Technologie

Feststoffbatterie für Elektroautos: VW startet Serienproduktion

Mehr Reichweite, weniger Gewicht und schnelleres Laden - die Feststoffzelle begeistert Batterieforscher und gilt als nächster großer Schritt in der E-Mobilität. VW sichert sich nun die Lizenz, die innovativen Feststoff-Batterien in Serie zu produzieren.
11.07.2024 17:04
Aktualisiert: 11.07.2024 17:04
Lesezeit: 2 min
Feststoffbatterie für Elektroautos: VW startet Serienproduktion
Ein Mitarbeiter von Volkswagen bestückt eine Prüfkammer im Salzgitter-Werk mit Batteriezellen. VW steigt nun in großem Stil in die Produktion von Feststoff-Batterien ein, die als Heilsbringer der E-Mobilität gelten. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Europas größer Autobauer Volkswagen kommt bei der Einführung der Feststoff-Batterie einen Schritt voran, Mit dem US-Partner QuantumScape habe man nun eine Lizenzvereinbarung geschlossen, die VW die Produktion von Feststoffzellenakkus für bis zu eine Million E-Autos pro Jahr ermögliche, teilte die VW-Batterietochter PowerCo mit. Wann und wo die Produktion anlaufen könnte, ließ man zunächst offen. Noch sei die Technik nicht serienreif. PowerCo baut derzeit Batteriefabriken in Salzgitter, Valencia und Kanada.

„Durch die Vereinbarung mit QuantumScape hat der Volkswagen Konzern auch in den kommenden Jahren Zugriff auf diese bahnbrechende Batterietechnologie“, erklärte VW-Technikvorstand Thomas Schmall. „Die Technologie von QuantumScape steht kurz davor, in eine entscheidende Phase einzutreten, in der wir mit unserem Know-how, unseren Ressourcen und unserem globalen Produktionsnetz dazu beitragen können, den Schritt hin zur Produktion im industriellen Maßstab zu ermöglichen“, sagte PowerCo-Chef Frank Blome.

Die nun geschlossene Vereinbarung sehe vor, dass PowerCo bis zu 40 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr mit der QuantumScape-Technologie produzieren kann. Die Kapazität könne später auf 80 Gigawattstunden verdoppelt werden. Laut VW würde dies ausreichen, um rund eine Million E-Fahrzeuge pro Jahr zu bestücken.

Feststoffzelle: Der nächste Schritt in der Batterieforschung

Feststoff-Batterien (englisch: „solid state battery“) gelten als die nächste Evolutionsstufe für Elektroauto-Akkus. In der Batterieentwicklung gilt keine andere Technologie als so vielversprechend, auch nicht die Natrium-Batterie. Anders als in den bisher in den meisten E-Autos eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus kommt im Inneren von Festkörper-Batterien kein flüssiges Elektrolyt (stromleitendes Material zwischen Kathode und Anode) zum Einsatz, sondern ein festes. Die Hersteller erhoffen sich davon eine deutlich Energiedichte, ergo eine höhere Reichweite

Auch andere Hersteller arbeiten seit Jahren an der neuartigen Batterietechnik. BMW will zusammen mit dem Partner Solid Power in Parsdorf bei München eine Pilotanlage errichten und plant früheren Angaben zufolge noch vor 2025 ein erstes Versuchsfahrzeug mit Feststoffzelle. Nissan hat eine erste Pilotanlage in Japan für 2024 angekündigt, Toyota erklärte im Herbst, die Technik bis 2027 in Serie bringen zu wollen.

Langjährige Partnerschaft zwischen VW und QuantumScape

Bei der Entwicklung der Feststoffzelle arbeiten VW und QuantumScape seit Jahren zusammen. VW ist auch größter Anteilseigner der US-Firma. Bisher hatten VW und QuantumScape geplant, die Feststoffbatterien in einem Joint Venture zu produzieren. Dieses Gemeinschaftsunternehmen werde nun durch die Lizenzvereinbarung mit PowerCo abgelöst.

„Durch die Kombination unserer Spitzentechnologie mit dem Know-how der PowerCo in den Bereichen Fertigung und Industrialisierung ist dieser Deal eine Blaupause für eine kapitalschonende Geschäftsstrategie“, sagte QuantumScape-Chef Siva Sivaram. „Die enge Zusammenarbeit mit PowerCo als unserem ersten Kunden wird dazu beitragen, die Kommerzialisierung und Markteinführung dieser bahnbrechenden Batterien zu beschleunigen.“

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