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Impfschäden nach Booster viel häufiger als bisher bekannt

Impfschäden am Herz treten nach dem Booster von Moderna viel häufiger auf, als bisher bekannt, so eine Studie. Vor allem junge Frauen sind stark betroffen. Wann reagieren die Behörden?
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29.07.2023 09:01
Aktualisiert: 29.07.2023 09:01
Lesezeit: 2 min
Impfschäden nach Booster viel häufiger als bisher bekannt
Corona-Booster von Moderna, der an die Omikron-Sublinie BA.1 angepasst ist, im September 2022. Impfschäden am Herzen sind einer Studie zufolge extrem häufig. (Foto: dpa) Foto: Alejandro Martínez Vélez

Die Abteilung für Kardiologie und das kardiovaskuläre Forschungsinstitut Basel haben eine Überwachungsstudie durchgeführt, um das Auftreten und die möglichen Mechanismen von Myokarditits nach einer COVID-19-mRNA-Auffrischungsimpfung zu untersuchen. Dazu wurden Krankenhausmitarbeiter überwacht, die sich einer mRNA-1273-Auffrischungsimpfung von Moderna unterziehen sollten.

Gemessen wurden dazu akute dynamische Anstieg der hochsensitiven kardialen Troponin-T-Konzentration (hs-cTnT) im Blut am Tag 3 nach der Impfung. Troponin ist ein Protein, das in den Herzmuskeln vorkommt und nur dann im Blut erscheint, wenn der Herzmuskel geschädigt ist. Das Protein wird die für die Kontraktion der Herzmuskeln benötigt. Der Herzmuskel bildet die Wand des Herzens und ist der Teil, der bei einem Herzinfarkt am meisten geschädigt wird.

Die 777 an der Studie teilnehmenden Krankenhausmitarbeiter hatten ein Durchschnittsalter von 37 Jahren und 69,5 Prozent von ihnen waren Frauen. Insgesamt wiesen 40 Teilnehmer (5,1 Prozent) am dritten Tag eine erhöhte hs-cTnT-Konzentration auf, und bei 22 Teilnehmern (2,8 Prozent) wurde zudem eine mRNA-1273-Impfstoff-assoziierte Hermuskelverletzung festgestellt.

Zwanzig dieser 22 Fälle einer Impfstoff-assoziierte Hermuskelverletzung traten bei Frauen auf (3,7 Prozent der Frauen) und zwei bei Männern (0,8 Prozent der Männer). Die Hs-cTnT-Erhöhungen waren leicht und nur vorübergehend. Bei keinem Patienten kam es zu EKG-Veränderungen, und bei keinem Patienten traten innerhalb von 30 Tagen schwerwiegende unerwünschte kardiale Ereignisse auf. Zwei Frauen gaben Brustschmerzen an.

In der gesamten Booster-Kohorte lagen die hs-cTnT-Konzentrationen am dritten Tag im Median bei 5 Nanogramm pro Liter signifikant höher als die angepasste Kontrollgruppe mit einem Median von 3 Nanogramm pro Liter. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die impfstoffassoziierte Hermuskelverletzung durch mRNA-1273 häufiger war als bisher angenommen. Die Schädigung war mild und vorübergehend und trat häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Die Studie wurde von Dezember 2021 bis Februar 2022 an Krankenhausmitarbeitern durchgeführt, die sich einer Auffrischungsimpfung unterziehen sollten. Die Studie wurde im März 2023 eingereicht und im Juli 2023 im Fachmagazin European Journal of Heart Failure mit Peer Review veröffentlicht. Die Forscher sind unabhängig von der Pharmabranche. Personen mit Hinweisen auf mögliche andere Ursachen für Myokarditits wurden von der Studie ausgeschlossen.

Dass bei keinem einzigen der Probanden der Schweizer Studie innerhalb von 30 Tagen schwerwiegende kardiale Ereignisse auftraten, ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass die Probanden (anders als viele normale Geimpfte) von den Forschern im Rahmen der Überwachungsstudie beraten und gewarnt wurden, dass ihre Werte deutlich erhöht waren und dass sie Ruhe halten müssen, um das Risiko einer schwerwiegenden Schädigung möglichst gering zu halten.

Dennoch ist das Auftreten impfstoffbedingter Hermuskelverletzungen bei 2,8 Prozent der Probanden extrem viel. Es bedeutet, dass einer von 35 geboosterten Personen in der Folge eine impfstoffbedingte Hermuskelverletzung aufwies. In der Theorie müssten derartige Ergebnisse die Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen. Zudem wäre es Aufgabe der Aufsichtsbehörden gewesen, derartige Studien selbst in Auftrag zu geben.

Impfstoffbedingte Hermuskelverletzungen treten aber nicht nur nach dem Moderna-Booster auf. Eine andere Studie, die bereits im September 2022 ebenfalls im European Journal of Heart Failure veröffentlicht wurde, untersuchte Beschäftigte des Gesundheitswesens, die während der Kampagne zur vierten Dosis den Impfstoff BNT162b2 von Pfizer/BioNTech erhielten.

In dieser Studie wurde zwei bis drei Tage nach der vierten Dosis des Pfizer/BioNTech-Impfstoffs bei 27 Teilnehmern (8,33 Prozent) ein stark erhöhter hs-cTn-Wert (in der 99. Perzentile) gemessen. Bei zwei Teilnehmern (0,62 Prozent) wurden sogar impfstoffbedingte Herzmuskelverletzungen nachgewiesen, von denen einer leichte Symptome hatte und einer asymptomatisch war.

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