Wirtschaft

Kupferpreis bricht aus, steigt auf höchsten Stand seit Juni

Der Kupferpreis ist auf 9.000 Dollar angestiegen. Denn Investoren erwarten eine starke Nachfrage und sehen die Lage auf den Metallmärkten extrem angespannt.
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11.01.2023 19:27
Aktualisiert: 11.01.2023 19:27
Lesezeit: 2 min

Kupfer ist am Mittwoch zum ersten Mal seit Juni über die Marke von 9.000 Dollar pro Tonne gestiegen. Hintergrund ist die Erwartung, dass die Abkehr Chinas von der Null-Corona-Politik die Nachfrage in dem Land ankurbeln wird. China ist der weltweit größte Verbraucher dieses wichtigsten Industriemetalls, das deswegen mitunter auch als Konjunkturindikator dient.

Im Verlauf des letzten Jahres verzeichnete Kupfer einen Preisrückgang um 14 Prozent, auch weil in China die strengen Corona-Beschränkungen die Wirtschaft behinderten. Doch in den letzten zwei Monaten hat sich das Metall wieder stark erholt. Neben dem Aufschwung in China spielt auch eine Rolle, dass Investoren von der US-Notenbank nun weniger aggressive Zinserhöhungen erwarten.

Der Preisanstieg bei Kupfer folgt einem breiteren Anstieg bei den Industriemetallen insgesamt, wobei Aluminium, Zink und Eisenerz allesamt einen guten Start ins neue Jahr verzeichneten. Die Anleger setzen offenbar auch darauf, dass eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des Immobiliensektors in China die Nachfrageaussichten verbessern wird.

"Es gab chinesische Käufe im Inland", zitiert Bloomberg Alastair Munro, einen Analyst beim Derivatehändler Marex. Unterstützung erhalten die Metalle auch durch den schwächeren Dollar, der auf ein Siebenmonatstief abgerutscht ist, da Händler davon ausgehen, dass die US-Notenbank nach niedrigeren Inflations- und Beschäftigungsdaten zu einer weniger aggressiven Zinspolitik übergehen wird.

Die von den Börsen gehaltenen Metallvorräte sind weiterhin niedrig, weil die Produktion im letzten Jahr durch Energieengpässe in Europa und China beeinträchtigt wurde. Im letzten Jahr waren die geringen Vorräte kein Problem, da wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wenig Metall nachgefragt wurde. Doch nun könnte eine Wiederbelebung der Nachfrage den Markt erheblich anspannen.

Laut Jeremy Weir, dem Vorstandsvorsitzenden des Handelshauses Trafigura Group, waren die Metallmärkte noch nie so angespannt gewesen wie aktuell. Mit dieser Warnung reiht er sich ein in den Chor der Bergbauexperten, die erwarten, dass weitaus mehr Investitionen in neue Minen erforderlich sind, um die Anforderungen der Energiewende zu erfüllen, für die sehr viel Kupfer benötigt wird.

Nach Ansicht von Jeff Currie, Analyst bei der Goldman Sachs Group, könnte der Kupferpreis bis Ende des Jahres 11.500 Dollar pro Tonne erreichen, sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV. Höhere Metallpreise treiben auch die Aktien der Metallproduzente in die Höhe. Die Aktie des weltgrößten Bergbauunternehmens BHP Group verzeichnete am Mittwoch ein neues Rekordhoch.

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