Unternehmen

Außenwerber Ströer trotzt rückläufigem Werbemarkt

Der Außenwerbespezialist Ströer hat das erste Quartal mit einem höheren Gewinn abgeschlossen. Dabei strotzt Ströer dem allgemeinen Trend im Werbemarkt, der zuletzt rückläufig war.
11.05.2023 10:38
Lesezeit: 1 min
Außenwerber Ströer trotzt rückläufigem Werbemarkt
In einer beleuchteten Litfaßsäule des Werbeflächenanbieters Ströer dreht sich eine Reklame. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Der Außenwerbespezialist Ströer hat der Schwäche des deutschen Werbemarktes zum Jahresauftakt mit einem höheren Umsatz und Gewinn getrotzt. Auch auf die kommenden Monate schaut das Unternehmen selbstbewusst. „Für das zweite Quartal 2023 erwartet der Vorstand eine Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gruppe auf dem Niveau des ersten Quartals“, teilte das MDax-Unternehmen am Donnerstag in Köln mit.

Dabei nimmt sich Ströer vor, sich besser als der deutsche Werbemarkt insgesamt zu entwickeln. Am Markt wurden die Zahlen verhalten aufgenommen. Die zuletzt unter Druck stehende Aktie pendelte um den Vortagsschlusskurs. Im zweiten Halbjahr dürfte sich an der positiven Entwicklung nichts ändern, sofern sich das derzeitige Umfeld nicht drastisch verschlechtert, hieß es weiter. Eine genaue Jahresprognose gab Ströer allerdings nicht ab. JPMorgan-Experte Marcus Diebel wertete dies als Zeichen dafür, dass Unternehmen derzeit nur begrenzt Werbetrends vorhersehen könnten.

Andere Bereiche kompensieren Verluste im Werbemarkt

In den Monaten Januar bis März kletterte der Konzernerlös im Jahresvergleich um sechs Prozent auf knapp 410 Millionen Euro. Organisch – also ohne Effekte aus Übernahmen und Wechselkursveränderungen - steigerte Ströer den Umsatz noch ein Stück stärker. Dabei entwickelten sich das Geschäft mit digitaler Außenwerbung (Digital Out-of-Home; DOoH) und der Vertrieb der Kosmetikprodukte von Asambeauty überdurchschnittlich. JPMorgan-Experte Diebel kommentierte, die Ergebnisse seien „sehr beruhigend“ angesichts eines herausfordernden Werbeumfeldes.

Seit Monaten profitiert Ströer von seinem Fokus auf digitale Außenwerbung. „Digitale Außenwerbung outperformte alle anderen Werbemedien mit einem Wachstum von 17 Prozent, getrieben durch eine starke programmatische Nachfrage“, sagte Co-Konzernchef Christian Schmalzl laut Mitteilung. Unter digitaler Außenwerbung kategorisiert Ströer zum Beispiel Werbung auf großen Bildschirmen an Knotenpunkten wie Bahnhöfen.

Bereinigt um Sondereffekte stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um drei Prozent auf rund 97 Millionen Euro. Sowohl beim Konzernerlös als auch beim operativen Gewinn schnitt Ströer etwas besser ab als von Analysten erwartet. Wegen gestiegener Zinsen fiel der Nettogewinn aber geringer aus: Nach 11,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal verdiente der Betreiber des Nachrichtenportals t-online.de nun 3,4 Millionen Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg und steigende Gaspreise: Braucht Deutschland eine nationale Gasreserve?
19.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise nach oben, während Deutschlands Gasspeicher deutlich leerer sind als im Vorjahr. Wirtschaftsministerin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gastronomie in Deutschland: Insolvenzen erreichen Rekordniveau
19.03.2026

Steigende Preise, sinkende Nachfrage und wachsende Insolvenzen setzen Restaurants und Bars massiv unter Druck. Selbst staatliche...

DWN
Politik
Politik Zwischen Anspruch und Realität: Die Rückkehr der Kriegswirtschaft und das Erbe der Abrüstung
19.03.2026

Während des Kalten Kriegs gab es detaillierte Pläne für die deutsche Wirtschaft im Krisenfall, in den 1990ern wurden diese weitgehend...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Europäische Zentralbank belässt Leitzins für die Eurozone unverändert – trotz Inflationsrisiken
19.03.2026

Mit dem aktuellen EZB-Zinsentscheid sendet die Notenbank ein klares Signal – vorerst keine Änderung beim EU-Leitzins. Doch steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Politik
Politik USA-Einreise: Kaution auf 15.000 Dollar ausgeweitet – diese 50 Länder sind betroffen
19.03.2026

Neue Hürden bei der USA-Einreise sorgen für Unsicherheit: Eine USA-Kaution von 15.000 Dollar wird für immer mehr Länder Pflicht. Doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
19.03.2026

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Meinung: Reflexartige Reaktionen der EZB sind das Letzte, was jetzt gebraucht wird
19.03.2026

Der EZB-Zinsentscheid steht an: Zwischen Inflationsrisiken und Konjunktursorgen muss die Europäische Zentralbank einen schmalen Grat...