Politik

USA und China suchen Dialog bei Sicherheitskonferenz in Singapur

Bei der Sicherheitskonferenz in Singapur suchten die Verteidigungsminister der USA und Chinas das Gespräch. Themen waren Taiwan, das Südchinesische Meer und Chinas Unterstützung für Russlands Verteidigungsindustrie.
31.05.2024 14:40
Lesezeit: 2 min

Im Machtkampf zwischen den Supermächten USA und China haben die Verteidigungsminister beider Länder bei einer wichtigen Sicherheitskonferenz in Singapur das direkte Gespräch gesucht. Das Treffen zwischen dem chinesischen Verteidigungsminister Dong Jun und seinem US-Amtskollegen Lloyd Austin fand am Freitag am Rande der dreitägigen Sicherheitstagung Shangri-La Dialog statt, wie beide Seiten bestätigten. In dem Gespräch sei es auch um Fragen zu Taiwan und das Südchinesische Meer gegangen.

Austin äußerte Bedenken über die Aktivitäten der chinesischen Armee um Taiwan, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte. Außerdem habe er über die Rolle Chinas bei der Unterstützung für Russlands Verteidigungsindustrie gesprochen.

An der Konferenz in der südostasiatischen Wirtschaftsmetropole, die am Freitag startete und bis Sonntag dauert, diskutieren Hunderte Minister, Militärs und Experten aus aller Welt über die aktuellen Krisenherde und Bedrohungslagen der Welt. Auch Themen wie Künstliche Intelligenz, Cyber-Abwehr und künftige Arten der Kriegsführung sollen besprochen werden.

Unter Dong Juns verschwundenem Vorgänger Li Shangfu herrschte zwischen den Verteidigungsbehörden beider Seiten Funkstille, da die USA Li mit Sanktionen im Zusammenhang mit Russlands Angriffskrieg in der Ukraine belegt hatten. Peking hatte Li aus offiziell bislang unbekannten Gründen abgesetzt. Seit einem öffentlichen Auftritt Ende August war er nicht mehr gesehen worden.

Streit um Taiwan

Seit dem Treffen zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden im November in San Francisco nahmen auch die Militärs beider Seiten wieder Kontakt auf. Peking glaube, dass die strategische Kommunikation auf hoher Ebene helfe, die Beziehungen zwischen den Militärs zu stabilisieren, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums Wu Qian vor Beginn der Konferenz. China stehe dem offen gegenüber.

Speziell im Streit um das demokratisch regierte Taiwan, das China als Teil seines Territoriums betrachtet, gibt es aber erhebliche Spannungen zwischen beiden Ländern. Die USA haben dem Inselstaat im Verteidigungsfall Unterstützung zugesichert. Zudem sind die Vereinigten Staaten mit den Philippinen verbündet, mit denen sich Peking regelmäßig im Südchinesischen Meer Konfrontationen wegen einiger Riffe liefert, die China für sich beansprucht.

Am Abend stand eine Grundsatzrede des philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. auf der Agenda, in der die Streitigkeiten mit China und die ständigen Zwischenfälle in dem Meeresgebiet ebenfalls eine Rolle spielen dürften.

Der Shangri-La-Dialog gilt als wichtigstes sicherheitspolitisches Forum im indopazifischen Raum auf Ebene der Verteidigungsminister. Veranstalter ist das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung liegt auf Eis: Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin
14.10.2026

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Chefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer...

DWN
Immobilien
Immobilien Nach Fehlstart: „Jung kauft Alt“ wird massiv aufgestockt – lohnt sich die Eigenheimförderung?
14.10.2026

Bis zu 40.000 Euro mehr Kredit, Zinsen weit unter Marktniveau und lockerere Sanierungsvorgaben: Nach schwachem Start bessert der Bund bei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mazda CX-5 im Test: Evolution statt Revolution
14.10.2026

Mazda erfindet den CX-5 nicht neu, sondern entwickelt ihn gezielt weiter. Die dritte Generation bietet mehr Platz, bessere...

DWN
Politik
Politik Wie gewinnt man den nächsten Krieg? Ex-US-Verteidigungsminister Austin erläutert in Warschau die NATO-Strategie
14.10.2026

Der pensionierte General Lloyd Austin, der unter Präsident Joe Biden US-Verteidigungsminister war, hat beim Warsaw Security Forum die...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie im Fokus: KI-Boom beschert Milliarden-Gewinn – ASML hebt Prognose nach Rekordquartal
14.10.2026

Der niederländische Chipkonzern ASML hat für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro gemeldet bei fast fünf...

DWN
Technologie
Technologie Trump will KI umbenennen: Experten sind skeptisch
14.10.2026

Donald Trump will künstliche Intelligenz künftig nicht mehr AI, sondern SI nennen. „Super Intelligence“ soll nach seinem Willen die...

DWN
Politik
Politik Gas-Preis könnte auf 90 Euro steigen: Ökonomen warnen vor hartem Winter
14.10.2026

Europa steht vor einem Winter mit hohen Gaspreisen und relativ geringen Lagerbeständen. Experten rechnen nicht mit einer Wiederholung der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland erzielt mit Europas Energiekäufen Einnahmen von rund 322 Milliarden Euro
14.10.2026

Europa will seine Energieabhängigkeit von Russland beenden. Doch trotz Sanktionen fließt weiterhin eine große Menge Kapital nach Moskau....