Finanzen

Bankenkrise in den USA: Die nächste Regionalbank wackelt

In den USA wackelt das nächste Geldinstitut, die Bankenkrise flackert wieder auf.
05.05.2023 09:00
Lesezeit: 2 min
Bankenkrise in den USA: Die nächste Regionalbank wackelt
Der Präsident der US-Zentralbank Jerome Powell. In den USA setzt sich die Bankenkrise fort. (Foto: dpa) Foto: Carolyn Kaster

Die kalifornische Regionalbank PacWest Bancorp. befindet sich Medienberichten zufolge in einer Schieflage. Wie Bloomberg berichtet, erwägt das Geldinstitut im Verbund mit Beratern derzeit mehrere Optionen, darunter auch einen Verkauf.

Weitere Optionen seien eine Aufteilung der Bank oder die Aufnahme von neuem Fremdkapital, zitiert Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen.

Den Quellen zufolge will derzeit kein Käufer die gesamte Bank übernehmen, welche neben dem Kerngeschäft in Form der Pacific Western Bank noch weitere Geschäftsbereiche umfasst – möglicherweise, weil in der Bilanz Risiken versteckt sind.

Die Bank verfügt letzten verfügbaren Zahlen zufolge über 28 Milliarden Dollar an Einlagen und 44 Milliarden Dollar an Vermögenswerten.

Mehrere Regionalbanken unter Druck

Der Aktienkurs der PacWest verzeichnete in den vergangenen Tagen schwere Einbrüche. Alleine am Dienstag sackte der Wert des Unternehmens um fast ein Drittel ab, nachdem die Großbank JP Morgan am Montag die ebenfalls in Schieflage geratene First Republic Bank übernehmen musste. Am Mittwoch dann brach er um rund 60 Prozent ein.

Wie das Wall Street Journal berichtet, setzte sich der Einbruch auch am Donnerstag mit einem Minus von rund 50 Prozent fort. Im Zuge der rund um die PacWest kursierenden Marktgerüchte sind zudem andere Regionalbanken unter Druck geraten. So trennten sich Anleger von Aktien der Western Alliance, deren Börsenkurs am Donnerstag um fast 40 Prozent nachgab.

Bedenklich ist, dass rund drei Viertel der von der PacWest vergebenen Kredite an den Immobiliensektor geflossen sind, der derzeit in den USA aufgrund der Zinswende der US-Zentralbank ebenfalls unter Druck steht. Rund 8 Prozent der Ausleihen sollen zudem an riskante Venture Capital-Investoren gegangen sein.

Hohe Schulden und steigende Zinsen

Die US-Zentralbank hat im Zuge der Normalisierung ihrer Geldpolitik viele hochspekulative und hochverschuldete Banken und Firmen unter Druck gesetzt, welche sich in den vergangenen Jahren aufgrund der Nullzins-Phase über Wasser halten konnten.

Lesen Sie dazu: Brand im Bankensystem: Fed verfolgt riskante Doppel-Strategie

Ein vom Wall Street Journal befragter Finanzanalyst deutet die massiven Aktien-Abverkäufe bei Regionalbanken als Versuch von Investoren, die Zentralbank zu einem Umsteuern zu bewegen, indem sie ihr die Wirkung der geldpolitischen Wende drastisch vor Augen führt. „Diese spezielle Episode nutzt Bankaktien als zerstörerische Waffe gegen die Branche als Mittel, gewisse Aktionen der Fed zu erzwingen“, sagte der Analyst.

Die Bankenkrise begann im März mit dem Kollaps mehrere Regionalbanken, angeführt von der Silicon Valley Bank und der Signature Bank, und schwelt seitdem weiter.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Rauchmelder oder Hitzewarnmelder? Welche Lösung eignet sich für die Küche?

Die Küche gehört zu den Bereichen eines Hauses, in denen im Alltag besonders viele Wärmequellen zusammenkommen. Herd, Backofen, Toaster,...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Dürre in Europa: Bauern fürchten um ihre Ernten – drohen höhere Lebensmittelpreise?
08.08.2026

Hitze, Trockenheit und ausbleibender Regen setzen Europas Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Während Bauern mit schwächeren Ernten und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energieriese warnt vor Wasserstoff-Kollaps
08.08.2026

Milliardenhilfen aus der EU und Deutschland sollen Dänemarks Wasserstoffindustrie anschieben. Doch fehlende Klarheit über Stromnetz und...

DWN
Politik
Politik Mobilisierung in Russland könnte Putins größtes innenpolitisches Risiko werden
08.08.2026

Russland gehen die Freiwilligen für den Ukrainekrieg aus, doch eine neue Mobilisierung könnte für den Kreml selbst zur Gefahr werden....

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsmarkt: Immer mehr Vermieter geben Geschäft auf – Investitionen unter Druck
08.08.2026

Wohnungsmangel, steigende Kosten und wachsende Unsicherheit setzen den Wohnungsmarkt unter Druck. Immer mehr Privatvermieter und...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Tod, das Erbe und das Geld: Fragen, die Sie sich bisher nicht zu stellen getraut haben
08.08.2026

Wie sollte man eigentlich über Erbschaft und Testament nachdenken? Und warum fällt es so schwer, über Geld und den Tod zu sprechen,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
08.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Politik
Politik 65 Jahre Mauerbau: Warum die deutsche Teilung bis heute nachwirkt
08.08.2026

Die Berliner Mauer ist Geschichte, ihre Spuren sind es nicht. Jahrzehnte nach ihrem Fall zeigen sich zwischen Ost und West weiterhin...

DWN
Politik
Politik Europa ist führend bei kommerziellen Klimakonzepten: Warum gelingt es nicht, diese umzusetzen?
08.08.2026

Europa hat Spitzenforscher, starke Unternehmen und viele der Technologien, die die Industrie klimafreundlicher machen könnten. Doch...