Immobilien

Scholz sagt Hochwasser-Betroffenen Hilfe zu

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Betroffenen der jüngsten Hochwasser erneut staatliche Hilfe zugesagt. Das Ausmaß der Schäden sei groß. "Wir werden diese Schäden - wie bei früheren Hochwassern auch - gemeinsam mit den Ländern bewerten und Hilfe organisieren", versprach der SPD-Politiker am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Bundestag. Der Bundeskanzler dankte auch erneut allen Helfern. "In der Not rücken wir zusammen. Das gehört sich so. So ist Deutschland", betonte er.
06.06.2024 21:25
Aktualisiert: 07.06.2024 07:00
Lesezeit: 1 min

Für Immobilienbesitzer und die Immobilienbranche bedeutet dies kurzfristig eine Unterstützung bei der Bewältigung der Hochwasserschäden. Langfristig stehen jedoch bedeutende Veränderungen und Herausforderungen bevor. Scholz räumte ein, dass Bund und Länder sich besser auf solche Katastrophen vorbereiten müssen. Daher sollen der Küstenschutz und der Hochwasserschutz im Binnenland verbessert werden. Dies umfasst den Bau von Flutpoldern und Rückhaltebecken im gesamten Land - Maßnahmen, die möglicherweise auf Widerstand stoßen könnten, aber notwendig sind, um künftige Schäden zu minimieren.

Eine weitere wesentliche Veränderung betrifft die Versicherungslandschaft. Scholz kündigte Fortschritte beim Thema Elementarschadenversicherung an und plant, am 20. Juni mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder darüber zu beraten. "Eigentümer von Häusern und Wohnungen müssen sich gegen Elementarschäden versichern können", betonte Scholz.

Derzeit deckt die reguläre Gebäudeversicherung Schäden durch Sturm und Hagel ab, jedoch nicht bei Hochwasser. Hauseigentümer in extrem hochwassergefährdeten Gebieten haben oft Schwierigkeiten, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Nach Flutkatastrophen tragen aktuell Bund und Länder regelmäßig die enormen Kosten, was die Allgemeinheit belastet. Deshalb wird nun über eine Versicherungspflicht für Elementarschäden debattiert. Die Länder hatten über den Bundesrat die Bundesregierung bereits vor mehr als einem Jahr aufgefordert, einen Vorschlag für eine bundesgesetzliche Regelung zur Einführung einer Pflichtversicherung vorzulegen.

Für Immobilienbesitzer bedeutet dies, dass sie sich zukünftig auf möglicherweise höhere Versicherungskosten einstellen müssen, um ihre Immobilien gegen Elementarschäden abzusichern. Für die Immobilienbranche insgesamt stellt dies eine zusätzliche Herausforderung dar, da die Nachfrage nach Immobilien in hochwassergefährdeten Gebieten abnehmen könnte. Gleichzeitig könnte der Wert von Immobilien in sichereren Lagen steigen. Immobilienentwickler und -investoren müssen daher ihre Strategien anpassen und verstärkt in nachhaltige und sichere Bauweisen investieren.

Die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und die Einführung einer Pflichtversicherung für Elementarschäden könnten langfristig jedoch auch zu einer Stabilisierung des Marktes führen, indem sie die Risiken für Immobilienbesitzer und die öffentliche Hand verringern. Dies würde nicht nur den direkten Schutz der Immobilien verbessern, sondern auch die finanzielle Planungssicherheit für Investoren und Eigentümer erhöhen.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

Immobilien Neu Gedacht

***

Immobilien-neu-gedacht.de ist eine Publikation von Bonnier Business Press Deutschland und beschäftigt sich mit den Themen Hauskauf und Hausbau in allen Facetten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung in Berlin: Das planen Linke, Grüne und SPD für die Hauptstadt
17.10.2026

"Mehr gemeinsam, mehr Berlin": Das Sondierungspapier von Linke, Grünen und SPD umfasst inklusive Anlagen etwa 30 Seiten. So wollen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
17.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
17.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ausweg aus russischen Rohstoffen? „Eine Alternative gibt es, aber sie könnte uns nicht gefallen“
17.10.2026

Wie Deutschland und viele weitere EU-Staaten will auch Estland seine Abhängigkeit von russischen Rohstoffen reduzieren oder sogar beenden....

DWN
Technologie
Technologie Datenleck nach Cyberangriff bei Autohaus-Software: Betrugsversuche befürchtet
17.10.2026

Autokäufer könnten sich nun Betrugsversuchen gegenübersehen, die besonders schwierig zu erkennen sind. Vor allem Häuser mit Marken...