Politik

Japan leitet Wasser aus Fukushima ins Meer, Nachbarn protestieren

Japan hat damit begonnen, Wasser aus Fukushima ins Meer zu leiten. Nicht nur China verurteilt dies scharf. Denn die Sorge wegen des kontaminierten Wassers bleibt.
24.08.2023 09:41
Aktualisiert: 24.08.2023 09:41
Lesezeit: 1 min
Japan leitet Wasser aus Fukushima ins Meer, Nachbarn protestieren
Protest am Donnerstag in Seoul gegen die Einleitung von radioaktivem Wasser aus Fukushima ins Meer. (Foto: dpa) Foto: Lee Jin-man

Japan hat am Donnerstag mit der Einleitung von aufbereitetem radioaktiven Wasser aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer begonnen. Die Einleitung habe um 13.03 Uhr Ortszeit (06.03 Uhr MESZ) begonnen, teilte der Fukushima-Betreiber Tepco mit.

Nach japanischen Angaben ist das unbedenklich, da das gefilterte und stark verdünnte Wasser in puncto Verschmutzung international zulässige Grenzwerte unterschreite. Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gab im Juli grünes Licht mit der Begründung, das Wasser entspreche internationalen Standards und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien "vernachlässigbar".

In Anrainerstaaten stößt das Vorgehen auf scharfe Kritik, sie befürchten dass das Wasser Lebensmittel verunreinigen könnte. China verurteile das Vorgehen Japans, erklärte das chinesische Außenministerium am Donnerstag. Die Entsorgung des kontaminierten Wassers sei eine wichtige Frage der nuklearen Sicherheit mit grenzüberschreitenden Auswirkungen und keineswegs nur eine Angelegenheit Japans.

In Südkorea nahm die Polizei laut einem Reuters-Zeugen mindestens 14 Demonstranten fest, die während eines Protests gegen die Einleitung des Wassers in ein Gebäude eindrangen, in dem sich die japanische Botschaft befindet.

China verbietet den Import von Meeresfrüchten aus zehn japanischen Präfekturen, darunter Fukushima und die Hauptstadt Tokio. Die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau hatten angekündigt, ab Donnerstag ein Importverbot umzusetzen. Japan befürchtet dadurch massive Einbußen, denn China ist größter Importeur japanischer Meeresfrüchte.

Tepco hat das verseuchte Wasser bislang auf dem Gelände des Atomkraftwerks gespeichert, das 2011 durch einen Tsunami zerstört wurde. Nach Angaben des Unternehmens dürfte die Einleitung der derzeit mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasser rund 30 Jahre dauern. (Reuters)

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