Unternehmen

Fachkräftemangel bedroht Mittelstand mehr als teure Energie

Ein Mangel an geeignetem Personal ist für viele Firmen in Deutschland Alltag. Im Mittelstand ist der Fachkräftemangel laut einer neuen Umfrage sogar das größte Problem.
18.04.2024 09:47
Lesezeit: 1 min
Fachkräftemangel bedroht Mittelstand mehr als teure Energie
Der Fachkräftemangel ist für den Mittelstand eine große Herausforderung. (Foto: dpa) Foto: Christian Charisius

Der Fachkräftemangel in Deutschland belastet den Mittelstand einer Umfrage zufolge stärker als Bürokratie und gestiegene Energiekosten. Das zeigt eine Umfrage der Heidelberger Druckmaschinen AG, an der rund 700 Führungskräfte mittelständischer Firmen teilnahmen. Demnach gab fast jeder Mittelständler an, von Personalmangel betroffen zu sein (neun von zehn). Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) antwortete, stark bis sehr stark unter Arbeits- und Fachkräftemangel zu leiden.

Gefragt nach den derzeit drängenden Problemen nannten die Mittelständler Arbeits- und Fachkräftemangel (50 Prozent) an erster Stelle - noch vor den vergleichsweise hohen Energie- und Rohstoffpreisen (37 Prozent) sowie zu viel Bürokratie (31 Prozent).

Laut der repräsentativen Umfrage, die das F.A.Z.-Institut im Februar durchgeführt hat, sehen viele Mittelständler den stärkeren Einsatz von Technik als ein geeignetes Mittel, um Personalmangel auszugleichen. So setzen drei Viertel der Befragten (74 Prozent) auf die Digitalisierung eigener Arbeitsprozesse. Rund zwei Drittel (67 Prozent) halten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für effektiv, um Personalengpässe zu minimieren.

Gerade Mittelständler aus der Industrie sehen Chancen in der Automatisierung ihrer Produktion. 67 Prozent der Befragten dort sehen Automatisierung als geeignetes Mittel gegen den Arbeits- und Fachkräftemangel.

Nachholbedarf bei Digitalisierung - gerade im eigenen Unternehmen

Gut 90 Prozent der befragten Mittelständler stimmen der Aussage zu, dass die deutsche Wirtschaft ohne Digitalisierung und Automatisierung nicht wettbewerbsfähig sei. Den Stand der Digitalisierung in der Wirtschaft aber finden sieben von zehn Befragten höchstens mittelmäßig. Nachholbedarf wird besonders im eigenen Haus gesehen: Die eigene Firma stuft nur gut die Hälfte der Mittelständler bei der Digitalisierung als fortschrittlich ein.

Nicht nur in der Druckindustrie hätten viele kleine und mittlere Unternehmen Nachholbedarf bei der Digitalisierung, sagte Ludwin Monz, Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen AG. „Sie brauchen eine Strategie für den Einsatz moderner Technologien und eine Bildungsoffensive, um ihre Beschäftigten fit für die Arbeitswelt von morgen zu machen. Hier sind auch Schulen und Schulungsbetriebe gefordert.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Politik
Politik Moskau: Selenskyj provoziert Atomkrieg
29.04.2026

Das russische Außenministerium hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Heraufbeschwören eines Atomkriegs vorgeworfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Märkte uneinheitlich, während Händler auf Quartalszahlen warten
29.04.2026

Spannung an der Wall Street: Was Anleger jetzt wissen müssen

DWN
Politik
Politik Gesundheitsreform auf dem Weg: Das sind die wichtigsten Änderungen
29.04.2026

Die Bundesregierung hat die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht. Der Gesetzesentwurf bringt für Versicherte zahlreiche Änderungen –...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Warum die Notenbank plötzlich umschwenken könnte
29.04.2026

Die EZB steht vor einer heiklen Leitzinsentscheidung, die die Märkte nervös macht. Eine Zinserhöhung im Juni gilt plötzlich als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bitumenpreis in Europa steigt: Iran-Krieg verteuert Straßenbau
29.04.2026

Der Iran-Krieg treibt den Bitumenpreis nach oben und verschärft die Kostenlage in Europas Bauwirtschaft. Wie stark können steigende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland verliert Zuversicht: AfD nutzt Stimmungskrise
29.04.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert erneut an Zuversicht, während schwache Konjunkturdaten und der Aufstieg der AfD den Druck auf die...

DWN
Politik
Politik Einkommensteuerreform: Merz offen für höhere Reichensteuer
29.04.2026

Die Regierung hat sich eine größere Einkommensteuerreform vorgenommen. Nach mehreren anderen Unionspolitikern signalisiert nun auch der...

DWN
Panorama
Panorama Sommerurlaub 2026: Studie erwartet Kerosinknappheit und steigende Ticketpreise
29.04.2026

Allianz Trade warnt vor teuren Tickets und Kerosinzuschlägen: Iran-Krieg lässt Sorge vor Kerosin-Engpass wachsen. Fluggesellschaften...