Finanzen

China meldet starke Aufstockung seiner Goldreserven

China treibt die Trennung vom Dollar weiter voran. Nach mehr als drei Jahren hat das Land nun erstmals wieder einen starken Anstieg seiner Goldreserven vermeldet.
Autor
07.12.2022 13:10
Aktualisiert: 07.12.2022 13:10
Lesezeit: 2 min

China hat zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren einen Anstieg seiner Goldreserven gemeldet. Das Land treibt die Trennung vom Dollar voran und könnte damit eine Stütze für die weltweiten Goldpreise darstellen.

Die People's Bank of China, die Notenbank des Landes, erhöhte ihre Goldreserven per Ende November auf 63,67 Millionen Feinunzen, wie sie am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte. Im Oktober hatten die Bestände noch bei 62,64 Millionen Feinunzen gelegen.

In Tonnen ausgedrückt, betrug der Zufluss im November etwa 32 Tonnen. Dies ist ein relativ starker Anstieg. In den zehn Monaten bis September 2019 hatte die Notenbank nur Goldkäufe in Höhe von insgesamt 106 Tonnen gemeldet.

Die Goldpreise legten im November um mehr als 8 Prozent zu, nachdem sie zuvor sieben Monate in Folge gefallen waren. Denn es gab deutliche Anzeichen dafür, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihre Geldpolitik weniger restriktiv handhaben könnte.

Aggressive Zinserhöhungen, die das erklärte Ziel verfolgen, die eskalierende Inflation einzudämmen, belasten den Goldpreis schon fast das ganze Jahr lang, aber Wetten auf die Wiedereröffnung Chinas sowie die Erwartung einer Lockerung der Fed haben Gold offenbar zuletzt gestützt.

Die Zentralbanken der Welt ihre Goldreserven zuletzt deutlich aufgestockt, wobei die Käufe im letzten Quartal auf einen Rekordwert von fast 400 Tonnen geschätzt werden, so der World Gold Council in seinem jüngsten Nachfragebericht.

Diese Käufe übertreffen deutlich den bisherigen Höchststand von 241 Tonnen im dritten Quartal 2018. Nur etwa ein Viertel des von den Zentralbanken gekauften Goldes ging an öffentlich bekannte Institutionen, was zu Spekulationen über geheimnisvolle Käufer führte.

Chinas Käufe könnten Teil eines Plans sein, seine Reserven weg vom Dollar zu diversifizieren, zitiert Bloomberg Giovanni Staunovo, einen Analyst der UBS. "Die Goldbestände in China sind als Teil der Gesamtreserven immer noch sehr gering, so dass es wahrscheinlich Raum für weitere Käufe gibt", sagte er.

China hat in der Vergangenheit lange Zeit keine Veränderungen in seinen Goldbeständen bekannt gegeben. Als die Zentralbank Mitte 2015 einen Anstieg der Reserven um 57 Prozent auf 53,3 Millionen Unzen ankündigte, war dies die erste Aktualisierung seit sechs Jahren.

Ab Ende Oktober 2016 legte die Notenbank eine weitere Pause ein und nahm die Meldung der Goldkäufe erst im Dezember 2018 wieder auf. Gold handelt aktuell bei 1.772 Dollar pro Unze, nachdem der Preis am Freitag erstmals seit August die Marke von 1.800 Dollar gerissen hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Logistikkonzern C.H. Robinson verblüfft mit KI-gestütztem Gewinnsprung: So ist das gelungen!
01.11.2026

28 Prozent weniger Mitarbeiter, über 60 Prozent mehr Produktivität und Frachtangebote in nur 31 Sekunden: Der US-Logistikkonzern C.H....

DWN
Technologie
Technologie Millionen Hackerangriffe wegen PHP-Sicherheitslücke: Wie sicher sind Websites noch und was ist zu tun?
01.11.2026

Millionen Hackerangriffe innerhalb weniger Stunden, abgeschaltete Regierungswebsites und eine PHP-Sicherheitslücke, die seit mehr als...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quantum-Systems-Chef in Litauen: Drohnen kann man nicht im Lager anhäufen, Bedrohungen verändern sich
01.11.2026

Quantum Systems baut seine Präsenz in Litauen aus und wird dort die Bundeswehr-Brigade unterstützen. Produktionspläne hängen jedoch von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreise auf Rekordhoch: Warum das Kupfermetall knapp wird
01.11.2026

Das Industriemetall ist nicht nur bei Diebesbanden gefragt. Kaum eine Zukunftsbranche kommt ohne den Leiter zurecht. Nach Bewertung der IEA...