Politik

Ukraine erhält erstmals westliche Kampfpanzer

Großbritannien wird der Ukraine zahlreiche Kampfpanzer des Typs Challenger 2 zur Verfügung stellen. Diese sind darauf ausgelegt, andere Panzer zu zerstören.
Autor
14.01.2023 15:47
Aktualisiert: 14.01.2023 15:47
Lesezeit: 2 min
Ukraine erhält erstmals westliche Kampfpanzer
Die Ukraine erhält britische Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. (Foto: dpa) Foto: Tomasz Waszczuk

Das Vereinigte Königreich wird der Ukraine Kampfpanzer des Typs Challenger 2 zur Verfügung stellen und verstärkt damit die Bemühungen des Westens, dem Land auch schwerere Angriffswaffen zur Verfügung zu stellen.

Premierminister Rishi Sunak hat am Samstag mit Präsident Wolodymyr Zelenskiy telefonisch vereinbart, "die Gunst der Stunde zu nutzen" und die militärische und diplomatische Unterstützung der Ukraine zu beschleunigen, heißt es in einer Pressemitteilung der britischen Regierung.

"Der Premierminister erläuterte die Absicht Großbritanniens, die Unterstützung für die Ukraine zu intensivieren, unter anderem durch die Bereitstellung von Challenger-2-Panzern und zusätzlichen Artilleriesystemen", heißt es in der Erklärung.

Dies ist das erste Mal, dass ein westliches Land der Ukraine moderne Kampfpanzer für den Kampf gegen die russischen Streitkräfte zur Verfügung stellt. Der Challenger 2 ist darauf ausgelegt, andere Panzer zu zerstören.

Der Mitteilung zufolge begrüßten Sunak und Selenskyj andere ähnliche Ankündigungen, einschließlich des Angebots Polens, etwa 14 Leopard-Panzer zur Verfügung stellen zu wollen.

London erhöht mit der Ankündigung, Panzer an Kiew zu liefern, auch den Druck auf Deutschland, den Widerstand gegen eine Lieferung von Leopard-Panzern aufzugeben.

Zuvor hatten bereits die USA, Frankreich und Deutschland die Entsendung von Schützenpanzern angekündigt. Russland wertete schon diesen Schritt als „Konflikteskalation“, auch wenn es sich noch nicht um Kampfpanzer handelte.

Die britische Zeitung Sun berichtete am Freitag, dass vier Panzer des Typs Challenger 2 sofort nach Osteuropa geschickt werden sollen, acht weitere sollen folgen. Diese Zahlen wurden in der offiziellen Erklärung vom Samstag jedoch nicht bestätigt.

Die Ankündigung erfolgte im Vorfeld des Treffens der Ukraine Defense Contact Group, die sich aus hochrangigen Militärs verbündeter Staaten zusammensetzt und die am 20. Januar auf der Air Base Ramstein in Deutschland stattfindet.

Der britische Nachrichtensender Sky News zitierte Regierungsinsider, wonach der Zeitpunkt gewählt worden sei, um die Ukraine bei der Vorbereitung einer Frühjahrsoffensive zu unterstützen.

Selenskyj dankte Sunak per Kurznachrichtendienst Twitter für die Entscheidung, "die uns nicht nur auf dem Schlachtfeld stärken wird, sondern auch das richtige Signal an unsere anderen Partner senden wird".

Die britische Panzerlieferung an die Ukraine wird wahrscheinlich keinen Durchbruch auf dem Schlachtfeld bringen, sondern zu einer Eskalation des Konflikts und neuen Todesopfern führen, zitiert Tass Angaben der russischen Botschaft in London.

Die britische Regierung will ihre Pläne zur Lieferung der Kampfpanzer am Montag konkretisieren. Verteidigungsminister Ben Wallace werde zu Wochenbeginn das Parlament über Einzelheiten der Lieferung von Kampfpanzern, Artillerie und anderen Militärgütern informieren, sagte Außenminister James Cleverly am Samstagabend.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Grönland als Machtfaktor: Was Washington wirklich plant
07.01.2026

Donald Trump spricht offen über Grönland und meint nationale Sicherheit. Hinter den markigen Worten verbirgt sich eine geopolitische...

DWN
Politik
Politik Trump Eskalation: Warum Europas Vertrauen in die USA zerbricht
07.01.2026

Donald Trump handelt, als wäre Weltpolitik ein persönliches Machtspiel. Seine Entscheidungen erschüttern Allianzen, zerstören Vertrauen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitslosigkeit: Mehr Arbeitslose im Dezember - Talsohle erreicht?
07.01.2026

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Venezuelas Öl: Wie die USA den nächsten Zugriff vorbereiten
07.01.2026

Ein Wochenende reicht, um die Fantasie der Märkte zu befeuern. Während US-Ölkonzerne an der Börse steigen, rücken Venezuelas...

DWN
Politik
Politik Reduzierung Körperschaftsteuer: Union will Senkung vorziehen
07.01.2026

Wie kann die Krise der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr beendet werden? Das ist ein Hauptthema der Partei- und Fraktionsklausuren zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Sicher Gold kaufen: So schützen Sie Ihr Vermögen vor Inflation und geopolitischen Krisen
07.01.2026

Weltweit diskutiert die Finanzwelt wieder intensiv über Gold und unterschiedliche Wege, davon zu profitieren, von Direktkäufen bis zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OECD-Mindeststeuer: Europas Unternehmen zahlen, US-Giganten nicht
07.01.2026

Ein jahrelanges Reformprojekt sollte Steuertricks globaler Konzerne beenden. Nun sorgt ein politischer Deal dafür, dass ausgerechnet die...

DWN
Politik
Politik Blackout in Berlin: Wenn die Infrastruktur versagt
07.01.2026

Der dramatische Stromausfall in Berlin hält bereits den fünften Tag an und ist eine Warnung für das ganze Land. Auch in einer hoch...