Deutschland

Deutschlands Photovoltaik kommt zum Großteil aus China

Rund 87 Prozent der importierten Photovoltaikanlagen kamen 2022 aus China. Aber auch hierzulande steigt die Produktion, und auch Deutschland exportiert.
01.03.2023 10:30
Aktualisiert: 01.03.2023 10:30
Lesezeit: 2 min

Deutschland ist bei Solaranlagen in hohem Maße auf China angewiesen. Rund 87 Prozent der importierten Photovoltaikanlagen kamen im vergangenen Jahr aus der Volksrepublik, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Wert dieser Anlagen betrug gut 3,1 Milliarden Euro. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Photovoltaikanlagen im Wert von rund 3,6 Milliarden Euro nach Deutschland geliefert. Auf China als wichtigsten Lieferanten von Solarzellen, Solarmodulen und Co. folgten mit großem Abstand die Niederlande (143 Millionen Euro oder 4 Prozent) und Taiwan (94 Millionen Euro oder 3 Prozent).

Der Wert der Importe von Photovoltaikanlagen war damit mehr als doppelt so hoch wie der von Exporten dieser Waren aus Deutschland. Exportiert wurden im vergangenen Jahr Anlagen im Wert von gut 1,4 Milliarden Euro. Diese gingen zu einem großen Teil in europäische Staaten. Die wichtigsten Abnehmer waren Österreich (206 Millionen Euro, 14 Prozent), die Niederlande (164 Millionen Euro, 11 Prozent) und Italien (160 Millionen Euro, 11 Prozent).

In Deutschland ist insbesondere die Produktion von Solarmodulen für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Solarmodule werden in Photovoltaikanlagen verbaut, die der Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie dienen. Der erzeugte Strom kann entweder direkt genutzt, gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden. Von Januar bis September 2022 wurden rund 2,9 Millionen Solarmodule zum Absatz im In- oder Ausland produziert. Das waren 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2021 und sogar 75 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen des Vor-Corona-Jahres 2019.

Die Produktion von Solarkollektoren - die Bestandteil von Solarthermieanlagen sind, die Sonnenenergie in Wärme für die Warmwassererzeugung und das Heizen erzeugen - stieg deutlich langsamer. Von Januar bis September 2022 wurden 202 000 Solarkollektoren produziert. Das waren nur wenig mehr als in den ersten drei Quartalen 2021 und 25 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019.

Immer mehr Unternehmen, aber auch private Haushalte nutzen die Energie der Sonne zur Stromerzeugung: Im November 2022 waren auf Dächern und Grundstücken knapp 2,5 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt gut 63,7 Gigawatt installiert, so die Statistiker. Damit nahm die Zahl binnen eines Jahres um 14 Prozent zu, die installierte Leistung um 13 Prozent. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Milliardär warnt: Wir stehen vor einem totalen Umsturz unserer Gesellschaft
14.03.2026

Der dänische Investor und Milliardär Lars Seier Christensen warnt vor massiven Verwerfungen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OSINT: Wie Satellitendaten Staaten und Konzerne kontrollierbar machen
14.03.2026

Satelliten blicken längst nicht mehr nur für Militärs und Geheimdienste auf die Erde. Mit frei zugänglichen Satellitendaten und OSINT...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anspruch auf Bildungsurlaub: Mangelndes Wissen bremst Inanspruchnahme – was Sie beachten müssen
14.03.2026

Fortbildungen ermöglichen eine berufliche und private Weiterentwicklung. Doch viele Menschen in Deutschland sind trotz Interesse über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Werden Elektriker reicher als Programmierer?
14.03.2026

Programmierer galten lange als sichere Gewinner der Digitalisierung. Doch im KI-Arbeitsmarkt verschieben sich die Machtverhältnisse...

DWN
Technologie
Technologie Gerichtsurteil: Betreiber haften für falsche KI-Aussagen ihrer Chatbots
14.03.2026

Künstliche Intelligenz liefert Antworten in Sekunden – doch was passiert, wenn sie falsche Tatsachen behauptet? Ein aktuelles Urteil...

DWN
Politik
Politik Atomwaffen in Finnland: Regierung kippt jahrzehntelanges Verbot
14.03.2026

Ein jahrzehntelanges Tabu fällt. Finnland will künftig die Stationierung von Atomwaffen auf eigenem Boden erlauben und begründet dies...

DWN
Immobilien
Immobilien Verschärfung der Mietpreisbremse: Warum der neue Gesetzentwurf die Wohnungsnot verschlimmert
14.03.2026

Kritiker und Experten warnen, dass der neue Gesetzesentwurf zur Verschärfung und Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2029 die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft FlixTrain rüstet auf: Milliardeninvestition verschärft Wettbewerb mit der DB im Fernverkehr
13.03.2026

FlixTrain investiert Milliarden in neue Fernzüge und baut sein Angebot im deutschen Fernverkehr deutlich aus. Kann der private Anbieter...