Technologie

Insider: China will genveränderten Mais in „großem Versuch“ anbauen

China beginnt mit einem großen Feldversuch für genveränderten Mais. Präsident Xi unterstützt den Einsatz von Gentechnik. Ein Insider gab nun erstmals Einblicke in den geplanten Anbau.
17.02.2023 10:34
Aktualisiert: 17.02.2023 10:34
Lesezeit: 1 min

China wird Insidern zufolge in diesem Jahr mit der Aussaat gentechnisch veränderter Maissorten beginnen. Das Landwirtschaftsministerium habe rund 267.000 Hektar dafür vorgesehen, sagte ein mit den Plänen vertrauter Manager eines chinesischen Saatgutentwicklers der Nachrichtenagentur Reuters.

China startet Gen-Mais-Experiment

Mehrere Sorten sollen in bestimmten Bezirken der Provinzen Innere Mongolei, Jilin, Hebei und Yunnan angepflanzt werden. Die vorgesehene Fläche entspricht weniger als einem Prozent der Maisfelder im Land, das der zweitgrößte Maismarkt der Welt ist.

„Es handelt sich um einen großangelegten Versuch, nicht um eine volle kommerzielle Freigabe“, sagte ein zweiter Insider aus der Branche, der ebenfalls in die Pläne eingeweiht ist. Eine Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums lag zunächst nicht vor.

China erforscht seit Jahrzehnten gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, hat aber deren Anbau nie zugelassen. Dagegen sind Importe von gentechnisch veränderten Sojabohnen und Mais zur Verwendung in Tierfutter und der Anbau von gentechnisch veränderter Baumwolle erlaubt. Chinas Nachfrage nach Mais zur Fütterung des weltweit größten Schweinebestands wird Experten zufolge in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Präsident Xi unterstützt Einsatz von Gentechnik

Präsident Xi Jinping hat sich für den Einsatz dieser Technologie ausgesprochen, da sie für die Ernährungssicherheit entscheidend sei. Handelsspannungen, Wetterkapriolen, die Folgen des Klimawandels und der Krieg in der Ukraine, dem wichtigsten Maisexporteur, haben die Sorge der Behörden um die Ernährung der 1,4 Milliarden Chinesen verstärkt.

Im vergangenen Jahr hat China auf rund 43 Millionen Hektar Mais angebaut und nach offiziellen Angaben 277 Millionen Tonnen produziert. Trotz der offiziellen Vorbehalte gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen besteht eine große Nachfrage nach widerstandsfähigeren, ertragreichen Getreidesorten.

In Chinas Kornkammer im Nordosten macht der illegale Anbau von gentechnisch verändertem Mais bereits etwa 70 Prozent der Anbaufläche aus, wie staatliche Medien im Jahr 2021 berichteten.

Zu den Unternehmen, deren Mais-Technologie von Peking als sicher eingestuft wurde, gehören Beijing Dabeinong Technology Group, Syngenta und Yuan Longping High-tech Agriculture. Ausländischen Unternehmen ist es nicht gestattet, genverändertes Saatgut in China zu verkaufen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anthropic-Manager Guillaume Princen über den Wettbewerb mit OpenAI und den Konflikt mit Trump
14.04.2026

Der Wettbewerb im KI-Markt spitzt sich zu: Anthropic, das Unternehmen hinter dem populären KI-Assistenten Claude, fordert den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um den Bitcoin-Erfinder: Steckt Adam Back hinter Satoshi Nakamoto?
14.04.2026

Die Debatte um die Identität des Bitcoin-Erfinders gewinnt neue Dynamik, nachdem eine umfassende Recherche einen konkreten Namen in den...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Bau-Reform mit Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke geplant
14.04.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Baurechts, das den Kommunen deutlich mehr Eingriffsmöglichkeiten auf dem Immobilienmarkt...

DWN
Politik
Politik Debatte um EU-Wettbewerbsfonds: Milliarden für Schlüsselindustrien geplant
14.04.2026

Die EU plant mit dem EU-Wettbewerbsfonds einen milliardenschweren Fonds, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuererhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
14.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele bei...

DWN
Politik
Politik Teuer und ineffizient: CDU-Generalsekretär Linnemann will Krankenkassen streichen
14.04.2026

CDU-Generalsekretär Linnemann fordert weniger Krankenkassen. Warum er weniger Kassen für ausreichend hält und welche Reformen er noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krankenstatistik im Unternehmen: Wie Sie Fehlzeiten auswerten – mit und ohne Software
14.04.2026

Fehlzeiten sind eine betriebswirtschaftliche Größe und keine bloße HR-Kennzahl. Wer Fehlzeiten korrekt definiert, strukturell auswertet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie: BMW verkauft weniger Autos - Es geht wieder bergab
14.04.2026

China und das Geschäft mit Elektroautos haben BMW ausgebremst. Der Elektroabsatz ist um 20 Prozent eingebrochen. In Deutschland und bei...