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Russischer Investor prüft Minderheitsbeteiligung am Airport Hahn

Im Verkaufspoker um den insolventen Flughafen Hahn prüft die NR Holding AG um den russischen Mehrheitsaktionär Viktor Charitonin eine Beteiligung von nur noch unter 25 Prozent. Kritik daran kommt aus der Politik.
13.02.2023 11:39
Lesezeit: 1 min
Russischer Investor prüft Minderheitsbeteiligung am Airport Hahn
Der Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner gibt nach der Gläubigerversammlung von vier Hahn-Schwestergesellschaften zum Verkauf des insolventen Hunsrück-Airports ein Statement ab. (Foto: dpa) Foto: Thomas Frey

Im Verkaufspoker um den insolventen Flughafen Hahn prüft die NR Holding AG um den russischen Mehrheitsaktionär Viktor Charitonin eine Beteiligung von nur noch unter 25 Prozent. „Damit läge der Anteil der NR Holding AG unter der Sperrminorität und sie hätte kein Vetorecht oder Einfluss auf die operative Geschäftsführung“, teilte die Besitzgesellschaft des Nürburgrings der Deutschen Presse-Agentur mit.

Dem Pharmaunternehmer Charitonin gehe es bei dem Airport im Hunsrück ausschließlich um ein finanzielles und nicht um ein strategisches Engagement. „Die übrigen gut 75 Prozent der Geschäftsanteile an der Käufergesellschaft sollen von Investoren in Deutschland gehalten werden – von welchen genau, wird noch geklärt“, hieß es weiter.

Hessen sieht russische Beteiligung kritisch

Das Vorhaben von Charitonin hat in Zeiten von Russlands Krieg gegen die Ukraine ein gewaltiges Echo hervorgerufen. Der hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) etwa sagte: „Im Moment sollte und kann man keine Geschäfte mit russischen Oligarchen machen.“ Das Land Hessen hält noch 17,5 Prozent an dem Airport in Rheinland-Pfalz.

Eine Hahn-Gläubigerversammlung hat kürzlich noch kein grünes Licht für einen Verkauf an die NR Holding AG gegeben. Sie betont aber: „Viktor Charitonin ist kein Oligarch. Er nimmt keinen Einfluss auf die russische Politik.“ Die Darstellung, der Geschäftsmann stehe dem Kreml nahe, sei falsch.

„Sicher hat er Kontakte zu russischen Behörden, Ministerien und zum Kreml. Kontakte von Vorständen führender deutscher Unternehmen zur Bundesregierung sind ja aber auch hier nichts Ungewöhnliches. Er ist ein unabhängiger und international agierender Pharmaunternehmer mit zahlreichen Firmen und vielen tausend Arbeitnehmern, für die er Verantwortung trägt“, hieß es weiter. Die Vorbehalte gegen Charitonin in Deutschland seien diskriminierend. Er stehe weltweit auf keiner Sanktionsliste.

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