Politik

Ägypten tritt BRICS-Entwicklungsbank bei

Ägypten verstärkt seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den BRICS-Staaten.
20.12.2022 09:00
Lesezeit: 1 min
Ägypten tritt BRICS-Entwicklungsbank bei
Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Ägypten ist der von den BRICS-Staaten gegründeten New Development Bank (NDB) beigetreten. Das Kabinett des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi ratifizierte vor einigen Tagen die entsprechenden Beitrittsdokumente.

Die New Development Bank wurde 2015 von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gegründet und finanziert Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte in den Bereichen Energie, Kommunikation, Gesundheit, Sicherheit, Transport und Wasserversorgung. Eigenen Angaben zufolge sollen bislang 80 Projekte in allen Mitgliedsländern im Gesamtumfang von etwa 30 Milliarden US-Dollar realisiert worden sein. Das Eigenkapital der Bank beläuft sich auf 100 Milliarden Dollar.

In ihrer Funktion als Kreditgeberin für große Infrastrukturprojekte tritt die in Schanghai beheimatete NDB als Gegenstück zu Weltbank und Internationalem Währungsfonds auf, deren Hauptniederlassungen in Washington stehen. Zudem spielt sie auch eine wichtige ergänzende Rolle für das chinesische Seidenstraßen-Projekt.

Bangladesch, die Vereinigten Arabischen Emirate, Uruguay und Ägypten erhielten vergangenes Jahr grünes Licht für eine Mitgliedschaft. In einer Pressemitteilung wird die Rolle Ägyptens innerhalb der Bank folgendermaßen beschrieben: „Wir freuen uns, Ägypten in der NDB-Familie begrüßen zu dürfen. Ägypten ist eines der am schnellsten wachsenden Länder der Welt, eine bedeutende Volkswirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent und im Mittleren Osten und ein Schlüsselakteur in Institutionen zur Entwicklungsfinanzierung. (…) Bei Ägypten handelt es sich um einen Anhänger und Unterstützer des Multilateralismus und die NDB hat sich als eine der wichtigsten multilateralen Entwicklungsbanken für aufstrebende und Schwellenländer etabliert.“

Der Verweis auf den Multilateralismus bedeutsam, weil die NDB Teil einer Struktur ist, die seit einigen Jahren maßgeblich von China und Russland aufgebaut wird und die sich als Alternative zu westlichen Einrichtungen positioniert. Dazu zählen etwa das BRICS-Format, die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit und Organisationen aus dem Umfeld des chinesischen Seidenstraßen-Projekts wie die Asian Infrastructure and Investment Bank (AIIB).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Übernahmepoker: Unicredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank
08.07.2026

Die Unicredit hat mit Ablauf ihres Übernahmeangebots ihren Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt. Eine Mehrheit an den Dax-Konzern...

DWN
Technologie
Technologie KI-Agenten: Produktivitätssprung oder neue interne Bedrohung?
08.07.2026

Durch künstliche Intelligenz unterstützte Agenten versprechen weniger Routinearbeit und schnellere Prozesse, doch sobald sie Zugriff auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis: Warum Anleger der Erholung nicht trauen sollten
08.07.2026

Gold hat sich Anfang Juli kurz zurückgemeldet, doch der Absturz sitzt tief: Höhere US-Zinsen, ein starker Dollar und nervöse ETF-Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Auto-Aktien: Warum Europas Autobauer plötzlich Ramschpreise haben
08.07.2026

Europas Autobauer galten lange als industrielle Machtzentren. Jetzt stürzen ihre Aktien auf Mehrjahrestiefs, China bricht weg, Margen...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Warum Putin jetzt die Kontrolle verliert
08.07.2026

Putin räumt erstmals öffentlich ein, dass der Ukraine-Krieg Russland schwer trifft. Doch hinter Benzinmangel, Drohnenangriffen und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Waffenruhe bröckelt: Angriffe und Sanktionen stellen Iran-Abkommen auf die Probe
08.07.2026

Washington macht Teheran für erneute Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich - und kontert mit Sanktionen und neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom öffentlichen in den privaten Sektor: Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft
08.07.2026

Ex-Vizekanzler Habeck wechselt in die Privatwirtschaft: Ab August nimmt der frühere Wirtschaftsminister einen lukrativen Beraterjob bei...

DWN
Politik
Politik AfD-Brandmauer: Ostdeutscher CDU-Verband fordern ein Ende der Abgrenzung
08.07.2026

Ein Antrag der Brandenburger Mittelstandsunion sorgt innerhalb der CDU für Diskussionen: Mitglieder des CDU-Verbandes fordern das Ende der...