Politik

China, Russland und Iran starten Manöver im Golf von Oman

China, Russland und der Iran haben im Golf von Oman gemeinsame Manöver begonnen. Hintergrund ist ein wachsender Einfluss Pekings in der Region.
Autor
15.03.2023 16:40
Aktualisiert: 15.03.2023 16:40
Lesezeit: 2 min

Am Mittwoch haben China, Russland und der Iran im Golf von Oman gemeinsame Manöver begonnen. Das chinesische Verteidigungsministerium erklärte, die fünftägige Übung werde die Zusammenarbeit zwischen den drei Nationen vertiefen. Chinas wachsende Rolle im Nahen Osten geht auf Kosten der USA.

Die Manöver finden nur wenige Tage nach einer überraschenden diplomatischen Einigung zwischen dem Iran und Saudi-Arabien statt, die den Weg für eine Wiederaufnahme der politischen Beziehungen zwischen den Golfstaaten nach sieben Jahren Unterbrechung ebnet.

Im Jahr 2021 erfuhren die US-Geheimdienste, dass China in einem Hafen der Vereinigten Arabischen Emirate eine mutmaßliche Militäreinrichtung baute. Die USA konnten bei der emiratischen Regierung damals einen Stopp der Pläne bewirken, wie das Wall Street Journal damals berichtete.

Bereits in den Jahren 2019 und 2022 hatten die chinesische, iranische und russische Marine ähnliche gemeinsame Manöver durchgeführt. Diese fanden nach Angaben des chinesischen Verteidigungsministeriums ebenfalls im Golf von Oman statt.

Ein chinesischer Lenkwaffenzerstörer nahm an der Übung 2019 teil. Bei der Übung 2022 war China durch einen Lenkwaffenzerstörer, ein Nachschubschiff, einen Bordhubschrauber und 40 Marinesoldaten vertreten. In diesem Jahr hat die chinesische Marine den Lenkwaffenzerstörer Nanning entsandt.

Dennoch ist das Manöver von Russland, China und dem Iran in dieser Woche deutlich kleiner als die 18-tägige Marineübung des US-Militärs im Nahen Osten, die gerade zu Ende geht und an der 42 weitere Nationen beteiligt sind, darunter Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die von den USA geleitete Übung - die größte in der Region - umfasst nach Angaben der US-Marine 7.000 Personen, 35 Schiffe und 30 unbemannte und künstliche Intelligenzsysteme, wie das Wall Street Journal berichtet.

Im vergangenen Jahr führte das US-Militär 70 Marineübungen im Nahen Osten durch, sagte Commander Timothy Hawkins, Sprecher der Fünften Flotte der USA, dem regionalen Hauptquartier der US-Marine in Bahrain.

Von den 15 Nationen in der Region, die auf dem Meer aktiv sind, arbeiten Hawkins zufolge nur Syrien und der Iran mit Rivalen der USA zusammen. "Wir glauben, dass die U.S. Navy in der Region gut positioniert ist und für fast alle, die in den umliegenden Gewässern operieren, der Partner der Wahl ist", sagte er.

Chinas Armee ist seit langem im Nahen Osten und in Ostafrika präsent. China entsendet regelmäßig Kriegsschiffe zur Bekämpfung der Piraterie in den Golf von Aden. Im Jahr 2017 eröffnete China seine ersten Militärbasis in Dschibuti.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Panorama
Panorama Klavierstimmer sterben aus: Warum klassische Konzerte in 20 Jahren verschwinden könnten
08.11.2026

Weltweit gibt es Schätzungen zufolge nur noch 20 bis 30 Konzerttechniker auf höchstem Niveau. Viele stehen kurz vor dem Ruhestand. Nun...

DWN
Panorama
Panorama Gastkommentar: Die gefährliche Verlockung politischer Halbwahrheiten
08.11.2026

Manche Ideen klingen so selbstverständlich, dass sie nur selten hinterfragt werden. Deshalb lohnt es sich zu fragen, wer von ihnen am...

DWN
Panorama
Panorama Immer mehr Deutsche ziehen nach Polen: Das steckt hinter dem Trend
07.11.2026

Deutsche kommen längst nicht mehr nur nach Polen, um ihr Auto zu betanken oder deutlich günstiger im Supermarkt einzukaufen. Sie kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen Poker um EZB-Spitze: Wer folgt auf Christine Lagarde?
07.11.2026

Die Eurostaaten suchen nach einem neuen Präsidenten für die Europäische Zentralbank. Schon in wenigen Tagen könnte über die Nachfolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Mittelstand hofft auf Aufschwung – doch beim Personal bleibt die Bremse angezogen
07.11.2026

Deutschlands Mittelstand gewinnt wieder Zuversicht: Das Geschäftsklima hat sich im Oktober zum sechsten Mal hintereinander verbessert....

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
07.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
07.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Finanzen
Finanzen 26 Prozent an einem Tag: Warum Duolingo plötzlich an meinen Chipaktien vorbeizieht
07.11.2026

Für meine Chipaktien war es ein schlechter Börsentag: Nvidia, Micron und Iren gerieten deutlich unter Druck. Ganz anders Duolingo. Die...