Wirtschaft

DIHK: Deutsche Unternehmen planen eher Investitionen im Ausland als hierzulande

Im Ausland tätige deutsche Unternehmen planen verstärkte Investitionen außerhalb Deutschlands. Dies zeigt eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Dennoch treten trotz optimistischer Zukunftserwartungen an bestimmten Standorten vermehrt Herausforderungen auf.
07.11.2023 13:42
Aktualisiert: 07.11.2023 13:42
Lesezeit: 1 min
DIHK: Deutsche Unternehmen planen eher Investitionen im Ausland als hierzulande
Laut Umfrage gingen in Europa und China die Geschäftserwartungen zurück. (Foto: dpa) Foto: Zhang Tao

Ein Drittel der im Ausland aktiven deutschen Unternehmen plant für die kommenden zwölf Monate höhere Investitionen außerhalb Deutschlands. Besonders in den USA und Indien sind dabei die Geschäftserwartungen gut und zuletzt leicht angestiegen, wie aus einer Firmenbefragung von Auslandshandelskammern hervorgeht. Ausgewertet wurde sie von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). In Europa und China gingen die Geschäftserwartungen demnach zurück. China sei derzeit das „große Sorgenkind“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Die Konsumnachfrage liegt dort mehr oder weniger am Boden.“ Vor einigen Monaten war die Hoffnung noch groß, dass das Ende der Corona-Restriktionen in der Volksrepublik zu einem deutlichen Aufschwung führen würde.

Höhere Konsumbereitschaft

Für Indien berichtete der Geschäftsführer der dortigen Außenhandelskammer, Stefan Halusa, dagegen von einer jungen und konsumfreudigen Bevölkerung. Das zeige sich bei Autokäufen, aber auch bei Elektronik-Anschaffungen. „Es ist nicht mehr nur das Einstiegssegment, das besonders beim Konsum wächst, sondern das mittlere und das obere Segment wachsen teilweise stärker“, sagte Halusa. Indien investiere zudem viel Geld in die Infrastruktur, regelmäßig würden neue Bahnstrecken in Betrieb genommen oder Flughäfen gebaut. „Wenn es darum geht, eine Ergänzung zu China zu finden in Bezug auf Marktgröße und Marktpotenzial, dann ist Indien mit großer Sicherheit eines der Länder, das sich die Unternehmen als allererstes anschauen sollte“, so Halusa.

Insgesamt erwarten 22 Prozent der 3600 befragten deutschen Unternehmen im Ausland, dass sich die konjunkturelle Lage an ihren Standorten verbessern wird. 28 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Im Frühjahr waren die Erwartungen der Unternehmen noch etwas besser.

Schwierige Konjunkturlage

Auffällig ist, dass die im Ausland aktiven deutschen Unternehmen die Geschäftslage tendenziell besser einschätzen als jene Unternehmen, die an der DIHK-Konjunkturumfrage für Deutschland teilgenommen haben. Gleiches gilt für die Investitionsabsichten. Treiers Ansicht nach hat sich der Standortwettbewerb und ein „gewisser Subventionswettlauf“ weltweit verstärkt. „Die deutschen Standorte haben dabei im Moment nicht die besten Karten“, meinte er. Die Unternehmen kämpften zwar auch im Ausland mit einer schwierigen Konjunkturlage, „allerdings mit weniger strukturellen Herausforderungen als hierzulande“. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wasser-Aktien: Der Billionenmarkt, den Anleger unterschätzen
04.08.2026

Wasser wird knapp, Unternehmen geraten unter Druck und weltweit drohen gewaltige Versorgungslücken. Trotzdem bleiben Wasser-Aktien bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen Koreanischer Aktienmarkt: Der KI-Rausch endet in der Hölle
04.08.2026

Erst explodierten die Kurse, dann verbrannten Milliarden: Der koreanische Aktienmarkt ist innerhalb weniger Wochen vom KI-Wunderland zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
04.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Anleger zittern: Neue Steuerpläne sorgen für Unruhe
04.08.2026

Knapp neun Millionen Deutsche besitzen Kryptowährungen – doch ausgerechnet jetzt könnte die Politik einen der größten Steuervorteile...

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet
04.08.2026

Der Iran-Krieg, hohe Kerosinpreise und Streiks setzen der Lufthansa schwer zu. Die Lufthansa-Aktie gerät unter Druck, während der Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie springt an: Quartalszahlen überraschen
04.08.2026

Die Bayer-Aktie legt nach starken Quartalszahlen deutlich zu, denn der Konzern übertrifft mit seinem Agrargeschäft die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie gerät kräftig unter Druck
04.08.2026

Die Zalando-Aktie gerät nach Quartalszahlen und einer angepassten Jahresprognose kräftig unter Druck. Schwächere Ergebnisse und...

DWN
Politik
Politik So will Finnland die Russen aufhalten
04.08.2026

Sümpfe, die Panzer verschlingen, und zugewachsene Forstwege. Weltweit wächst die Erkenntnis, dass unberührte Natur als nationale...