Politik

13 Außenminister alarmiert: Rafah droht laut einem Pressebericht ein Großangriff

13 Außenminister haben Israel in einem Brief vor einer umfassenden Militäroffensive in Rafah im südlichen Gazastreifen gewarnt und mehr Hilfe für die palästinensische Bevölkerung gefordert. Alle G7-Staaten haben den Brief außer den USA unterzeichnet. Laut einem Bericht droht Rafah ein Großangriff.
17.05.2024 10:35
Aktualisiert: 17.05.2024 13:00
Lesezeit: 1 min

Die Außenminister von 13 Staaten warnen laut einem Medienbericht Israel in einem Brief vor einer umfassenden Militäroffensive in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen und fordern außerdem mehr Hilfe für die palästinensische Bevölkerung. Alle Staaten der Gruppe sieben großer Industrienationen (G7) haben das vierseitige Schreiben vom Mittwoch laut „Süddeutscher Zeitung“ (Freitag) unterzeichnet - bis auf die USA.

In dem Brief an den israelischen Außenminister Israel Katz, das die „SZ“ einsehen konnte, betonen die Minister demnach zunächst das Selbstverteidigungsrecht Israels und verurteilen den Terrorangriff der Hamas und anderer Islamisten vom 7. Oktober. Zugleich fordern sie die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu aber deutlich auf, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um die verheerende und sich verschlimmernde humanitäre Krise im Gazastreifen zu lindern. Ebenso verlangen sie dem Bericht zufolge von Israel, alle Grenzübergänge in den Küstenstreifen für Hilfsgüter zu öffnen, einschließlich des Übergangs zu Ägypten in Rafah.

Israels Armee war vor gut einer Woche trotz scharfer internationaler Warnungen von Osten nach Rafah vorgerückt. Seitdem kontrolliert die Armee auch den palästinensischen Teil des Gaza-Grenzübergangs nach Ägypten. Der wichtige Grenzübergang ist seither für humanitäre Hilfsgüter gesperrt. Israel und Ägypten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Das Schreiben haben laut „SZ“ die Außenminister der G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien Italien, Japan und Kanada unterzeichnet, zudem ihre Kollegen aus Australien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Neuseeland, Südkorea und Schweden.

Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant hatte erst am Donnerstag die Entsendung weiterer Truppen nach Rafah angekündigt. Dort seien bereits Hunderte Ziele getroffen und mehrere Tunnel zerstört worden. „Diese Aktivität wird intensiviert werden.“ Nach UN-Angaben sind bereits rund 600.000 Menschen aus der Stadt an der Grenze zu Ägypten geflohen.

Der wie der Rafah-Übergang im Süden des Gazastreifens gelegene Übergang Kerem Schalom ist trotz wiederholten Beschusses durch die Hamas weiter geöffnet, nach UN-Angaben gelangen aber nicht genug Hilfsgüter in den Küstenstreifen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Olena Zelenska über den Krieg: Was die Ukraine heute zusammenhält
05.05.2026

Olena Zelenska steht im Ukraine-Krieg für eine Form von Widerstand, die weit über Politik hinausreicht und psychische Gesundheit,...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Technologie
Technologie KI frisst Google: Warum Unternehmen ihre Sichtbarkeit verlieren - und wie sie das ändern
05.05.2026

Jahrelang investierten deutsche Unternehmen erhebliche Budgets in die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wer bei Google auf Seite eins stand,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schnappt sich BYD die Gläserne Manufaktur in Dresden?
05.05.2026

BYD: Der chinesische E-Auto-Marktführer will nach Deutschland – und hat dabei offenbar ein ehemaliges Volkswagen-Werk im Blick.

DWN
Politik
Politik China gewährt Afrika fast flächendeckend Zollfreiheit: mit einer Ausnahme
05.05.2026

China öffnet seinen Markt weitgehend für Afrika. 53 von 54 Staaten erhalten zollfreien Zugang – der Schritt ist jedoch nicht nur...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Post AG vor dem Aus: DHL übernimmt
05.05.2026

Ein Traditionsname verschwindet aus der deutschen Wirtschaftsgeschichte, während ein globaler Logistiker seine Marke endgültig...

DWN
Panorama
Panorama Ölfirmen machen sich die Taschen voll? Tankrabatt versickert an der Zapfsäule
05.05.2026

Zahlen des Münchner Ifo-Instituts zeigen eine gebremste Wirkung des Tankrabatts an den deutschen Zapfsäulen. Besonders beim Diesel...

DWN
Politik
Politik Iran greift VAE an: Waffenruhe steht vor dem Kollaps
05.05.2026

Die Spannungen verschärfen sich erneut: Die USA wollen die vom Iran blockierte Straße von Hormus für den Schiffsverkehr freimachen....