Immobilien

Strandimmobilien: Eine attraktive Investmentchance?

Wenn der Sommer wieder in Sicht ist, könnte der Kauf eine Strandimmobilie als Investment verlockend sein. Doch Interessenten müssen gut vorbereitet sein, denn generell geht es hier - abhängig von Lage und Immobilie - um hohe Kosten: Welche Faktoren müssen für den Kauf stimmen und wie sahen dieses Jahr die Vermietungsnachfragen für deutsche Strand- und Ferienimmobilien aus?
05.12.2023 10:30
Aktualisiert: 05.12.2023 10:30
Lesezeit: 3 min
Strandimmobilien: Eine attraktive Investmentchance?
Die Ostsee bleibt eines der beliebtesten Strand-Ferienziele in Deutschland. (Foto: dpa)

Der Kauf einer Strandimmobilie kann solide Investmentchancen für Investoren bieten, doch die anhaltend hohe Vermietungsnachfrage ist der wichtigste Faktor in der Kaufentscheidung. Auch muss man bei solch einer Immobilieninvestition bereit sein, sich um zeitaufwändige Aspekte wie Instandhaltung, Vermarktung, Buchungsabwicklung und Reinigung zu kümmern.

Markt-Experten zufolge sollte man für ein erfolgreiches Investment - das heißt eine hohe Vermietbarkeit, stabile Mieteinnahmen und die sich daraus ergebende Wertsteigerung der Immobilie - den Markt genau recherchieren und sich den möglichen Risiken bewusst sein.

Helmut Kunze, Bonava Regionsleiter in der Ostseeregion, sagte auf Anfrage der DWN, Interessenten sollten zunächst einmal die Nutzung der Strandimmobilie klären: „Will ich die Immobilie größtenteils vermieten oder als Zweitwohnsitz nutzen? Ob das möglich ist, wird schon durch Bebauungspläne festgelegt, denn in bestimmten Regionen ist ein dauerhaftes Bewohnen durch den Eigentümer sogar verboten“, erklärte Kunze.

Danach folgen wichtige Fragen wie: Wie viel darf die Immobilie kosten, so dass sie sich rentiert, wie ist die Mikrolage und die Infrastruktur, gibt es Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder andere Freizeitmöglichkeiten und wie sieht die Konkurrenz vor Ort aus? All diese Faktoren haben einen großen Einfluss auf die Vermietbarkeit und so auch auf die Rendite einer Strandimmobilie als Kapitalanlage.

Risiko-Faktoren

Laut Immobilien Online-Portal Immoscout24 müssen Interessenten meist zusätzlich zum eigenen angesparten Kapital einen Kredit aufnehmen, um eine Strandimmobilie als Kapitalanlage zu finanzieren. Nur die wenigsten Ferienhäuser sind komplett eigenfinanziert, so das Immobilien-Portal. „Sich das Haus am Meer zu kaufen ist eine gute Idee, wenn das eigene Einkommen stabil und sicher ist. Die Rate direkt über die Mieteinnahmen zu zahlen, klingt zwar verlockend, birgt aber auch gewisse Risiken: Bleiben die Buchungen aus, weil die Saison ins Wasser fällt, stehen Kreditnehmer dann vor finanziellen Schwierigkeiten.“

Vermietungsnachfragen: Ostsee besonders beliebt

Die Vermietungsnachfrage nach deutschen Ferien und Strandimmobilien war besonders nach der Corona-Pandemie riesig und auch im Jahr 2022 blieb Deutschland bei den Deutschen Reiseziel Nummer eins: Es gab rund 67,1 Millionen Urlaubsreisen, davon 26,5 Prozent im Inland. Laut Zahlen vom Statistischen Bundesamt verzeichneten Beherbergungsbetriebe im September diesen Jahres 49,6 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Gästen - fünf Prozent mehr als im September 2022.

Die Ostsee bleibt nach wie vor eines der beliebtesten Ferienziele: Statista zufolge haben dieses Jahr bereits 6,42 Millionen Menschen Urlaub an der Ostsee gemacht, während es letztes Jahr insgesamt 6,09 Millionen waren. Die weiteren Aussichten sind gut: Für die Ostseeinsel Usedom zum Beispiel wird ein Anstieg der Übernachtungen im Laufe der kommenden Jahre erwartet. Eine Studie im Auftrag der Usedom Tourismus GmbH hält eine Steigerung auf 7,0 bis 8,1 Millionen Übernachtungen im Jahr 2030 für möglich, verglichen mit 6,2 Millionen im Jahr 2019.

Wieviel kostet eine Strandimmobilie?

Die Kosten einer Strandimmobilie hängen stark vom Standort, der Region und Nachfrage ab, und auch wie viel Feriengäste bereit sind zu zahlen. Immobilien in sehr guten Lagen direkt am Wasser und mit Meerblick erzielen natürlich die höchsten Preise, so Kunze. „Dabei können die Kaufpreise weit auseinander gehen“, betonte er. „Auf der beliebten Ferieninsel Usedom, wie Heringsdorf, oder auch Loddin an der Ostsee sind Preise deutlich teurer als Standorte wie Zirchow am Achterwasser, also auf der Binnenseite der Insel Usedom.“

Um die Immobilie auch in der Nebensaison gut vermieten zu können, sollte sie nicht sehr weit abgelegen sein und die Nähe zum Strand ist wichtig. Auch erwarten Gäste gute Zuwege, ausreichend Pkw-Stellplätze und eine gute Verkehrsanbindung. „Eine stabile Internetverbindung gehört zum Standard und die Immobilie sollte genug Platz bieten für verschiedene Zielgruppen, zum Beispiel mindestens zwei Zimmer oder drei oder vier", sagte Kunze. Inhaber sollten für eine wechselnde Vermietung vorbereitet sein und geeignete Strukturen schaffen – von der Online-Buchung und Online-Bezahlung bis zur eigentlichen Schlüsselübergabe vor Ort.

Eine grünliche Investmentvorbereitung und ein Risikobewusstsein sind also unerlässlich, damit eine Strandimmobilien-Investment zu einer erfolgreiche Kapitalanlage wird. Kunze bemerkte: „Wir sehen, dass Ferienimmobilien von quasi allen Berufsgruppen nachgefragt werden, nicht nur sehr vermögende Anleger sehen bei dieser Assetklasse gute Renditechancen."

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.
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Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

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