Unternehmen

Kreditvergabe an Firmen im Euro-Raum bricht ein

Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen ist rückläufig und verliert immer mehr an Schwung. Die Geldpolitik der EZB übt damit zunehmend Druck auf die Finanzmärkte aus.
30.05.2023 12:02
Aktualisiert: 30.05.2023 12:02
Lesezeit: 1 min

Die Kreditvergabe an Unternehmen im Euro-Raum verliert mehr und mehr an Schwung. Banken in den Ländern der Währungsunion reichten im April 4,6 Prozent mehr Darlehen an Firmen aus als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Kreditvergabe büßt an Dynamik ein

Im März hatte das Wachstum noch bei 5,2 Prozent gelegen. Auch die Kreditvergabe der Banken an die Privathaushalte wächst nicht mehr so dynamisch. Die Geldhäuser vergaben an die Haushalte im April 2,5 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor. Im März hatte das Plus noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Das abnehmende Wachstum zeigt, dass die bislang sieben Zinserhöhungen der EZB seit Juli 2022 langsam ihre Wirkung entfalten. Zuletzt hatten sich eine Reihe von Währungshütern dahingehend geäußert, dass die jüngste Zinsanhebung im Mai um einen viertel Prozentpunkt nicht die letzte gewesen sei.

Weitere EZB-Zinserhöhungen wahrscheinlich

Irlands Notenbankchef Gabriel Makhlouf hielt im Gespräch mit Reuters zwei weitere Zinsschritte im Juni und im Juli für wahrscheinlich. Aktuell liegt der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank bekommen, bei 3,25 Prozent.

Die Geldmenge M3 nahm im April laut EZB um 1,9 Prozent zu. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Zuwachs von 2,1 Prozent erwartet. Im März hatte das Wachstum noch bei 2,5 Prozent gelegen. Die Messgröße M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen.

Experten zufolge können Änderungen in der Geldmenge Hinweise darauf geben, wie sich die Inflation künftig entwickeln wird. Der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Teuerung gilt aber mittlerweile als sehr komplex.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Schäden höher als erwartet – Ukraine-Wiederaufbau kostet 500 Milliarden Euro
24.02.2026

Der Ukraine-Krieg hat gewaltige Zerstörungen hinterlassen – mit Folgen für Wirtschaft, Infrastruktur und Millionen Menschen. Eine neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: US-Aktien fallen aufgrund von Zollentscheidung und KI-Ängsten
23.02.2026

Die US-Aktienmärkte schlossen am Montag im Minus, während Investoren die Auswirkungen der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur...

DWN
Politik
Politik Vier Jahre Ukraine-Krieg: Wie nah ist der Frieden wirklich?
23.02.2026

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs ist ein Ende der Kämpfe nicht in Sicht. Diplomatische Initiativen laufen, doch die Fronten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globale Konjunkturerholung gewinnt an Breite: Asien stark, Deutschland überrascht
23.02.2026

Immer mehr Indikatoren sprechen dafür, dass die Weltwirtschaft in eine Phase breiterer Erholung eintritt. Die ersten...

DWN
Politik
Politik Tausende Kinder von Sanktionen beim Bürgergeld betroffen
23.02.2026

Immer mehr Familien geraten durch Sanktionen beim Bürgergeld unter Druck – mit spürbaren Folgen für Kinder. Neue Zahlen zeigen eine...

DWN
Politik
Politik Geheimer Deal: Iran einigt sich mit Russland auf Kauf tragbarer Raketensysteme
23.02.2026

Ein geheimer Rüstungsdeal zwischen Iran und Russland sorgt für neue Spannungen im Nahen Osten. Für rund 500 Millionen Euro soll Teheran...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue US-Zölle: Wie riskant ist Trumps Kurs für die Finanzmärkte?
23.02.2026

Donald Trump bringt erneut globale Strafzölle ins Spiel – nur Tage nach einer juristischen Schlappe vor dem Supreme Court. Die Märkte...

DWN
Finanzen
Finanzen Salzgitter-Aktie profitiert von Milliardenförderung: Mehr Fördermittel für grünen Stahl aus Salzgitter
23.02.2026

Die Salzgitter-Aktie legt am Montag leicht zu: Milliardenförderung, grüner Stahl und politische Rückendeckung verändern die...