausgabeoffensive in der Pandemie unter Druck, die Kosten zu senken. Die Aktie ist in diesem Jahr um über 40 Prozent gefallen.

Amazon hatte bereits angekündigt, dass sich das Wachstum im lukrativen Weihnachtsgeschäft wohl verlangsamen werde. Finanzvorstand Brian Olsavsky erklärte, der US-Konzern erwarte, dass die Kunden wegen der hohen Inflation und der Energiekosten ihre Einkaufsbudgets zusammenstreichen würden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Neuer Verkehrsminister vor gewaltigen Herausforderungen: Die größten Baustellen für Bilger
27.07.2026

Mit Steffen Bilger bekommt das Verkehrsministerium einen erfahrenen Fachpolitiker an die Spitze. Doch der Wechsel allein beseitigt keine...

DWN
Politik
Politik Plant Trump eine Bodenoffensive? Pakistan warnt vor möglichem US-Militäreinsatz im Iran
27.07.2026

Bereitet US-Präsident Donald Trump eine Bodenoffensive im Iran vor? Hinweise aus Pakistan jedenfalls sorgen für Aufmerksamkeit....

DWN
Finanzen
Finanzen Porsche-Aktie: VW-Tochter verschärft Sparkurs und streicht weitere 5.000 Stellen
27.07.2026

Porsche zieht die nächste Konsequenz aus seiner anhaltenden Krise: Tausende weitere Stellen sollen wegfallen, gleichzeitig fließen...

DWN
Technologie
Technologie Batteriespeicher-Boom: Deutschland verdoppelt seinen Zubau
27.07.2026

Zwischen Januar und Mai 2026 gingen in Deutschland fast doppelt so viele Batteriespeicher ans Netz wie im Vorjahr. Getragen wird der Rekord...

DWN
Politik
Politik KI-Steuer, steuerfreie Einkommen, Grundeinkommen? Zeit für einen Systemwechsel
27.07.2026

Wenn Erwerbsarbeit nicht mehr die Existenz sichert: Künstliche Intelligenz frisst Arbeitsplätze, Inflation und Steuern fressen Löhne,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rolly Toys: Spielzeughersteller Franz Schneider stellt nach der Insolvenz den Betrieb ein
27.07.2026

Monatelange Hoffnungen auf eine Sanierung und doch kein Happyend: Nach der Insolvenz muss der Spielzeughersteller Franz Schneider nun doch...

DWN
Panorama
Panorama Trumps Luxusjet: FBI, Sicherheitslücken und Millionen-Kosten
27.07.2026

Donald Trump feierte den Luxusjet aus Katar als kostenloses Geschenk und neue Air Force One. Doch fehlende Schutzsysteme, Kosten in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise sinken leicht – ADAC sieht Hoffnung
27.07.2026

Autofahrer können kurz aufatmen: Die Kraftstoffpreise geben leicht nach, nachdem der Ölpreis deutlich gefallen ist. Doch die Entlastung...