Politik

AfD: Ukraine-Krieg „ist nicht unser Krieg“

Als einzige im Bundestag vertretene Partei fordert die AfD eine Neutralität Deutschlands beim großen Stellvertreterkrieg mitten in Europa.
02.03.2023 11:00
Aktualisiert: 02.03.2023 11:24
Lesezeit: 1 min

AfD-Co-Fraktionschef Tino Chrupalla hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Politik eines „simplen Freund-Feind-Schemas“ zu betreiben und sich „einseitig transatlantisch“ auszurichten. „Aus diesem Krieg geht die Ukraine genauso als Verlierer hervor wie Russland. Es gibt wieder nur einen Gewinner, und dieser Gewinner, der heißt USA“, sagte Chrupalla in der Debatte nach einer Regierungserklärung von Scholz zu einem Jahr Zeitenwende am Donnerstag im Bundestag. Die beiden Kriegsparteien und Europa seien die Verlierer.

Mit Blick auf deutsche Waffenlieferungen wiederholte er seine Forderung, sich aus dem Krieg herauszuhalten. „Denn es ist nicht unser Krieg.“ „Beide Seiten“ müssten sich auf diplomatische Wege zur Beendigung des Konflikts konzentrieren.

Chrupalla forderte Scholz vor dessen anstehender Reise in die USA dazu auf, in Washington die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines anzusprechen. „Ich glaube, das ist der richtige Ort, um nachzufragen.“

Linke beklagt Verengung des Meinungskorridors

Der Co-Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, hat in der Bundestagsdebatte über die Reaktion auf den Krieg in der Ukraine eine „unsägliche Verengung des Meinungskorridors“ kritisiert. Er wies zugleich Vorwürfe gegen seine Partei wegen der „Aufstand für Frieden“-Demonstration in Berlin zurück.

„Wer den Krieg beenden will, der ist kein Friedensschwurbler, der ist auch kein Putinversteher. Wer Friedensverhandlungen fordert, will das Sterben, der will das Leid in der Ukraine beenden. Und er will die Möglichkeit der nuklearen Eskalation verhindern“, sagte Bartsch. Es müsse Schluss mit einer Diffamierung derjenigen sein, die Kritik am Kurs der Bundesregierung äußerten.

„Mich erinnert das an eine Diskussionskultur wie bei Corona. Wie war denn das da? Wer gegen Kitaschließung war, wer gegen Impfpflicht war, der wurde als Aluhut diskreditiert“, sagte Bartsch. „Wer heute gegen Kampfpanzerlieferungen ist und Diplomatie einfordert, der wird aus einer riesigen Allianz, aus der Politik, aus Medien, als naiv und russlandfreundlich bezeichnet. Und das ist eine unsägliche, eine unsägliche Verengung des Meinungskorridors.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Deutschland braucht einen nationalen Hitzeschutzplan: Doch wer trägt die Kosten?
21.09.2026

Sommer, Sonne, Hitze: Extrem hohe Temperaturen belasten zunehmend den Alltag vieler Menschen in Deutschland und verursachen...

DWN
Technologie
Technologie 70.000 Dollar für eine Hand: Deutschlands Chance im Roboter-Boom
21.09.2026

China lieferte im ersten Halbjahr 97 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit aus. Warum eine Fraunhofer-Studie ausgerechnet in deren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IAB-Studie: Rüstungsindustrie kann Stellenabbau nicht auffangen
21.09.2026

Die Rüstungsindustrie wächst, doch als Auffangbecken für Beschäftigte aus kriselnden Industriezweigen taugt sie bislang kaum. Neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Škoda Peaq im Test: Wenn die Reichweite ihrem Namen alle Ehre macht
21.09.2026

Mit dem Škoda Peaq stellt die Marke ihr bislang größtes Elektroauto vor. Der SUV setzt auf hohe Reichweite, viel Innenraum, starke...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck nach Berlin-Wahl – Diskussion um Enteignungen
21.09.2026

Die Berlin-Wahl setzt die Vonovia-Aktie unter Druck. Forderungen nach Enteignungen großer Wohnungskonzerne sorgen bei Anlegern für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsprofessor Luis Garicano: So vermeiden Sie, Ihren Job an KI zu verlieren
21.09.2026

Viele Warnungen vor KI und Massenarbeitslosigkeit klingen dramatisch. Der Ökonom Luis Garicano hält sie für übertrieben. Sein Argument:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie: Warum der Ozempic-Riese plötzlich alles ändert
21.09.2026

Novo Nordisk macht aus sich selbst „Novo“ und dreht sogar den berühmten Stier im Logo um. Doch hinter der vermeintlichen kosmetischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Euro-Banknoten: Diese Motive stehen zur Wahl – Umfrage endet
21.09.2026

Europas Bargeld soll moderner, sicherer und langlebiger werden. In einer großen Online-Umfrage entscheiden Bürger über mögliche Motive...