Politik

Russland plant massiven Anstieg der Militärausgaben

Russland plant für 2024 einen massiven Anstieg der Verteidigungsausgaben, da kein Ende des Kriegs absehbar ist. Doch offenbar kann das Land sich dies leisten.
Autor
22.09.2023 14:57
Aktualisiert: 22.09.2023 14:57
Lesezeit: 2 min
Russland plant massiven Anstieg der Militärausgaben
Wladimir Putin, Präsident von Russland, plant einen massiven Anstieg der Militärausgaben. (Foto: dpa) Foto: Pavel Byrkin

Russland plant für das kommende Jahr einen massiven Anstieg der Verteidigungsausgaben auf 6 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. In diesem Jahr lagen die Ausgaben für das Militär bei nur 3,9 Prozent, wie aus dem Entwurf der Haushaltspläne hervorgeht, der Bloomberg vorliegt. Demnach werden die geheimen Ausgaben für klassifizierte oder nicht spezifizierte Posten sich voraussichtlich fast verdoppeln.

Die Entwicklung des russischen Kriegshaushalts zeigt, wie sich die Prioritäten der Regierung infolge des teuren Kriegs in der Ukraine verschieben, dessen Ende noch nicht absehbar ist. Die Verteidigungsausgaben sollen im nächsten Jahr die Sozialausgaben überholen, obwohl im März Präsidentschaftswahlen bevorstehen und die Wirtschaft durch die Sanktionen des Westens unter Druck geraten ist.

Nach dem Entwurf, den die Regierung am Freitag erörtert, würden die Verteidigungsausgaben von 6,4 Billionen Rubel in diesem Jahr auf 10,8 Billionen Rubel (112 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2024 steigen. Der prognostizierte Verteidigungshaushalt würde das Dreifache der 3,6 Billionen Rubel betragen, die noch im Jahr 2021 bereitgestellt wurden, bevor Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte.

Die geheimen Ausgaben für klassifizierte oder nicht spezifizierte Posten werden von 6,5 Billionen Rubel im laufenden Jahr auf 11,1 Billionen Rubel im kommenden Jahr steigen. Das entspräche 30 Prozent der gesamten Haushaltsausgaben und würde eine Verdoppelung des geheimen Anteils seit dem historischen Tiefstand von 14,9 Prozent im Jahr 2021 bedeuten.

Die Sozialausgaben im russischen Staatshaushalt sollen von 6,5 Billionen in diesem Jahr auf 7,5 Billionen Rubel im kommenden Jahr steigen. Der Haushaltsentwurf sieht für 2024 Gesamtausgaben in Höhe von 36,6 Billionen Rubel vor. Das sind 15 Prozent mehr als noch in diesem Jahr. Doch die Einnahmen des russischen Staates sollen stärker steigen.

Trotz der steigenden Kriegskosten und der Auswirkungen der Sanktionen rechnet die russische Regierung mit Einnahmen von mehr als 35 Billionen Rubel, was einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber 2023 entspricht, und mit einer Halbierung des Defizits auf nur noch 0,9 Prozent des BIP. Moskau geht davon aus, dass das Defizit bis 2025 weiter auf 0,4 Prozent des BIP schrumpfen wird.

Auch die Einnahmen des russischen Staates aus der Öl- und Gasförderung sollen im nächsten Jahr um fast ein Viertel auf 11,5 Billionen Rubel steigen. Der vorliegende Haushaltsentwurf muss noch von beiden Kammern des russischen Parlaments gebilligt und anschließend von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden, um als Gesetz in Kraft zu treten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien legen zu, während der Ölpreis wegen US-Iran-Gesprächen sinkt
03.08.2026

Spannung an den Märkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Wall Street heute beflügelt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VDI-Ingenieurmonitor: Arbeitslosigkeit unter Ingenieuren erreicht Rekordniveau
03.08.2026

Ingenieure und Informatiker galten lange als besonders gefragt. Doch aktuelle Zahlen zeigen, dass selbst technische Berufe die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Getreideernte droht ein Einbruch, wie er seit Jahrzehnten nicht zu sehen war
03.08.2026

Hitzewellen in Europa, die niedrigsten Prognosen für die Getreideernte in den USA seit 1970 und durch Kriege gestörter Handel treiben die...

DWN
Finanzen
Finanzen Amazon-Aktie auf Rekordhoch: KI-Nachfrage treibt Amazon über Börsenwert von 3 Billionen US-Dollar
03.08.2026

Die Rekordjagd der Tech-Konzerne geht weiter: Die Amazon-Aktie klettert kräftig, der US-Tech-Gigant knackt erstmals die Marke von drei...

DWN
Panorama
Panorama AfD-Verbotsverfahren: Über 1.000 Juristen fordern in offenem Brief AfD-Verbot
03.08.2026

Mehr als 1.000 Juristinnen und Juristen erhöhen den Druck auf die Politik und verlangen ein AfD-Verbotsverfahren. Ein offener Brief sorgt...

DWN
Politik
Politik Rente mit 63 vor dem Aus? Das wären die Folgen
03.08.2026

Kaum ein Thema bewegt Millionen Beschäftigte so sehr wie der frühere Renteneintritt. Die geplanten Reformen könnten das Rentensystem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schwedens kleinste Mine profitiert vom Goldpreis
03.08.2026

Botnia Gold betreibt eine der kleinsten Gold-Minen Europas. Doch hohe Preise für Gold und Silber haben dem Unternehmen einen starken Start...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Bitcoin kann laut Kryptoprofis den Dollar nicht ersetzen
03.08.2026

Die Tech-Rally läuft weiter, doch unter der Oberfläche wächst die Nervosität. Microsoft und Amazon retten den KI-Glauben, Steve Eisman...