Politik

Bundeswehr leitet große NATO-Übung in der Ostsee

Am Wochenende beginnt unter deutscher Leitung eine Großübung mehrerer NATO-Staaten in der Ostsee.
18.08.2023 06:00
Lesezeit: 2 min
Bundeswehr leitet große NATO-Übung in der Ostsee
Ein Marinesoldatin beobachtet das Anlegen der Fregatte im Marinestützpunkt Heppenser Groden. . (Foto: dpa) Foto: Lars Penning

Das maritime Großmanöver «Nothern Coasts» beginnt unter deutscher Leitung am nächsten Wochenende in der Ostsee. Das Manöver ist eine Übung der Deutschen Marine und soll die Zusammenarbeit zwischen den Ländern im Ostseeraum stärken, wie ein Sprecher der Bundeswehr am Donnerstag mitteilte. Die Übungsserie wird seit 2007 jährlich wechselnd von einem anderen Land verantwortet.

Vom 9. September an nehmen für zwei Wochen etwa 3200 Soldatinnen und Soldaten aus 14 Ländern an der Übung teil, dazu gehören Italien, Frankreich, Kanada und die USA. Rund 30 Schiffe, U-Boote, bis zu 15 Luftfahrzeuge sowie diverse Landeinheiten werden dabei zusammen trainieren.

Das Übungsgebiet umfasst den Angaben zufolge hauptsächlich die Küstengewässer und den Land- und Luftraum Estlands und Lettlands sowie den östlichen und zentralen Teil der Ostsee.

Für den Schutz des Landes und seiner Menschen seien «Üben, Präsenz und permanente Wachsamkeit - und das gemeinsam mit unseren Partnern in NATO und EU» wichtig, sagte Jan Christian Kaack, Inspekteur der Marine und Vizeadmiral. Dabei sollen taktische Verfahren in küstennahen Gewässern geübt werden. Ziel ist, dass die verschiedenen Systeme, Teams und Länder möglichst nahtlos zusammenarbeiten können. Erstmals soll zudem ein realistisches Szenario einer Verteidigung eines Landes, sowie der Bündnisse geübt werden.

Zeitenwende bei Marine noch nicht angekommen

Die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgerufene Zeitenwende mit einem 100-Milliarden-Euro-Programm für die Bundeswehr hat die Marine nach Ansicht des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) noch immer nicht erreicht. Der Zustand von Bundeswehr und Marine sei nicht erfreulich, sagte der Personalchef der Thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Bernd Hartmann, Ende Juni bei der VSM-Jahrespressekonferenz in Hamburg. Bisher sei so gut wie nichts von den 100 Milliarden Euro im Marineschiffbau angekommen.

Ähnlich sei es beim Zwei-Prozent-Ziel bei den Rüstungsausgaben. "Auch da ist nicht klar, wie sich das insbesondere die nächsten Jahre entwickeln wird", sagte Hartmann. Das Ganze sei ja mit dem Bau neuer Marineschiffe nicht getan. Instandhaltung, Service und Munition kosteten auch Geld.

Sicherheit sei keine Selbstverständlichkeit, sagte Hartmann. Das habe die Politik erkannt. Den früheren niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) zum Verteidigungsminister zu machen, sei eine gute Entscheidung gewesen. "Er hat dafür gesorgt, dass sich die Beziehung zwischen Industrie und Bundeswehr deutlich verbessert hat." Auch die Wahrnehmung der Menschen beim Thema Rüstung scheine sich zu wandeln. "Ohne eine vernünftige Rüstungsindustrie gibt es auch vernünftige Bundeswehr. Ich glaube, das haben inzwischen alle verstanden", sagte Hartmann.

Scholz hatte drei Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 in einer Regierungserklärung eine Zeitenwende verkündet. Dazu zählten Waffenlieferungen an die Ukraine, ein 100-Milliarden-Programm für die Bundeswehr und ein Umdenken in der Energiepolitik.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie Ostsee-Stromprojekt: Baltic-German PowerLink geplant
18.02.2026

Das Ostsee-Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen nimmt konkrete Formen an. Mit dem Baltic-German PowerLink entsteht ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Dürr-Aktie springt nach Quartalszahlen deutlich an – jetzt Dürr-Aktie kaufen?
18.02.2026

Der Dürr-Aktienkurs ist nach überraschend starken Quartalszahlen nach oben geschossen. Vor allem der Nettogewinn überzeugt Investoren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steuerstreit: Koalition ringt um Spitzensteuersatz – Deutschland bisher im Mittelfeld
18.02.2026

Der Steuerstreit zwischen CDU und SPD spitzt sich in Zeiten schwacher Konjunktur und angespannter Haushaltslage zu. Setzt die Koalition auf...

DWN
Politik
Politik Autonome Kampfdrohnen: Elon Musk steigt in Pentagon-Innovationswettbewerb ein
18.02.2026

Elon Musk bindet SpaceX und xAI in ein sensibles Pentagon-Projekt zur Entwicklung autonomer Kampfdrohnen ein. Welche sicherheitspolitischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Handelspolitik: Regierung prüft Anpassungen bei Stahl- und Aluminiumzöllen
18.02.2026

Die US-Regierung signalisiert Bereitschaft, den Anwendungsbereich und die Durchsetzung der Stahl und Aluminiumzölle anzupassen, hält...

DWN
Finanzen
Finanzen Brüsseler Personalpoker: Spekulationen um vorzeitigen Rückzug von EZB-Chefin Lagarde
18.02.2026

Christine Lagarde könnte die EZB vor Ende ihrer Amtszeit verlassen. Hintergrund sind offenbar Sorgen, dass nach den Wahlen in Frankreich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stellenabbau durch KI-Einsatz: Ergo streicht 1000 Arbeitsplätze bis 2030
18.02.2026

Künstliche Intelligenz verändert die Versicherungsbranche und wirkt sich zunehmend auch auf Arbeitsplätze aus. Wird der Stellenabbau bei...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2025: BSW hat Wahlprüfungsbeschwerde eingereicht
18.02.2026

Das Bündnis Sahra Wagenknecht zweifelt am amtlichen Endergebnis vom Februar 2025. Nun setzt die Partei auf das Bundesverfassungsgericht.