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Konsumklima schwach: Handel fürchtet um Weihnachtsgeschäft

Das Konsumklima hat sich vor Weihnachten nur wenig aufgehellt. Doch Ökonomen sind wenig optimistisch. Denn durch die Haushaltskrise drohen nun neue Belastungen.
28.11.2023 09:49
Aktualisiert: 28.11.2023 09:49
Lesezeit: 2 min

Trotz Sorgen wegen Konjunkturkrise sowie Ukraine- und Gaza-Krieg bessert sich die Verbraucherstimmung vor Weihnachten - allerdings nur ein wenig. Das von der GfK zusammen mit dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte und am Dienstag veröffentlichte Barometer für Dezember steigt - und zwar auf minus 27,8 Zähler von revidiert minus 28,3 Punkten im Vormonat. Nach drei Rückgängen in Folge stabilisiere sich das Konsumklima zum Jahresende: "Sein Niveau bleibt sehr niedrig und es sind keinerlei Signale für eine nachhaltige Erholung in den kommenden Monaten erkennbar", erläuterte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl zu der Umfrage unter 2000 Verbrauchern. Der leichte Anstieg sei auch auf eine zurückgehende Sparneigung zurückzuführen. Die Stimmung bleibe allerdings von Verunsicherung und Sorgen geprägt.

Manche Ökonomen sehen zudem neue Belastungen auf die Verbraucher zukommen. "Durch das Haushaltschaos wird neue Verunsicherung erst noch aufziehen", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger, mit Blick auf die Bundespolitik. "Verbraucher werden neue Griffe ins Portemonnaie fürchten und Geld beisammenhalten." Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Haushaltspolitik der Ampel-Regierung klafft im Etat ein Milliardenloch, das durch geringere Ausgaben und höhere Steuern gestopft werden könnte.

"STEIGENDE LEBENSMITTELPREISE KNABBERN AN KAUFKRAFT"

Neben dem Ukraine-Krieg und dem wieder aufgeflammten Nahost-Konflikt treibe auch die hohe Inflation die Bürger zwischen Flensburg und Freiburg weiterhin um. Der Preisauftrieb ist laut den Konsumforschern auch ein wichtiger Grund dafür, dass Einkommensaussichten hierzulande eher pessimistisch beurteilt werden.

Dies ist auch am Einkommensindikator abzulesen. Dieser weise ein "ausgesprochen niedriges Niveau" auf und sei im November noch einmal um 1,4 auf minus 16,7 Punkte gesunken: "Es ist davon auszugehen, dass nach wie vor insbesondere die steigenden Preise für Lebensmittel an der Kaufkraft der Einkommen der privaten Haushalte knabbern", sagte NIM-Experte Bürkl.

KEINE TRENDWENDE IN SICHT

Die Einzelhändler rechnen vor diesem Hintergrund trotz der sinkenden Inflation mit keinen großen Sprüngen. Sie blicken laut dem Konjunkturexperten Klaus Wohlrabe vom Münchner Ifo-Institut "eher zurückhaltend auf das Weihnachtsgeschäft". Der Branchenverband HDE erwartet für die Monate November und Dezember 120,8 Milliarden Euro Umsatz und damit ein Plus von 1,5 Prozent in der Kasse. Klammere man gestiegene Preise aus, sei dies real ein Minus von 5,5 Prozent. "Die Branche bekommt die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der darauf folgenden Inflation sowie seit neuestem auch die in Folge des Nahost-Konflikts weiter sinkende Kauflaune zu spüren", sagte HDE-Präsident Alexander von Preen.

Die Bereitschaft, größere Dinge wie Möbel oder Autos zu kaufen, bleibt verhalten. Der von GfK ermittelte Indikator gewinnt zwar 1,3 Punkte hinzu, weist aber mit aktuell minus 15 Punkten ein sehr niedriges Niveau auf. Die Konsumneigung trete auf der Stelle und lasse bislang keine Signale für eine Trendwende erkennen: "Die Verunsicherung durch anhaltende Krisen sowie eine hohe Inflation sorgen für die ausgeprägte Konsumzurückhaltung", so das Fazit von NIM-Experte Bürkl. (Reuters)

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