Politik

Parteiensympathie unterscheidet sich zwischen Stadt und Land

Wie unterschiedlich ticken die Menschen politisch auf dem platten Land und in der Großstadt? Eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung geht dieser Frage auf den Grund.
22.04.2024 12:13
Aktualisiert: 22.04.2024 12:13
Lesezeit: 2 min

Bei den Sympathien für Parteien lassen sich einer Analyse zufolge deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land feststellen. So erhält die CDU zum Beispiel auf dem Land die größten Sympathiewerte, in der Großstadt fallen sie um einiges geringer aus, wie die Konrad-Adenauer-Stiftung festgestellt hat. Die Grünen werden demnach auf dem Land mehrheitlich abgelehnt, in der Stadt hingegen mehrheitlich gemocht. Die AfD stößt überall mehrheitlich auf Ablehnung, in der Stadt fällt diese aber stärker aus als auf dem Land.

Der Analyse liegen nach Angaben der Stiftung zwei Umfragen zugrunde, die zwischen Oktober 2022 und Januar 2023 sowie zwischen Juni 2023 und September 2023 unter jeweils rund 4000 Menschen gemacht wurden. Unterschieden wurde je nach Bevölkerungszahl zwischen „ländliches Land", „verdichtetes Land", „Stadt" und „große Großstadt".

Kriegsangst auf dem Land größer als in der Stadt

Die Analyse zeigt, dass die Sympathien für die CDU zum Beispiel auf dem dünn besiedelten Land bei 47 Prozent liegen, in der Großstadt aber nur bei 39 Prozent. Bei der SPD ist es umgekehrt. Sie kommt auf dem ländlichen Land auf einen Sympathiewert von 39 Prozent, in der Großstadt dagegen auf einen Wert von 51 Prozent. Wesentlich größer sind die Unterschiede für die Grünen: Dort, wo es besonders ländlich ist, gaben nur 30 Prozent an, dass die sie Grünen etwas oder sehr mögen. In der Großstadt waren es dagegen 52 Prozent.

Die AfD stößt unter allen Parteien auf die größte Abneigung. Auf dem ländlichen Land gaben 67 Prozent der Befragten an, dass sie diese Partei etwas oder sehr ablehnen, in der Großstadt waren es sogar 82 Prozent. Die Zustimmung zur AfD ist auf dem Land mit 20 Prozent doppelt so hoch wie in der Stadt, wo sie bei 10 Prozent liegt. Die Linke kommt in der Großstadt (28 Prozent) ebenfalls auf wesentlich bessere Sympathiewerte als auf dem Land (15 Prozent). Bei der FDP sind sie mit 26 (Großstadt) bis 27 Prozent (Land) ziemlich gleichmäßig verteilt.

Auch bei den Sorgen und Ängsten der Menschen sowie bei ihrer Bewertung von Themen zeigen sich Unterschiede. So ist etwa die Sorge vor einem kriegerischen Angriff auf Deutschland in dünn besiedelten Regionen (47 Prozent) erheblich höher als in der Großstadt (33 Prozent). Auch die Zuwanderung nach Deutschland macht auf dem Land mehr Menschen Angst (40 Prozent) als in der Großstadt (25 Prozent). Und die Zufriedenheit mit der Demokratie fällt auf dem Land (38 Prozent) deutlich geringer aus als in der Großstadt (52 Prozent).

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Unternehmen
Unternehmen Mindestlohn: Lohnerhöhungen führen zu Preissteigerungen und Stellenabbau
21.01.2026

Schritt für Schritt steigt der Mindestlohn in Deutschland - das führt zu einer Welle von Lohnerhöhungen. Wie die Unternehmen nun...

DWN
Politik
Politik Kabinett bringt digitales Führungszeugnis auf den Weg
21.01.2026

Wer ehrenamtlich Fußball-Nachwuchs trainiert, braucht es, wer als Kaufhausdetektiv arbeitet auch: Das Führungszeugnis soll künftig...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung 2025: Fristen, Formulare, Fallstricke – so vermeiden Sie typische Fehler
21.01.2026

Die Steuererklärung 2025 muss kein Stressfaktor sein – wenn Sie frühzeitig die richtigen Unterlagen sammeln. Viele verschenken jedes...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mehr arbeiten - wofür? Arbeit als Sinn des Lebens verliert an Bedeutung
21.01.2026

Kanzler Merz fordert mehr Leistung, mehr Einsatz, mehr Arbeitsstunden: Doch für viele Menschen steht das Ziel, mit Freude eine sinnvolle...

DWN
Finanzen
Finanzen Ära der Milliardäre: Vermögen von Milliardären legt rasant zu
21.01.2026

Debattenstoff für das Weltwirtschaftsforum in Davos: Seit 2020 wurden Milliardäre inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent reicher....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Stahlbranche: Stahlproduktion 2025 gesunken - Krise dauert an
21.01.2026

Strompreise, Importdruck, schwache Nachfrage: Warum die deutsche Stahlbranche auch 2025 unter massiven Problemen leidet – und was die...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitalwährung: Sparkassenverband sieht digitalen Euro kritisch
21.01.2026

Verbandspräsident Hirsch sieht hohe Kosten und keinen Nutzen für Kunden. Außerdem wirft er Fragen zu möglichen Rollenkonflikten bei der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Unternehmensform EU Inc: EU will Firmen-Registrierung in 48 Stunden möglich machen
21.01.2026

Firmengründer sollen neue Unternehmen in der EU künftig innerhalb von 48 Stunden online anmelden können. Das kündigt...