Deutschland

Fleischproduktion in Deutschland bricht ein

Die Fleischproduktion in Deutschland geht bereits seit sechs Jahren immer weiter zurück. Auch 2022 ist die Produktion stark gesunken, besonders bei Schweinefleisch.
08.02.2023 09:54
Aktualisiert: 08.02.2023 09:54
Lesezeit: 1 min
Fleischproduktion in Deutschland bricht ein
Knacker werden in einer Fleischerei in die Räucherei geschoben. (Foto: dpa) Foto: Robert Michael

Die Fleischproduktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr stark gesunken. Die gewerblichen Schlachtunternehmen produzierten 7,0 Millionen Tonnen Fleisch, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das waren gut acht Prozent oder 0,6 Millionen Tonnen weniger als 2021.

Damit sei die Fleischproduktion hierzulande nach dem Rekordjahr 2016 (8,3 Millionen Tonnen) jedes Jahr zurückgegangen, «allerdings nie so stark wie im Jahr 2022», so die Statistiker. Insgesamt wurden in den Schlachtbetrieben 51,2 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 701,4 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

Mit 47 Millionen geschlachteten Tieren fiel die Zahl der getöteten Schweine um 9,2 Prozent besonders kräftig - ein Rückgang um 4,8 Millionen Tiere. Insgesamt produzierten die Schlachtunternehmen rund 4,5 Millionen Tonnen Schweinefleisch, fast zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Mittelfristig ist das Minus noch deutlicher: Gemessen am Jahr 2016 wurde fast ein Fünftel weniger Schweinefleisch erzeugt. Ein Grund dafür seien sinkende Schweinebestände in Deutschland, hieß es.

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine war 2022 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 gesunken. Der Konsum von Schweinefleisch hierzulande geht seit Jahren zurück. Zudem machen vielen Landwirtschaftsbetrieben die gestiegenen Kosten für Energie, Düngemittel und Futter zu schaffen.

Die Zahl der geschlachteten Rinder sank laut der Statistik 2022 ebenfalls stark um 7,8 Prozent auf knapp 3,0 Millionen Tiere. Damit fiel die Schlachtmenge um 8,2 Prozent zum Vorjahr auf 985 000 Tonnen Rindfleisch. Weniger stark ging die erzeugte Menge an Geflügelfleisch zurück. Sie sank um 2,9 Prozent auf gut 1,5 Millionen Tonnen. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gastronomie in Deutschland: Insolvenzen erreichen Rekordniveau
19.03.2026

Steigende Preise, sinkende Nachfrage und wachsende Insolvenzen setzen Restaurants und Bars massiv unter Druck. Selbst staatliche...

DWN
Politik
Politik Zwischen Anspruch und Realität: Die Rückkehr der Kriegswirtschaft und das Erbe der Abrüstung
19.03.2026

Während des Kalten Kriegs gab es detaillierte Pläne für die deutsche Wirtschaft im Krisenfall, in den 1990ern wurden diese weitgehend...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Europäische Zentralbank belässt Leitzins für die Eurozone unverändert – trotz Inflationsrisiken
19.03.2026

Mit dem aktuellen EZB-Zinsentscheid sendet die Notenbank ein klares Signal – vorerst keine Änderung beim EU-Leitzins. Doch steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Politik
Politik USA-Einreise: Kaution auf 15.000 Dollar ausgeweitet – diese 50 Länder sind betroffen
19.03.2026

Neue Hürden bei der USA-Einreise sorgen für Unsicherheit: Eine USA-Kaution von 15.000 Dollar wird für immer mehr Länder Pflicht. Doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
19.03.2026

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Meinung: Reflexartige Reaktionen der EZB sind das Letzte, was jetzt gebraucht wird
19.03.2026

Der EZB-Zinsentscheid steht an: Zwischen Inflationsrisiken und Konjunktursorgen muss die Europäische Zentralbank einen schmalen Grat...

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie: Milliardenmarkt für Adipositas treibt Ausbau in Irland voran
19.03.2026

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk investiert 432 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktion in Irland und stärkt damit seine...